Kilchberg

Gegner des Zentrumsprojekts blasen zum Angriff

In weniger als einem Monat entscheidet sich an der Gemeindeversammlung die Zukunft des Kilchberger Zentrums. Die Interessengemeinschaft, die das vorliegende Coop-Projekt mit Tiefgarage verhindern will, hat unter ihren Anhängern nun zur Mobilisierung aufgerufen.

Das Coop-Projekt mit Tiefgarage im Kilchberger Zentrum polarisiert. Zahlreiche Bürger machen in diesen Tagen aktiv Stimmung gegen den Gestaltungsplan Bahnhofstrasse.

Das Coop-Projekt mit Tiefgarage im Kilchberger Zentrum polarisiert. Zahlreiche Bürger machen in diesen Tagen aktiv Stimmung gegen den Gestaltungsplan Bahnhofstrasse. Bild: Patrick Gutenberg

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«Der Widerstand wächst», stellte Reto Planta (Grüne) am späteren Mittwochabend fest und ergänzte: «Ich glaube daran, dass wir diese Abstimmung gewinnen werden.» Zuvor leitete Planta durch eine eineinhalbstündige Infoveranstaltung der Interessengemeinschaft Bahnhofstrasse, die er zusammen mit Grünen-Präsidentin Edith Häusler und weiteren Kilchbergern ins Leben gerufen hatte.

Rund 40 Kilchbergerinnen und Kilchberger hatten sich für den Anlass im reformierten Kirch­gemeindehaus eingefunden. Sie wollten hören, warum sie an der Gemeindeversammlung vom 18. September gegen den Gestaltungsplan Bahnhofstrasse stimmen sollten.

Nur annehmen oder ablehnen

Der Plan sieht vor, dass die Scheune an der Bahnhofstrasse 12 durch ein Gebäude mit zweigeschossiger Coop-Filiale und 14 Wohnungen ersetzt wird. Dazu soll es unter der Bahnhofstrasse eine Tiefgarage geben und die Strasse selber grundlegend saniert werden.

Vielen der anwesenden alteingesessenen Kilchbergerinnen schien vor allem das geplante Gebäude ein Dorn im Auge zu sein. «Um Gottes willen», «Ein Klotz», kommentierten sie die Visualisierungen, die Reto Planta ihnen präsentierte.

Dies sei denn auch einer ihrer Hauptkritikpunkte, meinte der Grüne. «Wir sind nicht gegen einen Coop, aber einen solch grossen brauchen wir nicht.» Er passe nicht ins Ortsbild. Ohnehin, finden die IG-Mitglieder, sollte man zuerst abwarten, was mit den Räumen der heutigen Post geschehe. Da die Post ausziehen wolle, könne auch dort ein Lebensmittelhändler untergebracht werden. Weiter kritisierten Planta und Co., die Bevölkerung sei zu wenig in die Ausarbeitung der Zentrumsplanung involviert worden. Und nicht zuletzt sei die IG als Projektgegnerin vom Gemeinderat bisher ungleich behandelt worden, was die Zurverfügungstellung von Informationen über den Gestaltungsplan anbelange.

Nun werde Kilchberg vor vollendete Tatsachen gestellt. So betonte er vor den Zuhörern mehrfach, dass man am 18. September nicht mehr über Einzelheiten des Gestaltungsplans diskutieren könne. «Sie können nur das ganze Projekt annehmen oder ablehnen, mehr nicht.»

«Post kommt nicht infrage»

Vonseiten des Gemeinderats ist Tiefbauvorsteherin Tina Neuenschwander (FDP) zusammen mit dem neuen Hochbauvorsteher Christian Benz (GLP) für die Zentrumsplanung zuständig. Zur Idee, anstelle eines Coop-Neubaus auf die Räumlichkeiten der Post zu hoffen, meint sie: «Coop hat einen höheren Flächenbedarf evaluiert, weshalb andere Flächen wie jene der Post nicht infrage kommen.»

Auch den Vorwurf der mangelnden Partizipation am Gestaltungsplan könne sie nicht nachvollziehen: «Dieser Prozess wurde mit dem Gemeindeversammlungsentscheid 2007 initiiert. Die Bevölkerung wurde seither an mehreren Versammlungen und Infoanlässen über den aktuellen Stand der Dinge informiert.» Zudem habe die Gemeinde einen grossen Teil der eingegangenen Einwendungen berücksichtigt.

Für die IG ist indes klar: Sie will für die Abstimmung möglichst viele Leute rekrutieren. Denn «an der Gemeindeversammlung gewinnt nicht, wer die besseren Argumente hat, sondern wer mehr Leute mitbringt», sagte Planta. Deshalb forderte er die Anwesenden auf, nun in ihrem Umfeld für ein Nein zu weibeln. An der Gemeindeversammlung selber werde die IG dann wohl einen Antrag für eine geheime Abstimmung stellen, wozu ein Viertel der Stimmen nötig ist. Dies, weil es wohl viele Kilchberger gebe, die zwar für ein Nein sind, sich aber nicht dazu bekennen wollten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.08.2018, 08:13 Uhr

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