Wädenswil/Au

Gericht verbietet Handyantenne neben Naturschutzgebiet

Sunrise darf eine Mobilfunkantenne nicht wie geplant bauen. Sie würde das Landschaftsbild der Halbinsel Au stark stören.

Die 25 Meter hohe Antenne wirkt laut Baurekursgericht zu dominant auf die geschützten Häuser.

Die 25 Meter hohe Antenne wirkt laut Baurekursgericht zu dominant auf die geschützten Häuser. Bild: Michael Trost

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Diese Mobilfunkantenne wäre nicht zu übersehen: Sunrise wollte in der Au eine Basissation mit einem 25 Meter hohen Masten errichten. Sie ist zwar in der Industriezone geplant. Heikel ist der Standort aber dennoch. Es handelt sich um ein Areal an der Seestrasse in der Au. Nur die Bahnlinie und ein schmales Strässchen trennt es vom Naturschutzgebiet der Halbinsel Au. Die Stadt Wädenswil hat Sunrise letzten Sommer die Baubewilligung für die Mobilfunk-Antennenanlage erteilt. Ein Anwohner hat beim Baurekursgericht Rekurs eingelgt und sein Ziel erreicht. Das Gericht hob die Baubewilligung auf.

Der Rekurrent rügte die Immissionen — geplant sind zwei Muliband-Antennen, die auf unterschiedlichen Frequenzbereichen senden, sowie vier Richtfunk-Rundantennen zur Datenübertragung. Seine Hauptkritik galt aber der «hässlichen und überdimensionierten Basistation», die sich völlig unzureichend «in die vor allem landschaftlich äusserst empfindliche Umgebung einordnet».

Weinbaumuseum betroffen

Direkt neben dem Antennenstandort erstreckt sich das kantonal geschützte Feuchtgebiet Au mit Ried und Ausee. Zudem lägen in einer Entfernung von nur 140 Metern denkmalgeschützte Gebäude auf der Halbinsel Au. Eines davon ist das Weinbaumuseum, das andere ein Bauernhaus aus dem Jahre 1838 im klassizistischen Stil. Deren Erscheinungsbild würde massiv beeinträchtigt, kritisiert der Rekurrent. Er monierte weiter, aus der Baubwilligung gehe nicht hervor, dass sich die Baukommission Wädenswil überhaupt mit dieser Thematik auseinandergesetzt habe.

Wie aus dem publizierten Urteil hervorgeht, hat das Gericht im letzten Oktober einen Augenschein vor Ort vorgenommen. Dabei habe sich eindrücklich gezeigt, dass die 25 Meter hohe Antennenanlage auf die landschaftliche Umgebung sowie auf die beiden Denkmalschutzobjekte sehr dominant einwirken, begründet es. Zu diesem Eindruck trage der massive Mast erheblich bei. Unten beim Mastfuss misst der Durchmesser 75 Zentimeter und auf einer Höhe von knapp 20 Metern noch einen halben Meter. Neben dem Mastfuss ist ein Technikkasten mit der Anlagesteuerung vorgesehen.

Stadt muss neu beurteilen

Das Gericht beurteilt die Baubewilligung als «rechtsfehlerhaft». Es weist die Angelegenheit an die Baukommission Wädenswil zurück, welche sie nun neu beurteilen muss.

Der Wädenswiler Bauvorstand Heini Hauser (SVP) sagt, er halte den Antennenstandort in der Industriezone grundsätzlich für bewilligungsfähig. Über die Erscheinung der Anlage müsse die Bauherrschaft nun über die Bücher gehen. Sunrise will den Entscheid evaluieren und innerhalb der Rekursfrist entscheiden, wie es mit der Antenne weiter gehe, teilt das Unternehmen mit. Grundsätzlich suche man nach einen Ersatzstandort für die bisherige Anlage. Diese steht ganz in der Nähe auf dem Areal des künftigen Au-Parks, das in den nächsten Jahren neu überbaut wird.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.05.2018, 16:53 Uhr

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