Bevölkerungszahlen

Die Dörfer wachsen, die Städte schrumpfen

Der Kanton Zürich zählt nun über 1.5 Millionen Bewohner. Die meisten Gemeinden in den Bezirken Horgen und Meilen verzeichnen einen Zuwachs. Nur die Städte Adliswil und Wädenswil verlieren Bewohner.

Je mehr in der Region gebaut wird, desto grösser wird auch der Bevölkerungszuwachs.

Je mehr in der Region gebaut wird, desto grösser wird auch der Bevölkerungszuwachs. Bild: Patrick Gutenberg

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Die Grenze von 1.5 Millionen wurde geknackt. Genau 1'516'800 Personen leben nämlich heute im Kanton Zürich. Das sind 18'200 Leute mehr als noch im Jahr 2017. Am meisten zugelegt haben das Knonaueramt und die Stadt Zürich. Angestiegen ist die Bevölkerung auch in den Regionen Zimmerberg und Pfannenstiel. Während das rechte Ufer einen Zuwachs von 1.2 Prozent verzeichnet, liegt der Zuwachs am linken Seeufer bei 0.7 Prozent.

Ausserordentliches Wachstum

Regionaler Spitzenreiter in Sachen Wachstum ist die Gemeinde Kilchberg. 381 Kilchberger mehr gibt es 2018 im Vergleich zum Vorjahr. Grund dafür könnten neue Überbauungen und das attraktive Steuerniveau sein. Auch das andere Steuerparadies am See, Rüschlikon, konnte seine Wachstumsrate nochmals ausbauen. Waren es im vergangenen Jahr noch 1.9 Prozent, sind es 2018 ganze 3.4 Prozent. Somit wohnen heuer 6028 Rüschliker am Zürichsee.

Im Bezirk Meilen wird der grösste Aufwärtstrend in Zumikon registriert. Die Bevölkerung ist um 2.9 Prozent auf 5266 Einwohner angestiegen. «Der Grund für den überdurchschnittlichen Anstieg ist schnell gefunden», sagt Thomas Kauflin, der Gemeindeschreiber von Zumikon. Seit dem Frühjahr 2018 habe nämlich der Bezug der Überbauung Ankenbüel begonnen.

Das Ankenbüel ist eine der grössten Überbauungen in der Geschichte Zumikons. 123 Wohnungen wurden neu gebaut. Diese locken viele Neuzuzüger an. «Da wir in Zumikon seit längerem mit der Überalterung zu kämpfen haben, hoffen wir, dass sich auch junge Leute durch das Projekt angesprochen fühlen», sagt Kauflin. Ob das bisher gelungen sei, und sich die Altersstruktur tatsächlich verändert hat, kann er jedoch noch nicht sagen, da die Zahlen noch nicht vorliegen.

Da noch nicht alle Wohnungen bezogen sind, rechnet Kauflin aber damit, dass die Gemeinde auch 2019 nochmals einen ausserordentlichen Bevölkerungszuwachs verzeichnen wird. «Danach wird sich der Aufwärtstrend wohl wieder bei rund einem Prozent einpendeln», sagt der Gemeindeschreiber. Ein Wachstum in dieser Grossenordnung komme dann grossmehrheitlich durch verdichtetes Bauen zustande.

Abwärtstrend auf niedrigem Niveau

Einen Bevölkerungsrückgang verzeichnen in der Region nur die beiden Städte Adliswil und Wädenswil. Genau 50 Bewohner weniger als noch 2017 zählt Adliswil Ende 2018. Die Gemeinde im Sihltal verbucht somit erstmals seit 2013 wieder einen Rückgang der Einwohnerzahl. Der Wachstumstumsschub um rund 2000 Einwohner, welcher seit 2011 stattgefunden hat, scheint langsam abzuflachen.

Auch Wädenswil verzeichnet einen Rückgang: Um 0.5 Prozent wenn man die Gemeinden Hütten und Schönenberg dazurechnet, Wädenswil allein sogar um 0.6 Prozent. Insgesamt verliert die Grossgemeinde im Vergleich zum Vorjahr rund 130 Anwohner. Dass die Querelen um die Fusion für den Abwärtstrend verantwortlich sind, glaubt Philipp Kutter (CVP), Nationalrat und Wädenswils Stadtpräsident jedoch nicht. Viel eher sieht auch er den Grund für die Bevölkerungsveränderung in den Bautätigkeiten der Gemeinde. «Aufgrund der Neugestaltung der Siedlung Hangenmoos müssen 240 Wohnungen abgerissen werden», sagt Philipp Kutter.

Visualisierung des Bevölkerungswachstums

Die Wohnungen wurden bereits geräumt. Nicht alle der Bewohner hätten eine Anschlusslösung in Wädenswil gesucht oder gefunden, was die Abwanderung erkläre. Der aktuelle Abwärtstrend beunruhige ihn daher nicht, sagt Kutter. «Ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Jahren wieder wie in der Vergangenheit ein moderates Wachstum von rund einem Prozent verzeichnen werden.»

Bezüglich der Berggemeinden befürchtet Kutter, dass die Stagnation zur Normalität wird. «Die Neubautätigkeit ist dort sehr gering», sagt der Stadtpräsident. «Ausserdem gibt es kaum neues Bauland und die Vorgaben aus der Raumplanung verunmöglichen es den Gemeinden praktisch, neues Bauland zu erschliessen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.02.2019, 18:42 Uhr

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