Öffentlicher Verkehr

Ein Tunnel und mehr Verbindungen

Die Zürichseeregion kommt beim geplanten Ausbauschritt 2035 gut weg. Sowohl das rechte wie auch das linke Zürichseeufer profitieren von den am Freitag vorgestellten Plänen des Bundesrates.

11,5 Milliarden werden bis 2035 ins Bahnnetz investiert: Für das linke Zürichseeufer ist dabei eine Verlängerung des bestehenden Basistunnels (im Bild) zwischen Zürich und Thalwil vorgesehen. Der Zimmerberg-Basistunnel II soll wenige Hundert Meter vor Thalwil im heutigen Tunnel abzweigen und bis nach Baar führen.

11,5 Milliarden werden bis 2035 ins Bahnnetz investiert: Für das linke Zürichseeufer ist dabei eine Verlängerung des bestehenden Basistunnels (im Bild) zwischen Zürich und Thalwil vorgesehen. Der Zimmerberg-Basistunnel II soll wenige Hundert Meter vor Thalwil im heutigen Tunnel abzweigen und bis nach Baar führen. Bild: Archiv Sabine Rock

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Der Bundesrat will das Bahnnetz bis 2035 für 11,5 Milliarden Franken ausbauen. Damit soll das Angebot auf stark überlasteten Strecken verbessert werden.Engpässe gibt es auch in der Zürichseeregion. Der Bundesrat hat diese erkannt und will sie beheben – so ist jedenfalls die Vernehmlassung zu interpretieren, die er am Freitag vorgestellt hat. In der Region sollen bis 2035 folgende Grossprojekte angegangen und umgesetzt werden.

Zimmerberg-Basistunnel II wird gebaut

Vorgesehen ist eine Verlängerung des bestehenden Basistunnels zwischen Zürich und Thalwil. Der Zimmerberg-Basistunnel II soll wenige Hundert Meter vor Thalwil im heutigen Tunnel abzweigen und bis nach Baar führen. Er wird gemäss früheren Berechnungen mehr als eine Milliarde Franken kosten. Die Strecke zwischen Zürich und Baar ist seit Jahren ein Politikum. 2006 wurde der bereits begonnene Bau des Tunnels zwischen Thalwil und Baar aus Kostengründen gestoppt und später auch aus dem Ausbauschritt 2025 des Bundes gestrichen. Zwischen Thalwil und Baar müssen sich die Züge deshalb immer noch durch zwei einspurige Tunnels schlängeln, was immer wieder zu Problemen führt.

Dass der Zimmerberg-Basistunnel II realisiert werden soll, ist für Richard Gautschi eine positive Nachricht. Er ist Thalwiler Bauvorstand (parteilos) und Präsident der Regionalen Verkehrskonferenz. «Die Gemeinde Thalwil hat sich frühzeitig stark gemacht für den zweiten Teil des Zimmerberg-Tunnels. Wir und die ganze Region begrüssen, dass er realisiert wird», sagt Gautschi. Wichtig ist ihm aber, dass auch in Zukunft eine angemessene Zahl der Schnellverbindungen in Thalwil stoppen wird – und die Schnellzüge nicht einfach unterirdisch an Thalwil vorbeibrausen: «Thalwil ist für die ganze Region ein wichtiger Bahnhof.»

Zwischen Zürich, Zug und Luzern könnte das Angebot mit dem neuen Tunnel verdichtet und zwischen Zürich und Zug die Fahrzeit reduziert werden. Zwischen Zürich und Zug wären zwei zusätzliche Zugpaare pro Stunde möglich.

Noch mehr Züge ins Sihltal

Die S4 zwischen Zürich Hauptbahnhof und Adliswil soll in Zukunft in der Hauptverkehrszeit in einem 7,5-Minuten-Takt verkehren. Diese Information ist nicht neu. Bereits vor einem Jahr hatte die Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU) angetönt, dass der Fahrplan verdichtet werden soll. Im Strategiebericht 2020-2023 ist vorgesehen, dass es im Bereich der SZU zu einem Ausbau kommt. Grund ist die überdurchschnittlich starke Siedlungs- und Arbeitsplatzentwicklung im Sihltal.

Der Bund will gleichzeitig im Zürcher Hauptbahnhof die SZU-Station mit mehreren Kleinmassnahmen wie Perronerhöhungen, einem Umbau des Perronzugangs Ost sowie einer generellen Umgestaltung des Bahnhofs modernisieren.

Viertelstundentakt am rechten Ufer

Häufigere Verbindungen soll es auch am rechten Zürichseeufer geben. Möglich machen wird dies der Ausbau beim Bahnhof Zürich-Stadelhofen, der im Ausbauschritt 2035 vorgesehen ist. Die Züge auf der Linie Zürich HB-Stadelhofen-Zollikon-Meilen sollen künftig im Viertelstundentakt verkehren.

Sinnigerweise haben erst vor wenigen Tagen die Bezirksgemeinden in einer konzertierten Aktion die Stände- und Nationalräte aus dem Bezirk Meilen schriftlich aufgefordert, sich für einen Doppelspurausbau starkzumachen. Kantonsrat Thomas Forrer (Grüne, Erlenbach) wertet den Entscheid als erfreuliches Zeichen: «Wir brauchen die Doppelspur, wir brauchen den Viertelstundentakt. Jetzt liegt es am Zürcher Regierungsrat, dass er sich beim Bund weiterhin für die Interessen des Kantons Zürich stark macht».

Eine erste Entlastung ergibt sich mit mit dem Wendegleis in Feldmeilen und der Linie S20, die ab 2019 zwischen Stäfa und Zürich morgens viermal und abends dreimal fahren wird.

Ausbau zwischen Wädenswil und Einsiedeln

Die SOB soll zwischen Wädenswil und Einsiedeln im regelmässigen Halbstundentakt verkehren. Dies erfordert die schon länger thematisierte Doppelspur zwischen Schindellegi, Feusisberg und Biberbrugg, wie Florence Pictet vom Bundesamt für Verkehr (BAV) auf Anfrage erklärt. Der Bundesrat unterstützt also diesen Ausbau. Dadurch wären auch bessere Anschlüsse möglich, etwa aus Wädenswil ins Tessin.

Im Ausbauprogramm erwähnt ist zudem der Ausbau des Bahnhofs Wädenswil. Er soll neu konzeptioniert werden mit Aussenperrons, barrierefreien Perronzugängen und einer Anpassung der Personenunterführung. Genauere Informationen dazu gab das BAV am Freitag nicht bekannt.

Erstellt: 29.09.2017, 16:39 Uhr

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