Horgen

Eine Parteilose mischt in Horgen den Wahlkampf auf

Den beiden bisherigen Kandidatinnen für das Horgner Schulpräsidium erwächst neue Konkurrenz. Die parteilose Carla Loretz tritt im zweiten Wahlgang ebenfalls für dieses Amt an. GLP und FDP kommt diese Kandidatur nicht gelegen.

In Horgen muss das Schulpräsidium neu besetzt werden. Am 10. Juni kommt es zum zweiten wahlgang. Nun steigt mit Carla Loretz eine dritte Kandidatin ins Rennen ein. Im Bild: Die Schulhaus Wührenbach in Horgenberg.

In Horgen muss das Schulpräsidium neu besetzt werden. Am 10. Juni kommt es zum zweiten wahlgang. Nun steigt mit Carla Loretz eine dritte Kandidatin ins Rennen ein. Im Bild: Die Schulhaus Wührenbach in Horgenberg. Bild: Archiv ZSZ

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Die Ausgangslage bei der Wahl der Schulpräsidentin in Horgen hat sich gut drei Wochen vor den Wahlen geändert: «Ich kandidiere im zweiten Wahlgang für das Schulpräsidium», sagt die parteilose Carla Loretz (39). Sie ist beim ersten Wahlgang vom 15. April als bisherige Schulpflegerin angetreten und mit dem besten Resultat aller Kandidierenden wiedergewählt worden. Für das Schulpräsidium aspirierte sie damals nicht.

Zwei Faktoren haben sie bewogen, sich für die Wahl am 10. Juni doch als Präsidentin zu bewerben. Einerseits das gute Wahlresultat. Sie erhielt fast 400 Stimmen mehr als die Zweitplatzierte. «Viele Personen haben mich zu einer Kandidatur für das Präsidium ermuntert», sagt sie. Andererseits habe die Schulpflege dieses Jahr über die strategische Neuausrichtung der Schulpflege beraten. Vor diesem Hintergrund sei sie zur Überzeugung gelangt, «dass mein Gestaltungswille über das Amt der Schulpflegerin hinaus geht». Als Präsidentin könne sie mehr Einfluss ausüben auf die künftige Ausrichtung der Schulpflege und damit auch der Schule. So würde sie beispielsweise die Schulpflege partizipativer führen als es bis anhin der Fall sei und Schulleitungen oder Eltern stärker einbeziehen.

Im Dorf verankert

Das Wissen um die Unterstützung ihrer Familie und ihres Arbeitgebers hätten schliesslich den Entscheid gestützt, sagt sie. Die Soziologin Carla Loretz arbeitet bei der Pädagogischen Hoschule Zürich als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Evaluationsstelle. Sie könne im Falle einer Wahl das Pensum reduzieren und ihre Arbeitszeit flexibel gestalten.

Sie vermute, dass ihre berufliche Erfahrung wohl zum guten Wahlresultat beigetragen habe, sagt die Kandidatin. Ein wichtiger Punkt sei aber ihre gute Verankerung im Dorf. Sie ist in Horgen aufgewachsen, engagiert sich in verschiedenen Vereinen und auch ihre Familie ist im Dorf bekannt.

Carla Loretz ist parteilos. Sie orte sich politisch Mitte-links. Vor einem Jahr, als sie in einer Ersatzwahl in die Schulpflege gewählt wurde, unterstützten SP und CVP sie offiziell. Noch ist offen, ob die beiden Ortsparteien ihr wieder Rückhalt geben. Sie sei im Gespräch mit den beiden Parteien.

FDP will verteidigen

Mit Loretz’ Kandidatur ändert sich die Ausgangslage entscheidend. Nathalie Böttinger will für die FDP das Schulpräsidium verteidigen. Für die GLP tritt Christa Stünzi an. Beide Kandidatinnen sind am 15. April neu in die Schulpflege gewählt worden, haben in der Wahl ums Präsidium das absolute Mehr aber nicht erreicht. Die SVP-Kandidatin Karin Mari-Lutz schaffte den Sprung in die Schulpflege nicht und kann deshalb nicht mehr antreten.

Die SVP hat für den zweiten Wahlgang nun Stimmfreigabe beschlossen. «Wir bedauern diesen Entscheid», sagt FDP-Präsident Daniel Bader. Er sei aber zuversichtlich, dass Nathalie Böttinger auch Stimmen ausserhalb des bürgerlichen Lagers finden werde. Für die Wählerinnen und Wähler sei wichtig zu wissen, dass die Schulpräsidentin Einsitz im Gemeinderat nehme, was auch sachpolitische Auswirkungen habe. Die FDP sehe es nicht als im Interesse der Bürger, wenn zwei Parteilose im Gemeinderat sässen, deren politische Grundhaltung schwierig einzuschätzen sei.

GLP bedauert

Dass auch die GLP über die Kandidatur von Carla Lortez nicht erfreut ist, daraus macht Markus Uhlmann, Parteipräsident und neu gewählter Gemeinderat, keinen Hehl. «Man kann vermuten dass dies unserer Kandidatin Christa Stünzi nicht hilft», sagt er. Dies sei bedauerlich, spüre er doch bei vielen Eltern und Lehrpersonen einen Wunsch nach Veränderungen in der Schule. Er bezweifle, dass eine FDP-Präsidentin diese herbeiführen würde. Die Chancen für den angestrebten Wechsel würden nun geschwächt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.05.2018, 16:13 Uhr

Carla Loretz, Parteilos

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