Rüschlikon

Generalvikar hat kein Verständnis für Rüeschliker Pfarrer Knezevic

Der katholische Pfarrer Josip Knezevic will wegen eines Mietzinsstreits gegen die eigene Kirchenpflege vor Bundesgericht ziehen. Der Generalvikar hat kein Verständnis dafür. Das ganze Bistum schaut nach Rüschlikon.

Nicht in der Kirche sondern vor Bundesgericht treffen sich der Rüeschliker Pfarrer und die Kirchenpflege.

Nicht in der Kirche sondern vor Bundesgericht treffen sich der Rüeschliker Pfarrer und die Kirchenpflege. Bild: Keystone

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Der umtriebige Rüeschliker Pfarrer Josip Knezevic sorgt für Stirnrunzeln beim katholischen Generalvikar Josef Annen. Gestern machte die ZSZ publik, dass Knezevic aufgrund eines Mietstreits mit seiner Kirchenpflege vor Bundesgericht ziehen will. Zuvor hatte sich die Rekurskommission – die Judikative der römisch-katholischen Körperschaft im Kanton Zürich – hinter die Kirchenpflege Thalwil-Rüschlikon gestellt.

«An das Bundesgericht zu appellieren, ist das gute Recht von Josip Knezevic», sagt Generalvikar Annen. Dennoch habe er kein Verständnis für das Vorgehen des Pfarrers. Josip Knezevic fordert von der Kirchenpflege rund 33 500 Franken für ein aus seiner Sicht zu viel berechnetes Zimmer in seinem Pfarrhaus – rückwirkend seit 2008. «Der Mietzins für die Pfarrhauswohnung ist moderat und als Priester verdient Josip Knezevic ungefähr so viel wie ein Sekundarlehrer», sagt Annen. Dass Knezevic bei dieser wirtschaftlichen Ausgangslage um Geld streitet, verstehe er nicht.

Knezevic ist entschlossen

Josef Annen kann sich an keinen ähnlichen Fall erinnern. «Eigentlich gehe ich davon aus, dass ein Angestellter der römisch-katholischen Körperschaft einen Entscheid der Rekurskommission akzeptiert und den Fall nicht an eine externe Stelle wie das Bundesgericht weiterzieht», sagt Annen. Pfarrer Josip Knezevic sieht das anders. Er fühlt sich von der katholischen Kirche hintergangen und will nun externe Richter, die über seinen Fall entscheiden: «Ich kann keine Wertschätzung und Gunst einklagen, aber das Recht, fair behandelt zu werden und davon ausgehen zu dürfen, dass man nicht in jedem Vertrag hinterhältig und spitzfindig übers Ohr gehauen wird.» Knezevic lässt momentan seine Chancen von einer Rechtsanwältin prüfen. Bis am 21. Juni muss er den Fall ans Bundesgericht weiterziehen, danach ist die Frist abgelaufen. «Ich bin fest entschlossen, diesen Schritt zu gehen», sagt Knezevic.

Weil es das erste Mal ist, dass ein katholischer Pfarrer aus dem Kanton Zürich nach Schaffung der Rekurskommission im Jahr 2010 mit einer Forderung, welche die Kirche betrifft, ans Bundesgericht gelangt, sorgt der Fall auch ausserhalb von Rüschlikon für Aufsehen. «Die Bistumsleitung wird sich über den Fall auf dem Laufenden halten», sagt Arnold Landtwing, der Informationsbeauftragte des Generalvikariats. Zum Bistum gehören neben dem Kanton Zürich auch Glarus, Graubünden, Uri, Obwalden, Nidwalden und Schwyz.

Auch wenn der Generalvikar mit dem Vorgehen von Josip Knezevic nicht einverstanden ist: «Ich will weiterhin Pfarrer in Rüschlikon bleiben und mich in Bälde auch einbürgern lassen», sagt Knezevic. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.06.2015, 16:29 Uhr

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