Horgen

Der Name einer Horgnerin steht jetzt in der Ruhmeshalle für Wassersportler

Olga Winiger-Sedakova feierte 1998 den dreifachen Weltmeistertitel im Synchronschwimmen. Nun wurde die Horgnerin in die «International Swimming Hall of Fame» aufgenommen.

Die Horgnerin Olga Winiger-Sedakova ist dreifache Weltmeisterin im Synchronschwimmen.

Die Horgnerin Olga Winiger-Sedakova ist dreifache Weltmeisterin im Synchronschwimmen. Bild: Sabine Rock

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Mit 27 Jahren, was für eine Synchronschwimmerin schon eher alt ist, erbrachte sie ihre sportlichen Höchstleistungen. An den Weltmeisterschaften 1998 in Perth holte sie gleich dreimal die goldene Medaille: Solo, im Duett und im Team. Für diese Leistung wurde die Horgnerin Olga Winiger-Sedakova nun ausgezeichnet und in die International Swimming Hall of Fame in Florida aufgenommen.

«Ich habe es immer geliebt, auch wenn ich eine halbe Stunde im Spagat sitzen musste»

«Das ist eine grosse Ehre für mich, ich bin sehr stolz», sagt die gebürtige Russin. Sie fände es schön, dass sie als Vorreiterin des Synchronschwimmens in Russland mit der Aufnahme in die Hall of Fame Spuren hinterlasse. Die heute 47-Jährige hat den Synchronschwimmsport in ihrem Heimatland mit ihrer Persönlichkeit und ihren Erfolgen geprägt. Sie war die erste Russin, die in dieser Sportart eine WM gewonnen hat. Als sie als neunjähriges Mädchen anfing mit Synchronschwimmen, war die Sportart noch in ihren Anfängen. «Meine Zwillingsschwester und ich waren Wasserratten. Unsere Mutter hat uns jeweils fast nicht mehr aus dem Wasser gebracht», erinnert sie sich. Als die Mutter dann ein Inserat sah für einen Synchronschwimmkurs, wusste sie, das wäre das Richtige für ihre beiden Mädchen.

Sportart veränderte sich

Olga Winiger-Sedakova erinnert sich gut: «Am ersten Tag kamen gleich 100 Mädchen, die Synchronschwimmerinnen werden wollten.» Nur die vier besten Talente wurden von den Trainern ausgewählt, darunter auch Olga und ihre Schwester. Anfangs trainierten sie einmal in der Woche, bald aber schon wurde es intensiver.

Olga Sedakova bei der Synchronschwimm-EM im Jahr 1997. Bild: Keystone.

«Die Sportart veränderte sich, wurde schneller, dynamischer, athletischer und hatte immer mehr akrobatische Elemente.» Auch von der technischen Seite her wurde es immer anspruchsvoller. Bald trainierte Winiger-Sedakova jeden Tag. Ihr Talent wurde erkannt und gefördert. «Ich habe es immer geliebt, auch wenn ich viele und grosse Schmerzen erleiden musste», erzählt sie. Frieren im Wasser oder Schmerzen, weil sie eine halbe Stunde lang im Spagat sitzen musste zum Beispiel. In der Schule kam es bei den Mitschülern und Lehrern nicht so gut an, fehlte die junge Sedakova doch öfter wegen Trainings und Trainingslagern. Mit 13 Jahren wechselte sie dann in eine Sportschule. Sie war ehrgeizig und wollte immer ihr Bestes geben. «Dass ich aber jemals eine Weltmeisterschaft gewinnen würde, das hätte ich damals nie gedacht, auch wenn es ein grosser Traum war.» Doch bis dahin dauerte es noch einige Jahre.

Trainerin der Limmatnixen

Obwohl Olga Winiger-Sedakova trainierte wie ein Profi – auch als sie in Moskau Sport studierte –, konnte sie nie vom Sport leben. 1992 nahm ihre damalige Trainerin, die einen Job bei den Zürcher Limmatnixen als Trainerin bekam, sie mit in die Schweiz. «Ich konnte mit den Limmatnixen trainieren, und als meine Kollegin nach ein paar Jahren nach Kanada ging, habe ich ihren Job übernommen.» Sie war also gleichzeitig Trainerin der Limmatnixen und Spitzensportlerin. Mittlerweile hatte sie auch das Training der Schweizer Nationalmannschaft im Synchronschwimmern übernommen.

Ihr grosser Traum, an einer WM zu gewinnen, war immer noch da und rückte in den Vordergrund. «Ich wusste, das war meine letzte Chance.» Und diese packte sie. Sie tat fast nichts mehr anderes, als zu trainieren. Von Susi Morger, ehemalige technische Direktorin der Limmatnixen, wurde sie in jeder Mittagspause und am Wochenende trainiert. Ansonsten trainierte Olga Winiger-Sedakova für sich. Es machte sich bezahlt. Im Januar 1998 holte sie den dreifachen Weltmeistertitel.

Video: Hier wird Olga Sedakova in die International Swimming Hall of Fame aufgenommen

Abschied vom Spitzensport

«Danach war ich zwar überglücklich, aber auch am Ende meiner Kräfte», erinnert sie sich. Der richtige Zeitpunkt, ihre Sportlerkarriere zu beenden. Mittlerweile lebte sie schon einige Jahre in der Schweiz und wollte auch hier bleiben. Als sie dann bald auch ihren heutigen Mann, den Horgner Beni Winiger, kennen und lieben lernte, war der Fall klar.

Heute ist die 47-Jährige nicht nur dreifache Weltmeisterin, sondern auch dreifache Mutter. Ihre älteste Tochter Vivien ist 14 Jahre alt und begeisterte Rhythmische Gymnastikerin. Die Mittlere, Angelina, ist 11 Jahre alt und im Kunstturnen erfolgreich, und die Jüngste, die vierjährige Lilly, könnte eines Tages in die Fussstapfen ihrer Mutter treten. Kann sie doch schon perfekt schwimmen. «Sie liebt das Wasser wie ich damals als kleines Mädchen», freut sich die Mutter. Auch sie hat mit dem Synchronschwimmen noch nicht abgeschlossen. Die Faszination und Leidenschaft sind all die Jahre geblieben. «Ich kann mir gut vorstellen, bald wieder als Trainerin zu arbeiten.»

Erstellt: 25.09.2019, 17:24 Uhr

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