Adliswil

Der Umwelt zu Liebe will Adliswil künftig auf den Anbau von Chardonnay verzichten

Der Stadtrat will aktiv darüber informieren, wie schädliche Pflanzenschutzmittel aus den Gärten verbannt werden können. Gleichzeitig nimmt er auch den Adliswiler Hauswein unter die Lupe und wechselt die Rebsorte.

Eine Wümmet wird es am Lebernhügelweg in Adliswil auch in Zukunft geben – bloss mit einer anderen Rebsorte.

Eine Wümmet wird es am Lebernhügelweg in Adliswil auch in Zukunft geben – bloss mit einer anderen Rebsorte. Bild: Archiv ZSZ

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Die Adliswiler Gemeinderäte Marianne Oswald (Grüne), Stefan Neubert (GLP), Angelika Sulser (SP) und Anke Würl (CVP) sind besorgt, dass viele Hobbygärter in Adliswil Pflanzenschutzmittel unsachgemäss einsetzen. Die Politiker gelangten deshalb vor den Sommerferien mit einer Interpellation an den Stadtrat, damit die Exekutive die Hobbygärtner künftig aktiv über die biologische Gartenbewirtschaftung informiert.

In seiner Antwort befürwortet der Stadtrat nun das Anliegen. Die Förderung von ökologischer Bewirtschaftung sei seit geraumer Zeit ein wichtiger Punkt in der Agenda. So würden die stadteigenen Betriebe die eigenen Grundstücke und Grünflächen im Strassenraum ökologisch unterhalten.

Düngemittel würden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt nur sehr bewusst eingesetzt. Die Umstellung von mineralischen auf organischen Dünger bei Spiel- und Sportwiesen sei bereits eingeleitet. Und sogar im Weinberg der Stadt Adliswil – am Lebernhügelweg – sei die Umstellung von der bisherigen Weinsorte Chardonnay auf die Sorte Divona bereits teilweise erfolgt.

Die neue Rebsorte wurde von der Forschungsanstalt Agroscope entwickelt und ist resistent gegenüber Pilzkrankheiten. Damit werden für die Bewirtschaftung keine Pflanzenschutzmittel benötigt. Gedeiht die neue Sorte gut, soll künftig ganz auf den Anbau von Chardonnay verzichtet werden.

Kein Versand von Broschüren

Weiter schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf die Interpellation, dass die Stadt grossen Wert auf die Sensibilisierung der Bevölkerung lege. «Einerseits werden immer wieder Informationen beispielsweise im Stadtbrief zu Themen wie Neophyten angebracht, anderseits finden Veranstaltungen statt, welche beispielsweise der Ranger im Forstbetrieb durchführt», schreibt die Exekutive. Ebenso hätten Schulklassen die Möglichkeit, durch den Ranger in die Belange von Natur und Ökologie eingeführt zu werden.

Die Interpellanten hätten gerne gesehen, wenn der Stadtrat die Broschüre «Positivliste- Betriebsmittelliste für biologische Kleingärten» in alle Haushalte verschicken würde. Darin sind Angaben des Forschungsinstituts für biologischen Landbau zu empfohlenen Düngern, Erden, Pflanzenschutzmitteln und Nützlingen enthalten, welche sich zur biologischen Bewirtschaftung von Kleingärten eignen. Da es sich dabei aber um ein umfangreiches Dokument handle, das zudem gratis aus dem Internet heruntergeladen werden könne, will der Stadtrat stattdessen in einem der nächsten Stadtbriefe über die Broschüre informieren.

Vorgaben zu Düngemittel

Der Stadtrat weisst auch darauf hin, dass in den Pachtverträgen mit den Familiengartenvereinen festgehalten ist, dass dem Schutz der Umwelt besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist. Die einzelnen Familiengärten hätten in ihren Gartenordnungen darum weitergehende Vorgaben an ihre Mitglieder festgehalten.

So stehe beispielsweise in der Gartenordnung vom Familiengarten Vögeli, dass das Unkraut ausgejätet werden müsse. Die Verträge für die Kleingärten im Sihlhof, welche durch die Stadt Adliswil selber verpachtet werden, enthielten unter anderem die Vorgabe, dass zur Düngung und Bodenverbesserung nur Kompost, Pflanzenjauche, Gründüngung und für den biologischen Gartenbau zugelassene Düngemittel zu verwenden seien. Der Einsatz von chemisch-synthetischen Düngemitteln sei untersagt.

Trotz den bereits vorhandenen Regeln wird der Stadtrat zusammen mit den Familiengartenvereinen den Bedarf einer weiteren Verfeinerung der Vorgaben besprechen, wie er abschliessend in seiner Antwort an die Interpellanten schreibt.

Erstellt: 04.12.2019, 12:53 Uhr

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