Horgen

Horgner Abfallsäcke bestehen neuerdings auch aus Verpackungsmüll

Seit Ende September werden im Bezirk Horgen Gebührensäcke aus 80 Prozent Recyclingmaterial verkauft.

Die neuen Gebührensäcke sind im Inneren schwarz.

Die neuen Gebührensäcke sind im Inneren schwarz. Bild: Fabian Röthlisberger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Abfallverwertung im Bezirk Horgen wird ein bisschen grüner – oder grauer. Denn wer an den Verkaufsstellen nicht wie gewohnt einen schneeweissen, sondern einen Gebührenkehrichtsack mit leichtem Graustich erhält, hat den neuen Horgner-Abfallsack aus Recyclingmaterial in der Hand. Einmal geöffnet ist der Unterschied dann noch offensichtlicher: Im Innern sind die neuen Abfallsäcke fast schwarz.

Die Horgen-Säcke werden seit Ende September nur noch in der neuen ökologischeren Variante an die Verkaufsstellen ausgeliefert. «Für die Kunden bleibt der Preis gleich und natürlich werden zuerst auch noch die alten Säcke aufgebraucht und zum Verkauf angeboten», sagt Romano Wild vom Zweckverband für Abfallverwertung Horgen (ZVHo). Gleich bleibt auch das prägnante orangefarbene Druckmotiv der Horgner-Säcke.

Produziert in Deutschland

Die Firma Petroplast AG ist Lieferant der Gebührensäcke und gehört zur Papier-Mettler Gruppe, einem der grössten Hersteller von Papier-und Kunststoffverpackungen in Europa. Papier-Mettler produziert die Horgner-Abfallsäcke in Deutschland im Herstellerwerk Morbach. Sie bestehen aus Polyethylen, einem Kunststoff der bei der Verbrennung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser zerfällt und somit für die Kehrichtverbrennung geeignet ist.

Doch was macht die neu eingeführten Gebührenkehrichtsäcke ökologischer? Rudolf Brändli der Petroplast-AG erklärt: «Die Horgen-Säcke wurden bisher zu 65 Prozent aus recyceltem Material hergestellt. Neue Herstellungstechniken ermöglichen seit zirka einem Jahr, die Abfallsäcke zu 80 Prozent aus wiederverwertetem Material herzustellen». Neu setzt sich die für die Säcke verwendete Folie aus recycelten Polyethylen aus der Verpackungsindustrie zusammen.

«Einen Abfallsack aus 100 Prozent Recyclingmaterial herzustellen, ist momentan nicht möglich.»Rudolf Brändli, 
Petroplast-AG

Es sind gebrauchte Polyethylen-Verpackungen, welche aus Industrie und Handel stammen, wie beispielsweise Folien in der Kleider eingepackt waren», sagt Brändli. Eingesammelt wird das Material hauptsächlich in Deutschland. Dieser Verpackungsmüll verarbeitet Papier-Mettler zu Granulat, das in einem speziellen technischen Verfahren zur «Ökofolie» aufbereitet wird. Zuvor stammte der Recyclat Anteil von 65 Prozent hauptsächlich aus eigenen Produktionsabfällen der Firma Papier-Mettler, die bei der Herstellung von Polyethylen-Folien entstehen.

Dreifach-Folie für Stabilität

Damit die Ökofolie jedoch den Qualitätsnormen OKS des schweizerischen Städteverbands und einem zwölf-teiligen Prüfverfahren genügt, muss eine dreifach Folie verwendet werden. Zusätzlich wird dem Recyclingmaterial frisch hergestelltes Polyethylen beigemischt.

«Einen Abfallsack aus 100 Prozent Recyclingmaterial herzustellen, der die OKS-Normen erfüllt und genügend stabil ist, ist momentan nicht möglich», sagt Brändli. Damit dieser nicht reissen würde, müsste die Folie extrem dick werden. Es sei ein Spagat zwischen den ökologischen Ansprüchen und der Qualität die ein Abfallsack aufweisen soll. Papier-Mettler arbeitet deswegen mit der Dreifachfolie, die laut Brändli gleich viel Material wie bisher verbraucht und gleich dick ist wie bisher. «Darin liegt der grosse Technologie-Vorsprung des Herstellerwerkes. Es kann mehr Recyclingmaterial verwendet werden, aber die Folie bleibt dennoch praktisch in ihrer Handhabung», erklärt er.

Seit zirka einem Jahr vertreibt Petroplast AG die neuen Abfallsäcke aus Recyclingmaterial von Papier-Mettler. «Schweizweit werden unsere Gebühren-Abfallsäcke von rund 5 Millionen Einwohnern verwendet. Rund die Hälfte der Lieferung haben wir bereits durch die ökologischeren Säcke ersetzt», erklärt Brändli. In der Entsorgung und Verbrennung der Abfallsäcke ändert sich für die ZVHo nichts. «Die neuen Säcke sind identisch in ihrer Verwendung wie die alten Gebührensäcke», erklärt Romano Wild vom Zweckverband für Abfallverwertung Horgen (ZVHo).

Erstellt: 10.10.2019, 17:15 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.