Kilchberg

Gemeinderat weibelt für Zusatzkredit fürs Stockengut

Am 14. Juni befinden die Kilchberger über einen 1- bis 1,5-Mio.-Zusatzkredit für das Stockengut und einen 10-Mio.-Kredit für die Umnutzung des Schulhauses Brunnenmoos. An einer Infoveranstaltung am Montag wurde klar: Es ist der kleinere Betrag, der vielen Kilchbergern sauer aufstösst.

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«Das Leben ist kein Ponyhof.» So lautete der Kommentar der Kilchberger Bauvorsteherin nach der Infoveranstaltung vom Montag. Judith Bellaiche (GLP) war mit ihren Ausführungen auf wenig Begeisterung gestossen. Sie hatte die undankbare Aufgabe gehabt zu erklären, warum die Neuausrichtung des gemeindeeigenen Gutshofs Uf Stocken nur mit einem Zusatzkredit von mindestens 1 Mio. Franken vollständig umgesetzt werden könne – so wie der Souverän sie 2008 beschlossen hatte.

Judith Bellaiche meinte gegenüber den gut 100 Interessierten, die der Einladung in den Gemeindesaal gefolgt waren, dass ein Zusatzkredit beantragt werde, sei in Kilchberg nicht üblich. «Aber beim Stockengut geht es um etwas sehr, sehr Wichtiges, nämlich um die Lunge von Kilchberg.»

«Der Säulistall wäre ideal»

Wie die Bauvorsteherin darlegte, hat die 2008 beschlossene Neuausrichtung des Stockenguts, für die 2,8 Mio. Franken gesprochen worden sind, ein vierfaches Ziel: Der Gutsbetrieb soll ein Dorftreffpunkt werden, Produkte aus der Region verkaufen, sich durch artgerechte Tierhaltung auszeichnen und das Ackerland sowie die Grünflächen naturnah bewirtschaften.

«In der Haltung der Tiere – der Hühner, Pferde und Kühe – haben wir unser Ziel erreicht», strich Judith Bellaiche hervor. Diese Arbeiten hätten aber mehr Geld verschlungen als gedacht. Bereits 2,2 Mio. Franken seien ausgegeben. Bleiben noch etwas mehr als 600 000 Franken. «Damit können wir die beschlossene Neuausrichtung nicht vollumfänglich umsetzen», sagte die Bauvorsteherin. Denn zu tun ist noch einiges: Der Hofladen soll neu gestaltet werden, ein Spielplatz geschaffen, das Problem der Parkplätze gelöst und eine neue Lösung für die Esel und Geissen gefunden werden. Denn für deren Stall liege eine rechtskräftige Abbruchverfügung des Kantons vor.

Sie rührte in der Folge die Werbetrommel für den gemeinderätlichen Vorschlag: Für 990 000 Franken könne im Säulistall ein Hofladen realisiert werden, der die wichtigsten Kriterien erfülle: der sich als Dorftreffpunkt eigne, Eigenprodukte verkaufe und vernünftige betriebliche Abläufe zulasse. «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass der Säulistall ideal wäre», sagte Judith Bellaiche.

Zur Abstimmung gelangt am 14. Juni auch die Alternativvariante eines Hofladens unter den Arkaden, wie ihn eine von 440 Personen unterschriebene Petition fordert. Diese Variante würde 1,54 Mio. Franken kosten. Judith Bellaiche sagte: «Der Gemeinderat hat hierzu sicher acht Subvarianten eruiert und fand keine befriedigend. Zwar handelt es sich um eine Passantenlage, aber zum Dorftreffpunkt eignen sich die Arkaden nicht.»

Geharnischte Reaktionen

Aus den Reaktionen aus dem Publikum erschloss sich rasch: Am 14. Juni könnte eine Mehrheit der Stimmbürger einer dritten Lösung den Vorzug geben, dass nämlich der Hofladen dort belassen wird, wo er ist, und lediglich sanft erneuert wird.

Die Voten der Gegner – fast ausschliesslich solche hatten sich eingefunden – waren emotional. Etwa: Das Stockengut sei ein Fass ohne Boden. Oder ein Kredit für das Stockengut sei nicht primär einer für die Kilchberger, beispielsweise am Mostfest seien praktisch nur Auswärtige anzutreffen. Oder es sei wenig sinnvoll, dass der Betrieb auf Mutterkuhhaltung umgestellt worden sei und nun Milch für den Hofladen dazugekauft werden müsse.

Auch die Parteien dürften keineswegs geschlossen hinter dem gemeinderätlichen Antrag stehen. Ihre Beschlussfindung ist in vollem Gang.

Erstellt: 12.05.2015, 18:08 Uhr

10-Mio.-Kredit für die Umnutzung des Schulhauses Brunnenmoos

Weil die Gemeinde Kilchberg mit Rüschlikon das gemeinsame Sekschulhaus Campus Moos baut, wird das Schulhaus Brunnenmoos frei. Für dessen Sanierung und Umnutzung unterbreitet der Gemeinderat den Kilchbergern am 14. Juni einen Baukredit von 10,2 Mio. Franken. Für die verbleibende Primarschule sollen die Räume neu organisiert werden, und die Kindergärten im Schwellehüsli und Schellergut sowie die Musikschule sollen ins Brunnenmoos integriert werden.

Trotz der Höhe des Kredits wurden am Montagabend nur wenige Fragen gestellt, sie betrafen insbesondere die Zukunft des Schellerguts und des Schwellehüsli. Bildungsvorstand Lorenz Felder (CVP) sagte, diese beiden Gebäude müssten jetzt zuerst geleert werden, die künftige Nutzung werde später angegangen. An der Infoveranstaltung konnte diesbezüglich ein Missverständnis mit der Musikschule ausgeräumt werden.

Diese sei nicht gegen die Vorlage und sträube sich auch nicht, das Schellergut zu verlassen, wünsche sich aber, dass die Vision eines Kulturzentrums im Schellergut in die künftige Planung einfliesse.

Vorbehältlich der Zustimmung der Stimmbürger sollen die Arbeiten im Brunnenmoos zwischen Frühjahr 2016 und Sommer 2017 ausgeführt werden. Der Zeitplan ist jedoch noch nicht in Stein gemeisselt, da laut Lorenz Felder noch nicht sicher ist, dass im Campus Moos der Betrieb am 29. Februar 2016 aufgenommen werden kann. (sis)

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