Wädenswil

FDP nimmt Warnung im Seegüetli selbst in die Hand

Seit Jahren bemüht sich die FDP um mehr Sicherheit beim Seegüetli. Nun hat sie eine Gefahrentafel aufgestellt, die bereits wieder zerstört wurde. Der Stadtrat erachtet an dieser Stelle den Bedarf an Sicherheitsmassnahmen als wenig dringlich.

Felicitas Taddei und Ernst Grand von der FDP haben am Dienstag im Seegüetli eine Gefahrentafel für die Schwimmer aufgestellt. Sie ist bereits Vandalen zum Opfer gefallen.

Felicitas Taddei und Ernst Grand von der FDP haben am Dienstag im Seegüetli eine Gefahrentafel für die Schwimmer aufgestellt. Sie ist bereits Vandalen zum Opfer gefallen. Bild: pd

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Nur für kurze Zeit warnte ein Schild am Seegüetli in Wädenswil die Badenden vor den Gefahren im Wasser. «Achtung-Hafeneinfahrt» prangerte seit Dienstag in roten Lettern auf der Tafel, die inzwischen einem Vandalenakt zum Opfer gefallen ist. Das bedauert Ernst Grand, FDP-Gemeinderat von Wädenswil sehr, denn er hat das Warnschild selbst finanziert und eigenhändig aufgestellt.

Dies nachdem der Stadtrat auf mehrfaches Drängen der FDP hin keine Reaktion zeigte, die Badenden auf die Gefahren des nahegelegenen Hafens aufmerksam zu machen. «Weder nach unserer Schriftlichen Anfrage im Dezember 2012, noch nach der Interpellation im November 2014 hat der Stadtrat die Sicherheit für die Badenden am Seegüetli verbessert», sagt Ernst Grand. Weil er nicht warten wollte, bis der Stadtrat auf das im Juli eingereichte Postulat der FDP und GLP reagiert, hat Grand nun selbst die Ärmel hochgekrempelt und mit Unterstützung seiner Partei ein Warnschild aufgestellt.

Unvorsichtige Schwimmer

Ernst Grand besitzt einen Bootsplatz im Hafen Rietliau und kennt die Gefahrensituation daher genau. Am Abend, wenn die Sonne tiefer stehe und vom Wasser reflektiert werde, habe man als Bootsfahrer eine eingeschränkte Sicht, erklärt er. Nur schwer seien dann die Badenden zu erkennen, die in den 200 Meter entfernten Bereich der Hafenein- und -ausfahrt schwimmen. «Dies kann zu gefährlichen Situationen führen», sagt Ernst Grand. Dessen seien sich jedoch nur die wenigsten Schwimmer bewusst. Häufig wüssten diese auch nicht, dass ein Bremsmanöver mit dem Boot viel länger dauere als beispielsweise mit dem Auto.

Grand kann nicht nachvollziehen, dass der Stadtrat zwar Geld für die Attraktivität des Seegüetlis in die Hand nehme und ein Volleyballfeld, Grillplätze und sanitäre Anlagen realisiere, aber sich offenbar nicht um die Sicherheit der Badenden schere. «Eine Tafel oder Bojen zur Markierung würden als Hinweis bereits genügen, um die Situation zu entschärfen», sagt Grand, der die zerstörte Tafel erneuern will.

Treppe als Lösung

Jonas Erni (SP), Stadtrat Sicherheit und Gesundheit sieht das jedoch anders: «Das Seegüelti bietet ein Volleyballfeld und Grillplätze, ist aber keine öffentliche Badestelle.» Daher bestehe auch kein dringender Handlungsbedarf. Es liege vielmehr in der Eigenverantwortung der Seegüetlibenutzer, im See schwimmen zu gehen und auf die Boote zu achten.

Dennoch habe der Stadtrat aufgrund der schriftlichen Anfrage und der Interpellation der FDP die Situation geprüft. «Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Treppe an anderer Stelle in den See die beste Lösung wäre», sagt Erni. Diese Massnahme koste aber Geld und sei bisher den Sparmassnahmen der Stadt Wädenswil zum Opfer gefallen. Anlässlich der offiziellen Beantwortung des Postulats werde der Stadtrat über allfällige Massnahmen informieren.

Dass Ernst Grand in Eigenregie eine Gefahrentafel aufgestellt hat, beäugt Jonas Erni kritisch: «Es kann nicht jede Partei nach Belieben Schilder aufstellen.» Dann gäbe es irgendwann einen Schilderwald. Zumal im Bereich Rothaus die gleiche Situation herrsche, wie beim Seegüetli. Ausserdem würde durch ein Warnhinweis das Seegüelti zu einem öffentlichen Badeplatz, was zusätzliche Auflagen mit sich ziehe. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.08.2018, 17:21 Uhr

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