Horgen

Horgner Traditionshaus ist verkauft

Ab heute sind das Horgner Hotel Schwan und seine Taverne in neuem Besitz. Die ehemaligen Eigentümer haben viel in das Traditionshaus investiert. Die Nachfolger treten in grosse Fussstapfen.

Der «alte» Gastgeber ist auch der neue: Ab heute ist Ruedi Hintermann nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Pächter im Horgner Schwan samt Taverne.

Der «alte» Gastgeber ist auch der neue: Ab heute ist Ruedi Hintermann nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Pächter im Horgner Schwan samt Taverne. Bild: Sabine Rock

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Es ist ein Wahrzeichen Horgens, das Hotel Schwan mit seiner Taverne. Das charakteristische gelbe Haus mitten im historischen Ortskern, dem Horgens Wappentier den Namen gibt, ist ein beliebter Treffpunkt im Dorf. Dies ist auch das Verdienst von Vito und Doris Esposito. Vor dreizehn Jahren haben die beiden das Haus, dessen Grundmauern aus dem Jahr 1462 stammen, gekauft, haben es renoviert – und es seither erfolgreich geführt. Nun haben sie es verkauft, wie der «Schwan» mitteilt.

Vito Esposito (73) sagt: «Wir haben das nun 13 Jahre lang mit Freude und Passion gemacht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für uns, einen Schnitt zu machen.» Zwar hatten die beiden immer einen Geschäftsführer eingesetzt. Doch die strategische Führung im Hintergrund, die gesamte Administration sowie die finanzielle Verantwortung haben sie wahrgenommen und sich ums Coaching des Personals gekümmert. «Es war im Hinblick auf unserer weitere Lebensplanung Zeit, diese Verantwortung abzugeben», sagt Esposito, «deshalb haben wir den ‹Schwan› auch verkauft und verpachten ihn nicht nur.»

Horgner Quereinsteiger

Eine Verkaufssumme nennt er keine. Aber: «Der Betrieb war in den 13 Jahren in finanzieller Hinsicht sehr erfolgreich, obwohl die Gastronomie und Hotellerie in den letzten Jahren keine einfache Branche war.» So habe sich beispielsweise die Mitarbeiterzahl seit der Übernahme des Betriebs von vier auf 16 erhöht.

Seit mehr als einem Jahr haben Espositos in aller Stille einen Nachfolger gesucht. «Wir hatten auch verschiedene Interessenten aus dem Ausland, von Chinesen bis zu Türken», sagt Vito Esposito, «uns ist aber wichtig, dass die Tradition der Gastfreundschaft und die historische Funktion des Hauses für Horgen aufrechterhalten wird.»

Esposito spricht von der «idealen Lösung», die er und seine Frau gefunden hätten. Sie haben den «Schwan» an drei Horgner verkauft: Heidi und Hanspeter Günthardt-Oetiker sowie Rolf Weber. Diese sind in Horgen keine Unbekannten. Hanspeter Günthardt ist unter anderem Verwaltungsratspräsident der Hans Oetiker Holding AG. Rolf Weber ist Inhaber einer Anwaltskanzlei in Horgen. Wie Günthardt sagt, haben sie den «Schwan» aus freundschaftlichen Gründen zu dritt übernommen. Sie haben hierfür die Schwan Horgen Immobilien AG gegründet. Die Motivation der drei neuen Eigentümer: Ein Stück Kulturgut für Horgen zu erhalten. Laut Vito Esposito gehören die drei zu jenen Horgnern, denen der «Schwan» als Symbol für Horgen am Herzen liege. Die Hotellerie und die Gastronomie seien zwar neue Bereiche für sie, doch weil sie mit dem bestehenden Team weiter arbeiten, spricht für Esposito nichts dagegen, dass die Erfolgsgeschichte des «Schwan» weiter geschrieben werden kann.

Bald sieben Tage offen

Die neuen Besitzer haben den bisherigen Geschäftsführer, Ruedi Hintermann (34), als Pächter eingesetzt. «Sie lassen mir freie Hand, weil sie so gut wie keine Erfahrung haben im Betreiben von Restaurants und Hotels», sagt Hintermann. Für ihn gehe mit der Pacht ein Traum in Erfüllung. Er setzt weiter auf das bewährte Konzept – mediterranes Restaurant mit italienischer Note im mittleren Preissegment. «Damit sind wir erfolgreich», sagt er. Mit zur Kontinuität beitragen wird, dass sämtliche Mitarbeiter bleiben.

Die einzige grössere Änderung, die ins Haus steht: Bald soll die Taverne sieben Tage die Woche, also auch am Sonntag und Montag, offen sein. «Wir bekommen immer wieder Anfragen für diese beiden Tage, bald müssen wir diese nicht mehr ausschlagen.» Hintermann denkt, die Mehrbelastung mit vier zusätzlichen Mitarbeitern bewältigen zu können. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.06.2017, 17:26 Uhr

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