Wädenswil

Hallenbad Wädenswil erhält eine Wasserrutschbahn

Eine 23 Meter lange Rutsche erwartet die Hallenbad-Besucher ab August. Die Stadt erhofft sich dadurch mehr Einnahmen, denn kostendeckend ist das Bad trotz regem Besucherandrang nicht.

Die Rutschbahn soll sich neben dem Turm durchschlängeln. Visualisierung: PD.

Die Rutschbahn soll sich neben dem Turm durchschlängeln. Visualisierung: PD. Bild: PD

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Wädenswils Wasserratten können sich freuen: Diesen Sommer bekommt das Hallenbad Untermosen eine Rutschbahn. Drei Meter hoch wird sie sein und ihre Benutzer auf der 23 Meter langen Bahn in einer eineinhalb fachen Spirale ins Auffangbecken spedieren. Damit ist die Wädenswiler Rutsche die erste im Bezirk.

Jonas Erni,Stadtrat Sicherheit und Gesundheit (SP) freut sich, das Projekt der Öffentlichkeit präsentieren zu können: «Bislang war das Hallenbad vor allem auf Schwimmer ausgelegt, die Bahn macht es auch für Kinder und Jugendliche attraktiv.»

Eröffnung im August

Die Röhren-Rutsche wird an den Springturm, auf die Seite zur Nordwest-Aussenwand hin angebaut.An derselben Seite wird auch die Auffangwanne angebaut, welches nur einen 20 bis 30 Zentimeter hohen Wasserstand aufweisen wird, damit auch kleinere Kinder die Bahn benutzen können. Das Ein-Meter-Springbrett wird einem Springbock weichen müssen. Die zu Spitzenzeiten im Platz schon stark begrenzten Schwimmer, müssen ihre Bahnen also nicht mit planschenden Kindern teilen. Es seien derzeit aber auch keine weiteren Bahnen für die Schwimmer in Planung, meint Erni auf Anfrage.

Für die Bauphase wird das Hallenbad vom 29. Juni bis am 18. August geschlossen. Das Projekt kostet rund 200 000 Franken. «In diesen Kosten enthalten sind auch die Sanierung von Treppe und Geländer des Sprungturms, welche durch Veränderungen in den gesetzlichen Richtlinien sowieso angefallen wären», sagt Jonas Erni.

So sieht das Hallenbad Untermosen zur Zeit noch aus: Neben den Schwimmbahnen steht der drei Meter hohe Springturm. Bild: PD

Bessere Kostendeckung

Ein weiterer Grund, warum sich die Stadt entschieden hat, in eine Rutschbahn zu investieren, ist, dass sie sich durch den erhofften Anstieg an Besucherzahlen einen besseren Grad der Kostendeckung erhofft. Dennfinanziell selbsttragend ist das städtische Bad nicht. Das mag manch einen erstaunen, der das Hallenbad ab und an besucht und schon beim Betreten des Bades die Menge an Badetüchern am Rand des Beckens erspäht.

Seit knapp 50 Jahren gibt es das Hallenbad an der Speerstrasse. Eingebaut in den SportkomplexUntermosen verfügt das Bad über ein Schwimmbecken mit fünf Bahnen, eine Sprunganlage, ein Lehrschwimm- sowie ein Planschbecken. Damit lockt es auch viele Wassersportler aus anderen Gemeinden an, was sich auch in den Eintritten widerspiegelt. Letztes Jahr verzeichneten sie trotz schönem Sommer 83 300 Eintritte.

Gesundheit geht vor

Finanzprobleme trotz Besucherandrang: Diesen Widerspruch kennt nicht nur Wädenswil. Die hohen Kosten, welche ein Schwimm- oder Hallenbad generieren, sind in vielen Gemeinden ein Thema. In Zollikon wird gerade über neue Lösungen nachgedacht, wie das Schwimmbad gewinnbringender geführt werden kann. «Ein Bad ist grundsätzlich nicht kostendeckendd, wenn man nur die nackten Zahlen betrachtet», sagt Jonas Erni. Er sei jedoch überzeugt, dass sich ein öffentliches Bad auch finanziell lohne, wenn man eine Gesamtkostenrechnung macht, die auch die positiven Effekte für die Gesundheit der Bevölkerung berücksichtige. Gründe für den kostenintensiven Betrieb seien die hohen Betriebs- und Wartungskosten, wie auch Richtlinien, die Wasser betreffen. Das müsse seit der letzten Änderungen nämlich annähernd Trinkwasserqualität aufweisen, berichtet Erni.

Doch trotz allem, Wädenswil hält an seinem Hallenbad fest. «Wirtschaftlichkeit ist nicht immer das allein gültige Argument», meint Jonas Erni. Bei einem Volksbad gehe es in erster Linie darum, dass jedem zu erschwinglichen Preisen Freizeitgestaltung und sportlicher Betätigung ermöglicht wird, sagt Erni. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.05.2019, 17:38 Uhr

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