Richterswil

Er fordert viel von seinen Schauspielern

Die Theatergruppe Richterswil bringt alle zwei Jahre ein anspruchsvolles Stück auf die Bühne. Heuer spielen die Schauspielerinnen und Schauspieler erstmals unter der Regie von Jordi Vilardaga «D’Sänerei i de Veefröid» nach Jeremias Gotthelf. Premiere ist am 14. Juni.

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Jedes Detail, jede Bewegung, jeder Blick muss stimmen. Jordi Vilardaga ist ein Perfektionist. Er fordert viel von seinen 13 Schauspielerinnen und Schauspielern. Aber er ist zufrieden: «Wir haben sehr gute Proben, die Konzentration und Disziplin sind sehr hoch,», lobt er. Der Berufsregisseur – er führt sein eigenes Theater Ariane in Winterthur – führt zum ersten Mal Regie bei der Theatergruppe Richterswil. «Es läuft alles autonom, in einer Art und Weise, wie man es bei den Profis oft suchen muss.»

Vor fünf Jahren kam Jordi Vilardaga schon einmal mit der Theatergruppe Richterswil in Berührung. Damals fiel ein paar Tage vor der Premiere ein Schauspieler aus. Eigentlich wurde Vilardaga angefragt, ob er einen Schauspieler als Ersatz kenne. «Es kam aber so, dass ich die Rolle gleich selber übernahm», erinnert er sich. Es habe einfach gepasst. Er wurde Aktivmitglied des Vereins, kümmerte sich bei der letzten Produktion vor zwei Jahren um Licht und Technik. Als Margritt Knüsel, die viele Jahre als Regisseurin der Theatergruppe Richterswil waltete, ihren Posten aus Altersgründen abgab, übernahm Jordi Vilardaga.

Kein Schenkelklopfer

Wenn auch die Proben streng sind und Vilardaga manchmal auch, haben die Laiendarsteller Spass. «Es herrscht eine tolle Stimmung im Team», sagt Karin Padlina. Sie steht seit vielen Jahren auf der Bühne, dieses Jahr spielt sie die Frau des Gemeindepräsidenten. Es hat einige Zeit gedauert, bis sie sich mit ihrer Rolle anfreunden, in sie hineinwachsen konnte. Doch nun fühlt sie sich wohl. «Jordi Vilardaga hat ganz klare Vorstellungen, wie etwas sein soll», ergänzt Schauspielkollege Ruedi Schnellmann. Er gehe stark ins Detail. «Er ist ein Profi. Wir können sehr viel von ihm lernen und profitieren.»

Als leicht und komödiantisch, aber nicht als Schenkelklopfer bezeichnet der Regisseur das Stück, das die Theatergruppe Richterswil ab dem 14. Juni auf die Bühne einer Scheune in der Nähe der Burgruine bringt. Jordi Vilardaga hat er es vor 20 Jahren bereits mit dem Theater Kanton Zürich inszeniert. «Der Stoff ist zeitlos, die Hoffnung nach dem schnellen, grossen Geld immer da», erklärt er.

In «D’Sänerei i de Veefröid» nach Jeremias Gotthelf von Markus Michel geht es um Neid, Eifersucht, Konkurrenz, um Politik und Glaube, um Egoismus, Intrigen, Arme und Reiche und den fast hoffnungslosen Kampf um eine Liebe. «In dem Stück wird dem Publikum der Spiegel vorgehalten, viele werden sich in den Szenen und Dialogen selber wiedererkennen», sagt der Regisseur.

Aufwendiges Bühnenbild

Wie bei jeder Produktion haben sich die Verantwortlichen auch heuer für ein grossartiges Bühnenbild ins Zeug gelegt. Aus mehr als einer Tonne Holz entstand ein goldener Käse. Die Besitzer der Scheune, in der gespielt wird, haben diese umgebaut. Das Dach wurde aus Sicherheitsgründen komplett erneuert. «Es ist ein spezieller Ort, wir freuen uns, dort zu spielen», sagt Andrea Gubler, die zusammen mit Elsbeth Schumacher Produktionsleiterin und Regieassistentin ist.

14. Juni bis 6. Juli, täglich um 20.30 Uhr, ausser sonntags und montags. Scheune, Unter Altschloss 1 (Nähe Burgruine), Richterswil. Infos und Tickets: 043 844 43 42 oder unter: www.tgr.ch.

Erstellt: 31.05.2019, 14:32 Uhr

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