Wahlen

Die SVP Bezirk Horgen kommt mit einem blauen Auge davon

Trotz deutlichem Stimmenverlust konnte die SVP im Bezirk Horgen ihre vier Sitze verteidigen. Für eine Überraschung gesorgt hat die Wädenswilerin Sandy Bossert.

Trotz starkem Stimmenrückgang konnte die SVP des Bezirks Horgen ihre vier Sitze im Kantonsrat verteidigen. Von links: Marcel Suter (Thalwil, bisher), Sandy Bossert (Wädenswil, neu), Urs Waser (Langnau, bisher) und Christina Zurfluh (Wädenswil, bisher).

Trotz starkem Stimmenrückgang konnte die SVP des Bezirks Horgen ihre vier Sitze im Kantonsrat verteidigen. Von links: Marcel Suter (Thalwil, bisher), Sandy Bossert (Wädenswil, neu), Urs Waser (Langnau, bisher) und Christina Zurfluh (Wädenswil, bisher). Bild: Manuela Matt

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Die SVP des Bezirks Horgen hat bei den Kantonsratswahlen am Sonntag deutlich an Stimmen verloren. Sie ist zwar noch immer die stärkste Partei am linken Zürichsee-Ufer, büsste mit einem Wähleranteil von 24,07 Prozent jedoch gegenüber den letzten Wahlen 5,43 Prozentpunkte ein.

Die Ursache für den markanten Rückgang ist für den wiedergewählten Kantonsrat und SVP Bezirkspräsident Marcel Suter noch nicht restlos geklärt. Am fehlenden Engagement habe es aber nicht gelegen: «Wir haben einen aktiven Wahlkampf geführt und waren sehr präsent.» Die in den letzten Monaten aufgekommene Klimabewegung sei ebenfalls nicht der ausschlaggebende Grund für den Wählerrückgang gewesen, glaubt Suter. «Die Wähler der SVP machen nicht so schnell eine 180-Grad-Wende und wählen plötzlich die Grünen.» Dass einige der Stimmen an die Grünliberalen gegangen sind, die als klare Sieger aus dem Wahlkampf hervorgehen, sei jedoch gut möglich. Um das Stimmverhalten genauer verstehen zu können, brauche es aber eine genauere Analyse, sagt er.

Vier Kandidaten überholt

«Mit dem Ausgang der Wahlen bin ich generell nicht zufrieden», sagt Marcel Suter. Trotz des Wählerverlusts kommt die Bezirkspartei aber mit einem blauen Auge davon. Denn obwohl die SVP kantonsweit neun Sitze verliert, kann die Bezirkssektion ihre vier Sitze behalten.

Gewählt wurden die drei bisherigen Kantonsräte Urs Waser, Langnau, Marcel Suter, Thalwil und Christina Zurfluh, Wädenswil. Für den aus altersgründen nicht mehr angetretenen Armin Steinmann rückt die Wädenswilerin Sandy Bossert nach. Sie ging für die SVP auf dem achten Listenplatz ins Rennen. Dass sie gleich vier ihrer Parteikollegen den Rang ablaufen konnte, ist überraschend. «Ich habe nicht damit gerechnet und freue mich sehr über das Resultat», sagt sie. Als möglichen Grund für ihre überraschende Wahl gibt sie ihren Bekanntheitsgrad an. «Ich bin in Wädenswil und der Umgebung sehr verwurzelt.» Auf dem Listenplatz vier und somit Spitzenkandidatin der Neuen wäre Margrit Haller aus Kilchberg gewesen. Sie fiel auf den siebten Platz zurück. «Ich wäre gerne Kantonsrätin geworden, gönne den Gewählten ihren Sieg aber», sagt sie. «Ich bin froh, dass die SVP dank des Wahlkampfs aller 15 Kandidaten, ihren vierten Sitz im Bezirk Horgen verteidigen konnte.»

Bossert will sich im Kantonsrat nun für die produzierende Landwirtschaft und eine bessere Bildung einsetzen. Die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder ist Landwirtin und sitzt bereits im Gemeinderat von Wädenswil. Dass ihr das zusätzliche Amt als Kantonsrätin zuviel wird, glaubt sie nicht. «Ich habe einen guten Mann an meiner Seite, der mich unterstützt.»

FDP hat Ziel nicht erreicht

Nicht nur die SVP hat an Wähleranteil verloren. Das gesetzte Ziel knapp verfehlt hat auch die FDP. Sie wollte einen vierten Sitz im Kantonsrat ergattern. Gewählt wurden lediglich die drei Bisherigen Astrid Furrer, Wädenswil, Hans-Peter Brunner, Horgen und Fabian Müller, Rüschlikon.

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Die zweitstärkste Partei im Bezirk hat rund einen halben Prozentpunkt am Wähleranteil verloren. «Für die FDP war es grundsätzlich kein guter Tag. Im Bezirk sind wir auf unser Resultat aber stolz», sagt Bezirksparteipräsident Mario Senn, der auf dem ersten Ersatzplatz landete. Ein halbes Prozent liege stets im Bereich der statistischen Unschärfe und könne vor allem im Vergleich zum kantonalen Ergebnis als gutes Resultat angesehen werden. Letztlich liege es auch am Wahlsystem: «Im Jahr 2007 hatten wir mit dem selben Wähleranteil vier Sitze erhalten.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 24.03.2019, 21:37 Uhr

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