Au

Ein Wohlfühlcampus für Gymischüler

Im August 2020 startet die Kantonsschule Zimmerberg. Der provisorische Gymi-Standort ist abgelegen. Gerade deshalb soll die neue Schule besonders attraktiv gestaltet werden.

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Keine Schulbänke, keine Wandtafeln, nichts. In den allermeisten Räumen und Gängen des Gewerbegebäudes an der Steinacherstrasse 101 in der Au herrscht noch gähnende Leere. Spätestens am 17. August 2020 aber kehrt hier, wo bis letztes Jahr die Firma Von Roll beheimatet war, so richtig Leben ein. Dann startet der Schulbetrieb des Lang- und Kurzzeitgymnasiums Zimmerberg. Angeboten werden vier verschiedene Profile.

Bevor die Schule im Au-Park einen Neubau als Zuhause erhalten wird, dient das Von-Roll-Gebäude als mehrjähriges Provisorium. Am Donnerstag luden die Verantwortlichen die Medien dort zu einem Infoanlass ein, um über den Projektstand zu orientieren.

Sportplatz am Waldrand

Damit sich das dreigeschossige, u-förmige Bürogebäude mit der markanten Glasfront in eine Schule verwandelt, werde ab nächstem August gebaut. Im Parterre entstehen Physik- und Chemielabore sowie Musikzimmer. Ein Saal in der Hausmitte wird als Aula dienen, in der rund 120 Personen Platz finden. Und ein anderer grösserer Raum, wo zurzeit noch ein mit Marmor eingekleidetes Cheminée eingebaut ist, wird zur Mensa umfunktioniert. Am Waldrand hinter dem Haus entsteht ausserdem ein Hardplatz für den Sportunterricht. Eine Turnhalle gibt es nicht. Doch man sei im Gespräch mit der Stadt Wädenswil zur Nutzung einer ihrer Turnhallen, sagt Hans Jörg Höhener, stellvertretender Chef des kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamts.

Zuständig für den Aufbau der neuen Kantonsschule ist Projektleiter Urs Bamert, der dieselbe Aufgabe schon beim neuen Gymi Uetikon innehatte. «Das Gymi Zimmerberg soll eine Art Campus werden», sagt Bamert und ergänzt: «Eine moderne Schule, wo sich die Schüler wohlfühlen». Dazu beitragen solle zum einen die Einrichtung. Beispielsweise würden die Bücher und andere Artikel der Mediothek nicht nur in der Mediothek selber verfügbar sein, sondern auch in den Gängen und anderen Aufenthaltsbereichen. Das gebe es sonst an fast keiner Kantonsschule. Zudem wolle man mit einer «betreuten Aufgabenstunde» ideale Bedingungen schaffen, dass die Schüler vor Ort Hausaufgaben lösen können. Auch einen grosszügigen Fitnessraum werde es geben. Mit all dem entstehe ein «attraktives Rundum-Package», sagt Höhener. In die Ausstattung – vom Mikroskop bis zum Musikinstrument – investiere der Kanton einen hohen sechsstelligen Betrag. Die baulichen Massnahmen werden hingegen hauptsächlich von der Gebäudeeigentümerin übernommen.

«Sie sprühen vor Energie»

Ein Nachteil des Gymi-Provisoriums ist dessen dezentraler Standort im Gewerbegebiet Moosacher, direkt neben der Fischer Bettwaren AG. Nur zweimal pro Stunde hält hier ein Bus. Vom Bahnhof Wädenswil dauert die Fahrt sieben Minuten. Auch deshalb sagt Urs Bamert: «Die Schule braucht eine gewisse Attraktivität.» Erreicht werden soll diese auch auf kultureller und pädagogischer Ebene. So werden seit Kurzem ein Leitbild, Lehrpläne und detaillierte Fachrichtlinien ausgearbeitet. Gemacht wird dies hauptsächlich von den 17 Lehrpersonen, die seit Mitte März Teilzeit angestellt sind. Bamert betont, sie alle seien «sehr gute Lehrer, haben jahrelange Erfahrung und sprühen vor Energie». Die Grundlagenarbeit, die sie nun verrichten, werde zur Unterrichtsqualität beitragen.

Wie im Falle des Gymnasiums Uetikon werden auch die Lehrer der Kantonsschule Zimmerberg weiterhin hautpsächlich an ihren angestammten Schulen unterrichten. Ihr Pensum wäre sonst zu klein. Dieses Konzept der «Lehrer-Ausleihe» bewähre sich. Dennoch sei das Ziel, dass die Lehrpersonen eine möglichst hohe Präsenzzeit im Gymi in der Au haben. Dies stärke das «Wir-Gefühl» und unterstütze den Campus-Charakter. Zur frühzeitigen Vertrauensbildung haben die Verantwortlichen bereits eine Website der Schule aufgeschaltet, auf der die Lehrpersonen vorgestellt werden. Noch unklar ist, wer zum Schulrektor ernannt wird. Nachdem die Bewerbungsfrist nun vorüber ist, falle der Entscheid in den nächsten Wochen, sagt Hans Jörg Höhener. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.04.2019, 20:46 Uhr

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