Wädenswil

Fischer verhindern schwimmenden Seeuferweg

Die Fischer waren nicht alleine der Auslöser dafür, dass sich der Kanton und die Stadt Wädenswil für einen festen Steg für das fehlende Stück Seeuferweg entschieden haben.

Erst mit der Realisierung des Seeuferwegs kann auch das dringend sanierungsbedürftige Bootshaus am Seeplatz Wädenswil erneuert werden.

Erst mit der Realisierung des Seeuferwegs kann auch das dringend sanierungsbedürftige Bootshaus am Seeplatz Wädenswil erneuert werden. Bild: Sabine Rock

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Soll der Weg zwischen Seeplatz und Halbinsel Giessen schwimmen, oder auf Pfählen am Ufer entlang führen? Welche Variante ist technisch machbar und welche ist sicherer? Und welches Projekt ist finanziell günstiger? Mit diesen Fragen zum fehlenden Stück des Seeuferwegs zwischen Seeplatz Wädenswil und Halbinsel Giessen haben sich der Kanton Zürich und die Stadt Wädenswil intensiv befasst.

Entschieden haben sie sich schliesslich für den befestigten Steg entlang des Ufers. Für rund 20 Millionen Franken, soll das 800 Meter lange Stück Seeuferweg dem Ufer entlang realisiert werden. Die Spaziergänger sollen auf einem 2,5 Meter breiten Steg vom Seeplatz zur Halbinsel gelangen. Aus welchem Material der Steg bestehen soll und wie er konstruiert wird ist Bestandteil der Projektierung und steht noch nicht fest. Die Stadt Wädenswil muss sich gemäss Strassengesetz mit einem Fünftel, also rund 4 Millionen Franken an den Kosten beteiligen.

Laichgebiet war in Gefahr

Die schwimmende Variante rief vor allem die Fischer auf den Plan. Diese wiesen Kanton und Stadt darauf hin, dass sich im Uferbereich zwischen Halbinsel Giessen und Seeplatz ein Laichgebiet des Egli befinde. «Der schwimmende Steg hätte mit Ketten an grossen Betonblöcken auf dem Seegrund befestigt werden müssen», sagt Sacha Maggi Präsident des Fischereiverbands des Kantons Zürich. Damit würde die Unterwasservegetation beschädigt werden. Ausserdem wäre der 40 meter vom Ufer entfernte Steg eine Barriere für die Fischer, die dann nicht mehr vom Ufer aus anglen könnten. «Den Politikern war vermutlich nicht bewusst, was sie mit einem schwimmenden Steg anrichten würden», sagt Sacha Maggi und betont, dass die Fischer nicht gegen einen Seeuferweg sind, sondern lediglich gegen einen, der die Unterwasservegetation und die Laichgebiete gefährdet.

Laut Kanton sprach aber nicht nur das Kriterium Ökologie gegen die schwimmende Konstruktion. «Auch die technische Machbarkeit, die Sicherheit, der Betrieb und der Unterhalt, die Optik und die Bewilligungsfähigkeit der beiden Varianten wurden verglichen», sagt Thomas Maag, Mediensprecher der kantonalen Baudirektion. Überzeugt habe der feste Steg schliesslich durch seine Benutzerfreundlichkeit. Aber auch die Sicherheit, der Betrieb und Unterhalt sei bei dieser Variante besser gewährleistet. Zudem rechnet der Kanton diesem Projekt bessere Chancen für eine Bewilligung aus.

Favorisiert hat die Stadt Wädenswil jedoch den schwimmenden Steg. «Unseren Berechnungen nach, wäre er etwas günstiger gewesen», sagt Heini Hauser (SVP), Stadtrat Planen und Bauen. Doch wegen des geringen Kostenunterschieds habe man nicht mit dem Kanton streiten wollen.

Zwei Projekte verbinden

Mit der Realisierung des Wegs möchte die Stadt Wädenswil aber gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Da das Bootshaus für die den Seeuferweg verschoben werden muss, könnte die Liegenschaft in das Projekt Seeuferweg aufgenommen und erneuert werden. «Die Erneuerung des Bootshauses steht in direkter Abhängigkeit mit dem Bau des Seeuferwegs», sagt Heini Hauser. Die Kosten für ein detailliertes Vorprojekt betreffend Bootshaus sind bereits im Budget 2019 eingestellt. Weitere Ausgaben seien im FEP 2019-2023 vorgesehen. Die beiden Projekte müssen vom Gemeinderat und von den Stimmberechtigten bewilligt werden.

Erstellt: 25.10.2018, 16:34 Uhr

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