Wädenswil

Ein Blick hinter die moderne Fassade des neu eröffneten Wohnzentrums Fuhr

Am Samstag ist das Wädenswiler Senioren-Wohnzentrum Fuhr in seiner neuen Gestalt offiziell eröffnet worden. Damit hat eine längere und herausfordernde Planungs- und Bauphase ihren Abschluss gefunden.

Das rote Band durften an der Eröffnungsfeier des Wohnzentrums Fuhr Erich Schärer, Peter Brändli, Ernst Stocker und Philipp Kutter (von links) durchschneiden.

Das rote Band durften an der Eröffnungsfeier des Wohnzentrums Fuhr Erich Schärer, Peter Brändli, Ernst Stocker und Philipp Kutter (von links) durchschneiden. Bild: Moritz Hager

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Wenige Worte sind erst gesagt – und schon sorgen sie für Zwischenrufe und lautes Gemurmel. «Fuhr!», tönt es aus den Reihen, «nicht Frohmatt.» Tatsächlich hat Regierungsrat Ernst Stocker flugs die beiden Wädenswiler Altersinstitutionen miteinander verwechselt. Das Wohnzentrum Fuhr ist es freilich, in dem der SVP-Politiker am Samstagvormittag eben zur Festrede angesetzt hat. Dass in und um das Gebäude gefeiert wird, ist denn auch unübersehbar. Ein Festzelt, bunte Ballone sowie geschäftig umhereilendes Personal sprechen eine deutliche Sprache. Allem voran aber tun dies die vielen Leute: Sie drängen sich zwischen Stühlen, in Räumen und in Gängen, noch bevor der Anlass überhaupt richtig begonnen hat.

Es ist dies die offizielle Eröffnung des um- und ausgebauten Wohnzentrums. Mit dem Auftritt Stockers ist sie in vollem Gange. Dieser lässt sich von seinem Versprecher indes nicht aus der Ruhe bringen. Und fährt fort mit seiner Lobrede: auf das neue Aussehen der Fuhr. Auf die Beteiligten, die die Bauarbeiten ermöglicht hätten – bei laufendem Betrieb.

Von Verein geführt

Noch wichtiger, sagt er, als schöne Zimmer, neue Räume und moderne Infrastruktur sei aber: «Verständnis für die Bewohner, Wertschätzung, Wärme.» Damit schlägt er – dessen Eltern im Fuhr wohnen – den Bogen zu allgemeinen Werten. «Eine Gesellschaft misst sich am Umgang mit den Älteren.»

Da passt es, dass Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) in seiner Rede erklärt: «Der Stadtrat macht sich viele Gedanken über Betreuung und Wohnformen von Betagten.» Am Wohnzentrum Fuhr allerdings beteiligt sich die Stadt finanziell nur so weit, wie es die gesetzlich vorgeschriebenen Pflegebeiträge verlangen: Es wird ansonsten von einem Verein betrieben. «Die private Initiative macht eine gute Arbeit», sagt Kutter zu der sich rhetorisch selber gestellten Frage, ob es nicht Aufgabe des Staates wäre, Angebote wie das Fuhr selber zu führen. Für den symbolischen Vollzug der Eröffnung – das Durchschneiden des roten Bandes – greifen sodann nicht nur die beiden Politiker zur Schere, sondern auch Zentrumsleiter Peter Brändli und Vereinspräsident Erich Schärer.

Doch freilich sind die Anwesenden nicht nur der Reden wegen auf die Fuhr gekommen. Sie wollen wissen, wie es hinter den modernen Fassaden des Anbaus aussieht.

Neue Zimmer vermietet

Das Interesse an den geführten Rundgängen sorgt schnell für Engpässe und verlangt geduldiges Anstehen. Es wird dann mit einer beeindruckenden Aussicht über Wädenswil, den See bis hin zu den Voralpen belohnt – dem Blick, wie er sich von der Terrasse des Neubaus präsentiert. Oder etwa von der Cafeteria, dem Andachtsraum oder den vier neuen Zimmern. Letztere sind für Menschen mit Demenz geschaffen worden. Im entsprechend vor dem Weglaufen gesicherten Gebäudeteil fällt der Übergang vom alten zum neuen Hausteil deutlich auf. Die frühere Aussenfassade ist nun zu einer stilvollen Innenwand geworden.

Der Blick von der Dachterrasse. Foto: Moritz Hager

Anerkennende Mienen lassen sich unter den Teilnehmern des Rundgangs auch im Estrich des Altbaus ausmachen: Dort sind fünf neue Zimmer eingebaut worden, die mit Sichtbalken und dem hohen Dachraum denn auch einen eigenen Charme haben. Alle neuen Zimmer sind bereits vermietet.

Gut eindreiviertel Jahre haben die Bauarbeiten gedauert. Ungleich länger – seit 2012 – die Planungsphase. «Die grosse Herausforderung war die Weiterführung des Betriebes bei diesem grossen Eingriff in das Gebäude», sagt Vereinspräsident Schärer in der Ansprache. Finanziell schlägt die Erweiterung des Platzangebotes mit rund zwölf Millionen Franken zu Buche. 3,5 Millionen stammen aus der nun aufgelösten Stiftung Wädi-Care, der Rest aus Eigenkapital des Vereins und aus Hypotheken.

Erstellt: 30.06.2019, 18:27 Uhr

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