Horgen

«Ich bin ein Mensch, der das Risiko sucht»

Auf ihn treffe das Image «harte Schale, weicher Kern» zu wie die Faust aufs Auge. Als ehemaliger Bad Boy mit einer romantischen Seite – so präsentiert sich der neue Bachelor der Datingshow auf 3plus, der Horgner «Seebueb» Joel Herger. Er spricht mit uns über Fäuste, Flirten und Frischfleisch.

Der neue Bachelor Joel Herger glaubt, dass er als Protagonist der Dating-Show auf 3plus die richtige Frau kennenlernen kann.

Der neue Bachelor Joel Herger glaubt, dass er als Protagonist der Dating-Show auf 3plus die richtige Frau kennenlernen kann. Bild: Manuela Matt

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«Hopp Horgen», verkündete Ihr Cousin, der bekannte Rapper Skor, gleich als Ihre Teilnahme beim Bachelor bekannt wurde. Sie beide sind in Horgen aufgewachsen – identifizieren Sie sich noch mit der Zone 51?
Klar, die Zone 51. Die beste Zone meines Erachtens. Hier habe ich 20 Jahre lang gewohnt. Die Gemeinde wird immer Teil meiner Identität bleiben. Ich bin und bleibe ein «Seebueb».

Schon vor den ersten Interviews war von «falschen Kreisen» die Rede, in denen Sie verkehrten – standen diese in Verbindung mit dem Bezirk?
Das waren vornehmlich Zürcher Kontakte. Ich bin da irgendwie reingerutscht.

Seit einer Weile schon wurde ja über Ihre «dunkle Vergangenheit» gerätselt – was hat es denn damit auf sich?
Als ich jünger war, wurde ich, sagen wir mal, in die Schattenseiten des Zürcher Nachtlebens hineingezogen.

Das heisst konkret: Gewalt und Drogen?
Gewalt und Drogen gehen ja oft Hand in Hand. Ich kam mit beidem in Kontakt.

«Sie haben mich einfach grundlos zusammengeschlagen und bewusstlos liegen gelassen.»
Joel Herger

Sie mussten auf die «harte Tour» lernen, dass Sie Ihr Leben ändern müssen; wie sah dieser Schlüsselmoment aus?
Die Wende kam, als ich eines Nachts willkürlich zum Opfer wurde. Ich hatte leider nicht die Courage, mich von einem Konflikt zu distanzieren: Zwei machten mich blöd an, um die Ecke kamen noch fünf weitere. Ich nenne das «Gewalttourismus», denn die Typen interessierten sich nicht für meine Wertsachen. Sie haben mich einfach grundlos zusammengeschlagen und bewusstlos liegen gelassen.

Welche Verletzungen haben Sie davongetragen?
Ein vierfacher Nasenbeinbruch, die ganze rechte Gesichtshälfte war offen; man sieht noch immer eine Narbe. Auch die Schädeldecke war offen. Da erkannte ich, dass ich mit dem Ganzen nichts mehr zu tun haben will. Ich habe alle Kontakte abgebrochen und dieser Szene den Rücken gekehrt.

Woher holen Sie sich heute den «Kick»?
Ich bin ein Mensch, der immer das Risiko sucht, das Risiko braucht, um sich lebendig zu fühlen. Heute finde ich den Kick eher mit waghalsigen Aktionen: etwa auf einem Hochhaus zu stehen, ohne angeseilt zu sein.

Sie bestechen mit gestählten Muskeln, Erfolg, Charme – weshalb haben Sie eine solche Kuppelshow überhaupt nötig?
Das Abenteuer hat mich gereizt. Auch wenn die Chance klein ist, unter 21 Frauen die Richtige zu finden. Wenn ich aber nicht daran geglaubt hätte, wäre ich am falschen Platz gewesen.

Harte Schale, weicher Kern: So präsentiert sich der neue Bachelor der Datingshow auf 3plus, der Horgner «Seebueb» Joel Herger. Bild: Manuela Matt.

Spielten ein kleines Bisschen auch die Aussicht auf Publicity und Ruhm mit?
Ich bin nicht so ein extrovertierter Mensch, dass ich dachte, das wäre die ideale Plattform für mich, um mich zu präsentieren und bekannt zu werden. Viel eher spielte der Gedanke «Ich lebe nur einmal» mit. In meinen Augen hatte ich nichts zu verlieren, ich konnte nur gewinnen.

Also haben Sie gewonnen; sprich sind Sie verliebt? Die Sendung ist ja bereits im Kasten.
Ja, ich bin verliebt. Das Bachelor-Abenteuer hat sich gelohnt (schmunzelt).

Haben Sie kein Problem damit, dass durch die Sendung Intimes öffentlich wird; dass die halbe Schweiz in Ihr Schlafzimmer blickt?
Ich wusste, auf was ich mich einlasse. Dass irgendwann eine Patty Boser an die Tür klopft und mein Bad filmt – das folgt jetzt dann auch bald (lacht).

Wie können Sie Frauen um den Finger wickeln?
Ich wirke zunächst wie ein «Bad Boy», erst im Gespräch merken die Frauen, dass ich mehr Tiefgang habe. Die Kombination von harter Schale und weicher Kern empfinden viele als sympathisch.

Werden Sie oft von Frauen angesprochen?
Was mir auffiel, ist: Wenn sich der Körper verändert, ändert sich auch die Wahrnehmung und das Verhalten von Frauen. Das ist mir recht eingefahren, als ich begann, richtig zu trainieren. Wenn man sich von der Masse abhebt, fühlt man sich schnell mal wie ein Affe im Zoo. Mir ist es rasch zu viel.

Doch bald werden Sie von einem grossen Publikum unter die Lupe genommen. Haben Sie sich ein dickes Fell zugelegt?
Das gehört zum Spiel dazu. Ich «seckle» also in der Sendung auch nicht konstant in Badehosen und Muskelshirt herum. Kommentare versuche ich, gelassen hinzunehmen. Gehässige Kommentarschreiber haben ja oft bloss ein Problem mit sich selbst.

Ab 16. Oktober auf 3plus. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.10.2017, 16:59 Uhr

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