Thalwil

Gemeindehausplatz wird zur Kulturarena

Das Programm für die Thalwiler Kulturtage 2019 steht bereits. Unter den Thema «Verwoben» finden im Juni gut 60 Veranstaltungen und mehrere Ausstellungen statt, die auch einmal ein «Gnusch» erzeugen.

Simon Niederhauser ist bereits jetzt öfter vor dem Gemeindehaus in Thalwil anzutreffen, um Vorbereitungen für die Kulturtage zu treffen, die teils hier stattfinden werden.

Simon Niederhauser ist bereits jetzt öfter vor dem Gemeindehaus in Thalwil anzutreffen, um Vorbereitungen für die Kulturtage zu treffen, die teils hier stattfinden werden. Bild: Manuela Matt

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Vor gut einem Jahr haben sich der Thalwiler Kulturbeauftragte Simon Niederhauser und das OK zusammengesetzt, um ein Motto für die diesjährigen Kulturtage festzulegen. Diese finden vom 14. bis 19. Juni in Thalwil statt.

In diesem Jahr widmen sich die Kulturtage dem Verwobenen. Verwoben findet Niederhauser ein passendes Thema, denn es sei wichtig, dass die Kulturtage sowohl für Laien als auch für Profis konkrete Anknüpfungspunkte böten. Anderseits solle das Thema so offen sein, dass jeder etwas damit anfangen kann. «Am Begriff Verwoben hat uns gefallen, dass er ganz verschiedene Ebenen bedient. Er knüpft einerseits an die Geschichte Thalwils als Seidenmetropole an, anderseits war das Verweben schon immer das heimliche Thema der Kulturtage, insofern, dass sich Bevölkerung und Kulturschaffende begegnen», sagt Simon Niederhauser.

Verwobenes kann tragen

Warum nicht vernetzen, das wäre doch heutiger? «Vernetzen tönt moderner, aber es meint etwas anderes. Vernetztes ist funktional und optional. Verwoben zu sein mit anderen Menschen oder einer Kultur hingegen hat etwas mit Herkunft und Verbindlichkeit zu tun», sagt Niederhauser. Das Verwobene sei das, was uns trage, uns aber auch oft an unserer Entfaltung hindere. «Es geht auch um die Frage, was wir gewinnen und verlieren, wenn wir das Verwobene um uns herum auflösen.»

In diesem Jahr bilden das Pfistergut mit Beiz und Bistro sowie das Gemeindehaus-Areal das Zentrum der Kulturtage. Weitere Spielorte sind die reformierte Kirche und das Kirchgemeindehaus. «Politik und Bevölkerung stehen hinter den Kulturtagen», sagt Niederhauser. Die Kosten von 160'000 Franken werden von der Gemeinde, kantonalen Fördergeldern, Sponsoren und Stiftungen getragen. Hauptsponsor ist die Bank Thalwil. Im März wird eine Website der Kulturtage aufgeschaltet, im Mai ein Programm an alle Haushalte verteilt.

Simon Niederhausers Augen leuchten, wenn er einige «Rosinli» der Kulturtage aufzählt, welche vom 14. bis 29. Juni in Thalwil stattfinden. «Das Filmpodium Thalwil zeigt den Stummfilm «Die Weber» nach dem Bühnenstück von Gerhart Hauptmann», kündigt Niederhauser an. Begleitet wird der Film live von der Harmonie Thalwil. Das Kino findet auf dem Platz vor dem Gemeindehaus statt, der zu einer Open-Air-Bühne umfunktioniert wird.

Blick auf Seidenindustrie

Etwas ganz anderes zeigt das Projekt «Gnusch». Schon sein Titel deute auf das Gegenteil von ordentlich Verwobenem hin und betone das Nicht-Strukturierte, sagt Niederhauser. Realisiert wird es von einer Künstlergruppe der jüngeren Generation. An verschiedenen Schauplätzen wird es Installationen geben, welche etwa auf einem Parkplatz etwas spontan Verwickeltes gezeigt wird. Die konkrete Umsetzung laufe noch, sagt der Kulturbeauftragte.

Kultur und Politik verweben will man, indem die Gemeindeversammlung am 26. Juni auch ein Programmpunkt der Kulturtage ist. Und zwar eine Gemeindeversammlung im Freien, eine Landsgemeinde, wie diese Zeitung bereits berichtete. Damit will man Teilnehmer oder Zuschauer heranlocken, die sonst nicht so politisch interessiert sind.

Naheliegend ist, mit dem Thema Verwoben auch einen Bezug zur Geschichte der Thalwiler Seidenindustrie herzustellen. Der Historiker Alexis Schwarzenbach, Nachfahre einer Seidendynastie, wird zusammen mit Andreas Friedrich von Heer & Co einen Abend zu diesem Thema gestalten. Gewoben wird auch an einem Webstuhl in der Trotte. Weberinnen aus der Region zeigen, wer heute das Handweben betreibt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.01.2019, 14:44 Uhr

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