Wädenswil

Kampf um die Eisbahn geht in die nächste Saison

Jeder zehnte Einwohner in Wädenswil hat eine Petition unterschrieben, damit die Eisbahn wieder betrieben wird. Zuerst müssen aber mehrere Fragen geklärt werden.

Die Eisbahn auf dem Seeplatz Wädenswil war 17 Winter lang ein Treffpunkt für Familien, Schulen und Vereine. Ihre Zukunft ist ungewiss.

Die Eisbahn auf dem Seeplatz Wädenswil war 17 Winter lang ein Treffpunkt für Familien, Schulen und Vereine. Ihre Zukunft ist ungewiss. Bild: Archiv Manuela Matt

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Oberstufenschüler haben dem Stadtrat am Montag nach der Sitzung des Gemeinderates eine Petition überreicht. Sie wünschen sich wieder eine Eisbahn. Deshalb stellen sie an den Stadtrat die Forderung, dass er zusammen mit dem Verein Eisbahn wieder ein Eisfeld ermöglicht. Die Eisbahn sei von den Schulen regelmässig genutzt worden.

Das Schülerparlament Fuhr-Rotweg habe das Anliegen diskutiert und die Unterschriftensammlung vor den Weihnachtsferien durchgeführt, sagt Oberstufenlehrer Paul Schönbächler. Das Schulhaus Steinacher in der Au sowie die Primarschulen Wädenswil, Schönenberg und Hütten schlossen sich an. Es gehe den Schülerinnen und Schülern darum zu bekunden, dass ihnen ein Angebot und ein Treffpunkt verloren gegangen sei. Zudem konnten sie Erfahrungen sammeln, wie man etwas bewegen könne.

2570 Personen haben die Forderung unterschrieben, das sind rund zehn Prozent der Wädenswiler Bevölkerung, wie der Präsident des Vereins Eisbahn, Sebastian Epp, feststellte. «Das hat mich bewegt und ermutigt», sagt er. Er sei froh, dass junge Menschen versuchten, etwas zu bewegen. «Die Unterstützung gibt uns zumindest einen mentalen Rückhalt.»

Es fehlen Helfer

Diese Motivationsspritze reicht allerdings nicht, damit den Eisläuferinnen und Hockeyspielern nächstes Jahr wieder eine Eisbahn in Wädenswil zur Verfügung steht. Nach 17 Jahren mit einem Eisfeld auf dem Seeplatz ist dies die erste eisfreie Saison. Dem Verein fehlt es an Geld, Vorstandsmitgliedern, Helfern und auch die Infrastruktur muss auf den neusten Stand gebracht werden.

Das Anliegen der Schülerinnen und Schüler stösst beim Stadtrat auf offene Ohren. «Es ist toll, dass sich Jugendliche für öffentliche Anliegen einsetzen», sagt Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP). Er erinnert daran, dass sich vor einigen Jahren Schüler schon für eine Beachvolleyball-Anlage eingesetzt hatten. Diese wurde danach auf dem Seegüetli realisiert.

«Die Unterstützung gibt uns einen mentalen Rückhalt.»Sebastian Epp, Präsident Verein Eisbahn Wädenswil

Dem Stadtrat sei bewusst, dass viele die Eisbahn vermissen, sagt der Kutter. Die Stadt habe in der Vergangenheit den Verein mit Beiträgen an die Infrastruktur und baulichen Installationen auf dem Seeplatz unterstützt. «Wir sind auch diesmal wieder bereit zu helfen», sagt er. Es gebe aber verschiedene Herausforderungen zu lösen. Das fehlende Geld sei nur ein Aspekt.

Der Präsident tritt auf die nächste Generalversammlung hin von seinem Amt zurück. Einen Nachfolger für ihn gebe es noch nicht, sagt Sebastian Epp. Er wünsche sich zudem zusätzliche Vorstandsmitglieder, so dass beispielsweise ein Ressort Events geschaffen werden könne.

Alternativen prüfen

Nebst dem Personal ist auch die Frage des Standortes ungewiss. Auf dem Seeplatz gibt es Wasser- und Stromanschlüsse für das Eisfeld sowie feste Vorrichtungen für die Beleuchtungskandelaber und die Banden. Für den Verein stehe der Seeplatz nach wie vor im Vordergrund, hält Epp fest. Problematisch ist, dass das Material über die Bahngleise transportiert werden muss. Es ist absehbar, dass die SBB die Sicherheitsvorgaben dafür verschärfen. Das wir die Zufahrt verteuern. Laut Sebastian Epp werden für den Standort Alternativen geprüft. Eine davon sei bei der Schulanlage Untermosen.

Die Stadt werde den Verein auch diesmal unterstützen, so weit es möglich ist, versichert Kutter. Inzwischen sei eine gemeinsame Arbeitsgruppe an der Arbeit. Dieser gehörten Mitglieder des Vereins sowie vom Stadtrat nebst ihm Ernst Brupbacher (BFPW) und Alexia Bischof (CVP) an. Bereits zugesichert hat der Gemeinderat einen jährlichen Beitrag von 20000 Franken, unter der Voraussetzung, dass der Verein ein Betriebskonzept vorlegt.

Eine Prognose für die nächste Saison geben beide Seiten nicht ab. «Wir arbeiten intensiv an einer Lösung», versichert Sebastian Epp. Und Philipp Kutter hält fest: «Wir versuchen, in den offenen Fragen vorwärts zu kommen.» Wichtig sei, den Horizont zu öffnen und zu überlegen, ob es andere Modelle gebe wie beispielsweise einen Partner einzubeziehen. Kutter meint aber: «Man muss sich die Zeit nehmen und auf eine stabile Lösung hinarbeiten.»

Erstellt: 12.02.2019, 18:00 Uhr

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