Adliswil

«Es ist unmöglich, alle Gäste rund um die Uhr zu beaufsichtigen»

Ein Mann soll am vergangenen Mittwoch in der Badi Im Tal in der Umkleidekabine der Knaben Fotos von Minderjährigen gemacht haben. Das Personal in den Badeanstalten weiss, wie es in solchen Situationen zu reagieren hat.

Die Bademeister in der Region appellieren an die Gäste, auffällige Personen sofort zu melden. (Symbolbild)

Die Bademeister in der Region appellieren an die Gäste, auffällige Personen sofort zu melden. (Symbolbild) Bild: Archiv ZSZ

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Im Schwimmbad im Tal in Adliswil ist es letzten Mittwochnachmittag zu einem unrühmlichen Zwischenfall gekommen. Laut einem Beitrag von TeleZüri wurde ein Mann beim Fotografieren in der Knabengarderobe von einem Bademeister erwischt.

«Aus Personenschutzgründen kann die Kantonspolizei keine genauen Angaben zum Vorfall machen, ausser dass sie für eine Personenkontrolle ausgerückt ist», bestätigt Marc Besson, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, deren Einsatz. Auf Anfrage bei der Stadt Adliswil heisst es: «Gegen den Mann wurde ein Hausverbot ausgestellt, welches gültig ist bis auf Widerruf, also unbefristet», sagt Renato Günthardt (SVP), Stadtrat und Ressortvorsteher Stv. Sicherheit, Gesundheit und Sport.

Spezielle zusätzliche Massnahmen seien nicht geplant, abgesehen von den üblichen Vorkehrungen durch das Badepersonal. Dieses sei aber informiert über die Merkmale des Verdächtigen, damit ihm nicht nochmal der Zutritt gewährt werde. «Im Schwimmbad gilt zudem ein Film- und Fotoverbot, welches durch die Bademeister kontrolliert wird», erklärt Günthardt die generellen Massnahmen. Sämtliche Vorkehrungen würden gut funktionieren, in den vergangenen Jahren seien keine weiteren Fälle in Adliswil bekannt.

Fotos zeigen in Zweifelsfällen

In Wädenswil hat es gemäss Adrian Kähr, Leiter Bäder, nur einen vergleichbaren Fall in den letzten zehn Jahren gegeben. Damals wurde im Hallenbad Untermosen ein erwachsener Mann in der Frauenkabine erwischt, wie er unerlaubt versuchte, Fotos zu machen. Trotz der geringen Anzahl geahndeter voyeuristischer Vorfälle warnt Kähr: «Es ist unmöglich, alle Gäste rund um die Uhr zu beaufsichtigen.» Er appelliert an Badegäste, auffälliges Verhalten den Bademeistern sofort zu melden. Diese seien geschult, wie in bestimmten Situationen reagiert werden sollte.

Das standardisierte Vorgehen sieht vor: «Zuerst mache ich die Person auf das Fotoverbot aufmerksam, und in Zweifelsfällen verlange ich, dass sie mir die eben gemachten Fotos zeigt», sagt Kähr. Grundsätzlich sei es immer das Ziel, in freundlichem Umgangston die Situation zu schlichten und auf die Badeordnung zu verweisen. «Falls sich die betroffene Person widersetzt, wird sie entweder aus der Badi verwiesen oder, bei aggressivem Verhalten, die Polizei gerufen», sagt Kähr.

«Heutzutage besitzt jeder ein Smartphone. Da ist es schwer, zu unterscheiden, ob jemand eine Nachricht verschickt oder ein Foto schiesst»Adrian Kähr

Dass Fotos in den öffentlichen Badeanstalten gemacht werden, ist für den Bademeister nicht zu verhindern: «Heutzutage besitzt jeder ein Smartphone. Da ist es schwer, zu unterscheiden, ob jemand eine Nachricht verschickt oder ein Foto schiesst», sagt der Leiter der Wädenswiler Bäder. «Um uns die Arbeit zu erleichtern, können uns die Badegäste aber kurz informieren, wenn sie zum Beispiel ein Foto von ihren Kindern machen wollen.» So gebe es keine Missverständnisse.

Erstellt: 30.07.2019, 09:00 Uhr

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