Adliswil

Gemeinderat spricht sich für gemeinsamen Polizeiposten aus

Trotz hoher Kosten unterstützt das Parlament den Zusammenzug der Polizeien im Adliswiler Zentrum. Für grössere Diskussionen sorgt die Frage der Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Am neuen Standort soll die Stadtpolizei Adliswil die Büros mit der Kantonspolizei teilen.

Am neuen Standort soll die Stadtpolizei Adliswil die Büros mit der Kantonspolizei teilen. Bild: Manuela Matt

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Die Polizei geniesst im Grossen Gemeinderat viel Rückhalt. Die Voten im Adliswiler Parlament sind durchwegs positiv, als es um den gemeinsamen Posten von Kantonspolizei und Stadtpolizei geht. Für Walter Uebersax (CVP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), ist ein gemeinsamer Polizeiposten der richtige Ansatz, um der Bevölkerung das Leben zu erleichtern.

Silvia Helbling (FDP) sieht Sicherheit als Staatsaufgabe Nummer eins. Die Polizei habe dafür die besten Voraussetzungen verdient. Esen Yilmaz (SP) wirft ein, dass die Sanierungs- und Umbaukosten für ein solches Ge­bäude überdurchschnittlich hoch seien. Auch könne der Platz in Zukunft knapp werden, meint Yilmaz. Doch auch die SP stellt sich hinter den Antrag, «im Sinne des Diensts am Volk».

«Die Polizeikorps haben freien Blick auf den Pausenplatz der Kronenwiese, wo sich nachts die ‹Vollkrassen› und Vandalen treffen.»Bernie Corrodi (Freie Wähler)

Das Votum des Abends kommt von Bernie Corrodi (Freie Wähler). Die Freien Wähler würden nicht wollen, dass jedes Gebäude in Adliswil plattgemacht werde. Das Gebäude sehe doch trotz seinen 90 Jahren noch gut aus. Und schliesslich: «Die Polizeikorps haben freien Blick auf den Pausenplatz der Kronenwiese, wo sich nachts die ‹Vollkrassen› und Vandalen treffen», so Corrodi. Der Umbau sei nicht ganz billig, aber günstiger als ein Neubau, sagt schliesslich Sicherheitsvorsteherin Susy Senn (FDP). Der Gemeinderat nimmt die Vorlage einstimmig an.

Uneinig über Lohngleichheit

Hitziger wird es beim Postulat, den Beitritt zur Charta für Gleichstellung beim Lohn zu prüfen. Postulant Wolfgang Liedtke (SP) ist verwirrt, weil der Stadtrat nur den ersten Teil des Postulats entgegennimmt, also die Prüfung des Beitritts. Der Rest, eine Lohnanalyse und ein Nachweis der Lohngleichheit bei öffentlichen Beschaffungen, sei eigentlich Teil der Lohncharta. Trotzdem zeigt er sich einverstanden mit der Antwort.

«Ich finde es als moderne junge Frau diskriminierend, Frauen als schwache Spezies darzustellen.»Vera Bach

Vera Bach sagt dann, die FDP/EVP-Fraktion halte das Postulat für überflüssig. Nur den ersten Teil unterstütze die Fraktion. Es sei strittig, ob es überhaupt Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gebe. Viele andere Faktoren, wie Dienstjahre oder Führungserfahrung, gelte es ebenfalls zu berücksichtigen. «Ich finde es als moderne junge Frau diskriminierend, Frauen als schwache Spezies darzustellen», sagt Bach.

Damit ruft sie Marianne Oswald (Grüne) auf den Plan. Sie finde es unglaublich, dass 2019 immer noch über Lohndiskriminierung diskutiert werden müsse. «Es gibt ganz viel zu tun, die Lohncharta ist ein Schritt», hält sie fest. Sebastian Huber (SVP) will gar nicht über das Thema diskutieren, die Linken hätten das Thema ja selber aufs Tapet gebracht. Die SVP lehnt das Postulat ab. Marianne Oswald antwortet, dass es eben nötig sei, das Thema zu besprechen, weil sich zu wenig ändere.

Mit 24 zu 7 Stimmen fordert der Gemeinderat den Stadtrat auf, den Beitritt zu prüfen. Die Lohnanalyse und der Lohngleichheitsnachweis werden nur von links unterstützt und mit 21 zu 10 Stimmen abgelehnt.

Unstrittig ist der jährliche Kredit von höchstens 60000 Franken für den Wildnispark. Ohne Gegenstimme wird auch die Nutzungsplanänderung im Tal genehmigt. Diese erlaubt einen Neubau der Sihlsana AG. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.04.2019, 08:17 Uhr

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