Wädenswil

Der Seeplatz bleibt nächsten Winter eisfeldfrei

Im kommenden Winter werden die Wädenswiler ohne das Eisfeld auf dem Seeplatz auskommen müssen. Wie der Verein Eisbahn Wädenswil mitteilt, haben finanzielle und logistische Probleme zum Entscheid geführt.

Das Eisfeld auf dem Seeplatz gehört vorerst der Vergangenheit an. Der Verein Eisbahn Wädenswil legt im nächsten Winter eine Zwangspause ein.

Das Eisfeld auf dem Seeplatz gehört vorerst der Vergangenheit an. Der Verein Eisbahn Wädenswil legt im nächsten Winter eine Zwangspause ein. Bild: pd

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Seit 17 Jahren prägt sie jeden Winter den Wädenswiler Seeplatz: die mobile Eisbahn. Im kommenden Winter wird sie wohl fehlen. Wie der Verein Eisbahn Wädenswil mitteilt, habe man sich «schweren Herzens» entschlossen, im Winter 2018/19 eine Pause im Betrieb der Eisbahn einzulegen. «Es war eine sehr schwierige Entscheidung», sagt Vereinspräsident Sebastian Epp.

Erste dunkle Wolken hätten sich bereits im Mai mit dem Wegzug des Hockeyclubs Thunder abgezeichnet. «Damit haben wir auf einen Schlag 80 Prozent unserer regelmässigen freiwilligen Helfer verloren.» Die Hockeyaner hätten jeweils unentgeldlich beim Auf- und Abbau der Eisbahn geholfen und als Gegenleistung Eiszeit erhalten.

Teure Gleisüberquerung

Eine Finanzalyse der letzten acht Jahre habe zudem gezeigt, dass der Verein jährlich über 2' 000 Franken rückwärts machte. Derzeit verfüge der Verein noch über einen tiefen fünfstelligen Betrag an liquiden Mitteln. «In Zukunft kommen noch mehr Kosten auf uns zu», sagt Epp. Ein Grund dafür seien neue Vorgaben der SBB. Um die Eisbahn per Lastwagen auf den Seeplatz zu transportieren, müsse der Bahnübergang geöffnet werden. Neu verlange die SBB dabei die Anwesenheit einer speziell ausgebildeten, zu bezahlenden Person. Bisher hätte jeweils jemand von der Stadt die Aufsicht während des Transports übernommen.

Eine weitere Schwierigkeit: «Wegen des engen Fahrplans muss der Transport über die Gleise neu in der Nacht von statten gehen», erklärt Epp. Doch bei Nachtarbeit müsse der Fahrer wegen der obligatorischen Ruhezeit jeweils den Tag davor und danach frei nehmen. «Für uns kann das bedeuten, dass wir dem Fahrer für den Transport drei Arbeitstage bezahlen müssen.»

Verein prüft mehrere Möglichkeiten

Der Verein hat inzwischen mit der Stadt Kontakt aufgenommen. Erste Gespräche über einen Betriebsbeitrag, wie ihn mobile Eisbahnen in anderen Gemeinden erhalten, seien vorerst ohne Erfolg geblieben. «Die Stadt hat uns gebeten ein neues Betriebskonzept auszuarbeiten. In der Zwischenzeit bleiben wir in Kontakt», sagt Epp.

Rechtzeitig zur nächsten Saison werde der freiwillig arbeitende Vorstand diese Aufgabe jedoch nicht stemmen können. Auch weil die in die Jahre gekommene Infrastruktur möglicherweise ersetzt werden muss. «Wir müssen abklären lassen, wie lange die Kältemaschine uns noch erhalten bleibt», sagt Epp. Der Verein prüfe mehrere Möglichkeiten wie die Zukunft der Eisbahn aussehen könnte.

Vorstellbar wäre beispielsweise eine Kooperation oder die Finanzierung mittels Crowdfunding. «Am besten wäre natürlich ein langfristiger Sponsor», sagt Epp. Die Hoffnung, dass die Eisbahn nach einem Jahr Pause in der Saison 2019/20 wieder auf dem Seeplatz Einzug hält, hat er jedenfalls noch nicht aufgegeben. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.07.2018, 17:14 Uhr

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