Langnau

Jugendliche erhalten in Langnau unerlaubt Alkohol

Das Blaue Kreuz hat Jugendliche unter 16 Jahren in Geschäfte geschickt, um Alkohol zu kaufen. Einige Betreiber halten sich nicht an die Regeln.

In Langnau wurde Alkohol an Jugendliche verkauft, obwohl dies verboten ist. (Symbolbild)

In Langnau wurde Alkohol an Jugendliche verkauft, obwohl dies verboten ist. (Symbolbild) Bild: Archiv ZSZ

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Jugendliche, die in Restaurants und Läden alkoholische Getränke kaufen wollen, müssen das Geschäft in der Regel mit leeren Händen verlassen. Gemäss kantonalem Gesundheitsgesetz ist der Verkauf von Spirituosen und Alkopops für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. An unter 16-Jährige darf zudem weder Bier noch vergorene Mischgetränke oder Tabak verkauft werden.

Die Regeln sind eigentlich klar, doch halten sich auch alle Geschäfte daran? Diese Frage stellen sich auch die Gemeinden. Sie beauftragen das Blaue Kreuz, eine gemeinnützige Fachorganisation für die Beratung und Selbsthilfe bei Suchtkrankheiten insbesondere bei Alkoholproblemen, sogenannte Testkäufe durchzuführen. Dabei schickt das Blaue Kreuz geschulte Jugendliche in Läden, Bars, Restaurants, Kioske oder Tankstellen, um nach alkoholischen Getränken zu verlangen und so die Betreiber auf die Probe zu stellen. Auch die Gemeinde Langnau führt jährlich solche Tests durch.

Im März haben gleich an zwei Tagen verdeckte Käufe stattgefunden. Zwei Jugendliche unter 16 Jahren respektive 18 Jahren prüften in 14 Geschäften und Restaurants, ob sie ein alkoholisches Getränk erhalten. Drei der getesteten Betriebe ignorierten dabei den Jugendschutz, wie die Gemeinde Langnau am Mittwoch mitteilte. Welche Betriebe gegen den Jugendschutz verstossen haben, kann die Gemeinde aus rechtlichen Gründen nicht bekannt geben.

Es drohen Busse und Anzeige

Der unerlaubte Verkauf von Alkohol an Jugendliche hat Konsequenzen für die Langnauer Betriebe. «Sie werden zu einer Stellungnahme aufgefordert und müssen Massnahmen aufzeigen, damit ein solcher Vorfall nicht mehr passiert», sagt Patricia Genewein, Stellvertretende Leiterin Gesundheit und Sicherheit der Gemeinde Langnau. Je nach dem würden die Betriebe aufgefordert werden, ihre Mitarbeiter in Kursen auf den richtigen Verkauf und die Gefahren des Alkoholkonsums bei Jugendlichen zu sensibilisieren. «Wird ein Betrieb zum Wiederholungstäter, ist mit einer Busse oder Strafanzeige zu rechnen», sagt Genewein.

Die Gemeinde behalte sich zudem bei weiteren Missachtungen des Jugendschutzes ein Patententzug für die Abgabe von Alkohol und gebrannten Wassern vor. Bei den drei Betrieben, die dieses Jahr gegen den Jugendschutz verstossen haben, handle es sich jedoch um keine Wiederholungstäter.

Bei den Testkäufen ist stets eine Begleitperson des Blauen Kreuzes vor Ort. Diese bleibt während des Kaufs ausser Sicht und tritt erst beim Aufdecken in Erscheinung. Je nach dem kann auch ein Polizist in Zivilkleidung vor Ort sein. In Langnau sei dies nicht der Fall gewesen, sagt Genewein. «Wir haben die Tests jedoch in Absprache mit der Polizei Adliswil - Langnau am Albis durchgeführt.» Die Jugendlichen haben ihre eigenen Ausweise dabei und geben auf Anfrage ihr wahres Alter an.

Wie Nadja Ott, Leiterin Testkäufe beim Blauen Kreuz Kantonalverband Zürich sagt, stecke hinter den unerlaubten Verkäufen meist keine böse Absicht. «Nach unserer Erfahrung geschehen solche Verkäufe in der Regel nicht aus Absicht, sondern in der Hektik des Arbeitsalltags.» Das Blaue Kreuz beobachte aber, dass die Testkäufe wirksam sind. «Verkaufsstellen, bei denen wir regelmässig Kontrollen durchführen, halten sich bewusster an die Alterskontrollen», sagt Ott. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.04.2019, 18:38 Uhr

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