Langnau

Die schwierige Finanzlage bestimmt den Langnauer Wahlkampf

Die neun Kandidatinnen und Kandidaten, die am 4. März für den Langnauer Gemeinderat antreten, trafen sich am Mittwoch zu einer Podiumsdiskussion. Alle wollen sie die Finanzlage verbessern - die Rezepte dafür blieben aber vage.

Die neuen Kandidaten für den Gemeinderat stellten sich am Mittwochabend dem Langnauer Publikum vor.

Die neuen Kandidaten für den Gemeinderat stellten sich am Mittwochabend dem Langnauer Publikum vor. Bild: Michael Trost

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Damit die schiefe Finanzlage in Langnau mittelfristig stabilisiert werden kann, braucht es neue Impulse. Darin waren sich am Mittwochabend an der Podiumsdiskussion zu den kommenden Erneuerungswahlen am 4. März alle Kandidaten einig. Rund 130 Langnauerinnen und Langnauer verfolgten die Diskussion, welche vom lokalen Gewerbeverein organisiert und vom langjährigen Kantonsrat Arnold Suter (SVP) aus Kilchberg moderiert wurde. Nun war die Frage, wer die neuen Lösungen künftig im Gemeinderat optimal einbringen und umsetzen könnte.

Neun Kandidaten kämpfen um die sieben Sitze. Dabei treten Patrick Grassler (SVP), Martin Horber (GLP), Fabrizio Würmli (parteilos) und Beat Husi (CVP) zum ersten Mal für den Gemeinderat an. Ergänzt wird die Liste der Wählbaren durch die amtierenden Gemeinderäte Reto Grau (FDP), Virgil Keller (FDP), Lorenz Rey (SP), Rolf Schatz (GLP) und Schulpräsidentin Dora Murer (parteilos), die ebenfalls im Gemeinderat einsitzt. Fürs Präsidium kandidieren Reto Grau und Beat Husi.

Mehr Gewerbe

Husi und Grau waren es denn auch, die von Moderator Suter die meiste Redezeit erhielten. Ein Patentrezept, wie man mit neuen Impulsen gegen die schiefe Finanzlage ankämpfen kann, hatten aber beide nicht dabei an diesem Abend. «Ich will versuchen, mehr Gewerbe nach Langnau zu locken», sagte der amtierende Finanzvorstand Reto Grau. Potente Firmen würden mehr Steuergelder in die Kasse spülen. Zudem müsse man die gebundenen Kosten reduzieren.

Beat Husi unterstützte diese Ideen und wies darauf hin, dass die Gemeinde bei der anstehenden Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO) einen Spielraum habe, um die Gemeinde attraktiver zu machen.

Keine Ressourcen

Weder Beat Husi noch Reto Grau wollen bei der Revision aber überstürzt handeln. Der Kanton schreibt den Gemeinden eine Erneuerung bis 2025 vor. Insbesondere Grau betonte, dass die Gemeinde Langnau mit der Revision zuwarten könne, bis eine grössere Gemeinde in der Umgebung die Arbeit auf sich genommen habe. So könne man deren Erfahrungen für die eigene Umsetzung nutzen und Fehler vermeiden.

Dieser Meinung war auch Virgil Keller. Er betonte: «Wir haben in der Verwaltung gar nicht genügend Personal und Ressourcen, um eine solche Revision von Grund auf zu erarbeiten.» Patrick Grassler, der bislang noch keine Exekutiverfahrung hat, ist bei diesem Thema ungeduldiger. «Wir sollten die Revision der Bau- und Zonenordnung sofort in Angriff nehmen», sagte er. «So könnten wir sofort bessere Bedingungen schaffen, was sich positiv auf die Standortattraktivität auswirkt.»

Synergien nutzen

Auch Martin Horber und Fabrizio Würmli sehen das Thema Finanzen als Schwerpunkt für die kommende Legislaturperiode. Horber hat sich bei einer Wahl selber zum Ziel gesetzt, 5 Prozent der Kosten – was rund eine Million Franken ausmacht – einzusparen. Wo genau er den Rotstift ansetzen will, konnte er aber nicht sagen. Einzig: «Die gebundenen Ausgaben von 84 Prozent müssen wir weiter herunterfahren.» Fabrizio Würmli auf der anderen Seite sieht die Gemeinde künftig als Immobilienmaklerin. «Man könnte Gebäude bauen und diese weiter vermieten», sagte er. Das würde zwar zuerst noch mehr Kosten verursachen, könnte danach aber regelmässige Erträge bringen.

Sparen und das lokale Gewerbe unterstützen, das wollen auch die bisherigen Gemeinderäte Lorenz Rey und Rolf Schatz. Letzterer setzt auf Synergien mit anderen Gemeinden wie Adliswil. «Wenn wir Produkte zusammen einkaufen und dadurch die Menge erhöhen können, sinkt der Stückpreis.» Für Lorenz Rey ist wichtig, dass der Steuerfuss und mit ihm auch die Gemeinde attraktiv bleiben.

Bei Schulpräsidentin Dora Murer bohrte Moderator Arnold Suter naturgemäss bei Bildungsthemen nach. Diese liess sich aber nicht aufs Glatteis führen und befand, dass eine Tagesschule genauso seine Vorteile habe wie ein Hort. Schliesslich müsse man den Weg gehen, der in der Bevölkerung mehr Akzeptanz finde. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.02.2018, 16:56 Uhr

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