Adliswil

Farid Zeroual ist neuer Stadtpräsident von Adliswil

1496 Stimmen haben Farid Zeroual (CVP) gereicht. Er ist neuer Stadtpräsident von Adliswil. Seine Kontrahentin Susy Senn hatte das Nachsehen. Die FDP muss damit das Präsdium das erste Mal seit 1982 aus der Hand geben.

Der neue Adliswiler Stadtpräsident heisst Farid Zeroual (CVP).

Der neue Adliswiler Stadtpräsident heisst Farid Zeroual (CVP). Bild: André Springer

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So schnell kann es gehen: Noch vor vier Jahren wurde Farid Zeroual (CVP) mit dem schlechtesten Resultat aller Kandidaten in den Stadtrat gewählt. Am Sonntag wählte ihn das Stimmvolk nun zum neuen Stadtpräsidenten von Adliswil. Bei einer Stimmbeteiligung von 35 Prozent reichten ihm 1496 Stimmen für den Sieg.

Seine Kontrahentin Susy Senn (FDP) konnte 1215 Stimmen auf sich vereinen. Der Unterschied von 281 Stimmen ist deutlich. Im ersten Wahlgang hatte Farid Zeroual noch lediglich 28 Stimmen mehr geholt als Susy Senn.

Dass er nun neuer Stadtpräsident ist, freut Zeroual. Anstatt in Jubel auszubrechen, analysiert der ehemalige Adliswiler Finanzvorstand die Lage aber lieber sachlich: «Im ersten Wahlgang gab es viele Unentschlossene. Diese tendieren im zweiten Wahlgang dann oft dazu, den Favoriten aus dem ersten Wahlgang zu wählen. Von diesem Effekt konnte ich anscheinend profitieren, weil ich im ersten Wahlgang bereits am meisten Stimmen auf mich vereinen konnte.» Farid Zeroual sagt aber auch, dass eine Stadtpräsidentenwahl aus seiner Sicht immer auch eine Personenwahl sei. «Ich konnte durch meine Arbeit als Finanzvorstand in den letzten vier Jahren viele Wählerinnen und Wähler von meiner Kompetenz überzeugen.»

Übergeordnete Fragen

Während dem Wahlkampf haben es weder Farid Zeroual noch Susy Senn geschafft, sich in politischen Fragen klar voneinander zu unterscheiden. In vielen Themen waren sie einer Meinung. Weil die Kandidaten dadurch wenig polarisierten, drehten sich die Argumentationen an den Stammtischen und auch in Leserbriefen vielfach um zwei übergeordnete Fragen: Soll die FDP weiterhin das Stadtpräsidium inne haben? Und: Soll in Adliswil erstmals eine Frau das hohe Amt bekleiden?

Die Antwort auf die erste Frage sieht Susy Senn als Hauptgrund für ihre Niederlage. Seit 1982 sind es immer Kandidaten der FDP gewesen, welche das Stadtpräsidium inne hatten. «Es scheint, dass die Bevölkerung einen Parteiwechsel an der Spitze wollte», sagt Susy Senn. «Wir haben einen guten Wahlkampf geführt mit einem guten Team. Auch mein Leistungsausweis nach acht Jahren im Stadtrat hat gestimmt.»

Die Antwort auf die zweite Frage ist für Susy Senn in der Analyse zur Wahlniederlage weniger zentral: «Die Frage der ersten Stadtpräsidentin war immer nur ein Zusatzargument. Mein Leistungsausweis war im Wahlkampf immer das Hauptargument.»

Ergeiz hat sich ausbezahlt

Trotz eines Wahlkampfs mit wenigen Nebengeräuschen darf eine Tatsache jedoch nicht vergessen werden: der schnelle Aufstieg von Farid Zeroual. Innert vier Jahren schaffte er es vom Neuling im Stadtrat zum Stadtpräsidenten. Noch vor dem ersten Wahlgang sagte Zeroual im Gespräch einmal, dass er sich bei jeder Vakanz in einer höheren Position – egal ob in der Privatwirtschaft oder in der Politik – überlege, ob er Chancen haben könnte, aufzusteigen. Dieser Ergeiz hat sich nun ausbezahlt.

Am Sonntag feierte Farid Zeroual seinen Erfolg zusammen mit seiner Partei in der Kaffee-Bar Jeannette und später noch bei einem gemütlichen Abendessen im Familienkreis. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.06.2018, 16:46 Uhr

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