Wädenswil

Kaum ist der Zebrastreifen weg, ist der Ärger da

Nur noch ein Fussgängerstreifen quert die Schönenbergstrasse oberhalb der A3 — jener beim Feldbeck wurde aus Sicherheitsgründen entfernt. Für die SVP ist das unverständlich.

Der Zebrastreifen beim Feldbeck an der Schönenbergstrasse ist Geschichte. Schulkinder und Anwohner müssen die 80er-Strecke nun ohne Verkehrsführung überqueren.

Der Zebrastreifen beim Feldbeck an der Schönenbergstrasse ist Geschichte. Schulkinder und Anwohner müssen die 80er-Strecke nun ohne Verkehrsführung überqueren. Bild: Manuela Matt

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«Ich dachte, ich höre nicht richtig, als mir zu Ohren kam, dass der Fussgängerstreifen auf der Schönenbergstrasse beim Feldbeck, weg ist», erzählt SVP-Gemeinderätin Sandy Bossert. Auch sie habe bei ihren Ausritten zu Pferd regelmässig die Querungshilfe oberhalb der Autobahn benutzt. «Die Situation bei der Bushaltestelle Feld ist ohnehin sehr unübersichtlich», sagt sie.

Kurz vor dem ehemaligen Fussgängerstreifen mache die Schönenbergstrasse einen Linksbogen. In dieser Kurve münde zudem die Untere Bergstrasse in die Schönenbergstrasse. Auf beiden Strassen ist eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern erlaubt. «Die nächste Möglichkeit, die Strasse mittels Fussgängerstreifen zu überqueren ist beim Restaurant Tannen im Schönenberg», sagt Bossert. Also gut eineinhalb Kilometer vom Feldbeck entfernt.

Um zu erfahren, weshalb der Fussgängerstreifenstreifen entfernt worden ist, haben Bossert und die SVP-Fraktion eine Anfrage an den Stadtrat gestellt. Dieser solle sich beim Kanton Zürich, dem Eigentümer der Schönenbergstrasse, erkundigen, wie und wo vor allem die Schulkinder die Strasse nun sicher überqueren sollten, um zur Bushaltestelle zu gelangen. «Man trichtert den Kindern ein, die Strasse mittels Fussgängerstreifen zu queren. Aber bei dieser 80er-Strecke sollen sie ohne einen solchen zurecht kommen», sagt Bossert. Das mache schlicht keinen Sinn.

Zu geringe Sichtweite

Stefan Oberlin, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, bestätigt, dass der Fussgängerstreifen bei der Bushaltestelle Feld entfernt worden ist. Dafür habe es verschiedene Gründe gegeben, auch die Sicherheit habe eine Rolle gespielt. «Der Fussgängerstreifen befand sich ausserorts und dazu noch in der Kurve, was mit geringer Sichtweit einher geht», erklärt Oberlin. Sprich, ein um die Kurve kommender Autofahrer würde den Fussgängerstreifen erst kurz vorher sehen und könnte unter Umständen nicht rechtzeitig reagieren. Ein weiterer Faktor sei, dass nur wenige Menschen den Fussgängerstreifen beim Feldbeck benutzt hätten.

Dies bestätigt auch Thomas Maag, Mediensprecher des kantonalen Tiefbauamts. Die meisten Fussgänger hätten den Fussgängerstreifen gar nicht erst benutzt, weil er sich nicht auf der sogenannten Wunschlinie befand. «Das kantonale Tiefbauamt und die Kantonspolizei beurteilen die 2230 Fussgängerübergänge, die es auf dem Kantonsstrassennetz gibt, auf der Basis der objektiven Sicherheit», erklärt Maag. Diese objektive Sicherheit korrespondiere aber nicht immer mit dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Fussgänger. «Ein Fussgängerstreifen am falschen Ort vermittelt dem Fussgänger eine falsche Sicherheit.» Einen Ersatz für den Übergang beim Feldbeck werde es nicht geben.

Laut Maag sind in diesem Jahr auf Wädenswiler Stadtgebiet sieben Fussgängerstreifen entfernt worden: an der Seestrasse beim Hotel du Lac und auf der Zugerstrasse auf der Höhe Burstel. Ausserdem habe das Bundesamt für Strassen (ASTRA) im Bereich Neubüel vier Fussgängerstreifen aufgehoben. Wie im Fall der Schönenbergstrasse seien auch diese Übergänge zu wenig benutzt worden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.11.2018, 17:45 Uhr

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