Valentinstag

«Den Valentinstag zu zelebrieren reicht nicht aus»

Der Thalwiler Paarcoach Michel Duc bietet Paaren in Workshops Impulse zu den Themen Liebe, Verbundenheit und Sexualität an. Den Valentinstag zu feiern hält er für sinnvoll.

Gemäss Paartherapeut Michel Duc sind Valentinstage oder andere Jahrestage willkommene Anlässe, die Beziehung zu pflegen – aber sie reichen nicht aus.

Gemäss Paartherapeut Michel Duc sind Valentinstage oder andere Jahrestage willkommene Anlässe, die Beziehung zu pflegen – aber sie reichen nicht aus. Bild: Keystone

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Heute ist Valentinstag, der Tag der Liebenden. Wie begehen Sie diesen Tag?
Meine Frau und ich feiern vor allem den Tag, an dem wir zivilstandsamtlich und kirchlich geheiratet haben. Vielen Paaren aber kann der Valentinstag einen wichtigen Anstoss geben, um sich wieder bewusst zu werden, dass eine funktionierende Beziehung nicht selbstverständlich ist, sondern dass man daran arbeiten muss.

Sie halten es also für wichtig, die eigene Beziehung einmal im Jahr zu feiern.
Grundsätzlich funktioniert eine Beziehung auch ohne festgesetzte Feiertage, dennoch sind Rituale für Beziehungen wichtig. Wie die Forschung aber zeigt, ist es wichtiger, dass man sich darüber im Klaren ist, dass eine Beziehung eine Lebensaufgabe ist. Valentinstage oder andere Jahrestage sind willkommene Anlässe, die Beziehung zu pflegen, aber sie reichen nicht aus.

Was ist nötig, um die Liebe zu erhalten?
Es gibt kein Geheimrezept. Wie wir anhand von Studien feststellen, sind Vertrauen, Nähe, ein gutes Sexualleben und eine gegenseitige Verpflichtung wichtig. Miteinander zu kommunizieren ist das A und O einer Beziehung, der Partner oder die Partnerin soll der intimste Vertraute sein.

Was ist, wenn dieses Vertrauen gebrochen wird, beispielsweise, wenn einer der Partner fremdgeht?
Das ist eine schwierige Frage. Ein Vertrauensbruch ist etwas Tragisches und geht mit viel Leid für beide Parteien einher. Die Frage ist, wie stark die Beziehung vor dem Vertrauensbruch war und was der Auslöser für den Vertrauensbruch war. Unsere Erfahrungen in der Paartherapie zeigen, dass es grundsätzlich möglich ist, sich nach einem solchen Erlebnis wieder zu finden und damit umzugehen.

«Der chronische Stress im Alltag ist das grösste Gift für die Liebe, nicht die grossen Stressfaktoren wie Tod oder Krankheit.»

Was belastet die Beziehung von Paaren am meisten?
Der chronische Stress im Alltag ist das grösste Gift für die Liebe, nicht die grossen Stressfaktoren wie Tod oder Krankheit. Wenn wir gestresst sind, leidet häufig die Kommunikation, wir sprechen weniger miteinander, hören weniger zu und es kommt zu Missverständnissen und Streit.

Wie kämpft man sich am besten aus diesem Teufelskreis hinaus?
Ein Streit ist auch immer eine Chance. Wenn man die persönlichen Stressfaktoren, die zum Streit geführt haben, anspricht und diskutiert, begegnet man sich auf derselben emotionalen Ebene und ist nicht länger die Zielscheibe für Frust, sondern kann wieder zum engsten Vertrauten werden.

Paarlife bietet Online-Programme und Workshops für Paare an. An wen richtet sich Ihr Angebot?
An Personen jeden Alters, jeder Lebenslage und jeder sexuellen Orientierung. Die Inhalte der Kurse sind wissenschaftlich erprobt. Wir geben Inputs, wie der Stand der Forschung ist und anschliessend haben die Paare die Möglichkeit, für sich selbst Reflexionsübungen zu machen und herauszufinden, welche Bedürfnisse sie haben und wie sie diese in ihrer Beziehung erfüllen können. Wir bemühen uns, diese Workshops so alltagsnah wie möglich zu gestalten.

Bieten Sie auch individuelle Paarberatungen an?
Ja. Das Herzstück unseres Angebots sind Kommunikationstrainings für Paare, die von lizenzierten Coaches durchgeführt werden, die aus dem Fachbereich Psychologie stammen. Bei vielen Paaren, die unabhängig von den Angeboten von Paarlife auf uns zukommen, besteht bereits die Absicht, sich zu trennen oder scheiden zu lassen. Statt einer Beratung haben diese Paare eher eine Therapie nötig. In solchen Fällen verweisen wir sie an Paartherapeuten.

«Wir bemühen uns, diese Workshops so alltagsnah wie möglich zu gestalten.»

Auf der Website schreiben Sie, dass Paarlife ein nicht-kommerzielles Angebot der Universität Zürich sei. Ein neunstündiger Workshop kostet jedoch 210 Franken. Paarlife muss selbsttragend sein, um seine Angebote zu ermöglichen. Das Programm wird zudem von lizenzierten Freelancern durchgeführt, die für Raummiete und ihre Aufwände aufkommen müssen. Dafür, dass Paarlife ständig weiterentwickelt und auf seine Wirksamkeit überprüft wird, ist das Angebot sehr kostengünstig.

Wirkt Paarlife denn überhaupt?
Das Training wurde in mehreren Studien überprüft. Seine Wirksamkeit ist längerfristig gesichert – bis zwei Jahre nach der Teilnahme.

Die Universität Zürich profitiert also nicht in monetärer Hinsicht, sondern indem Sie Paare als Versuchskaninchen für die Forschung benützt.
Nein. Es geht uns nicht darum, aus diesen Workshops wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Wenn wir Evaluationen durchführen, dann zur Qualitätssicherung der jeweiligen Kurse. Zu Forschungszwecken hingegen machen wir separate Stichproben und deklarieren unsere Zielsetzung klar.

Was ist Paarlife?
Paarlife wurde von Guy Bodenmann von der Universität Zürich entwickelt. Dabei werden unter anderem wissenschaftlich fundierte Workshops zur Stärkung von Paarbeziehungen angeboten. Paarlife hat ab März einen neuen Standort in Thalwil. Im Tuchhof an der Mühlebachstrasse 53 werden neu Wochenendworkshops angeboten. Der erste Workshop findet am Samstag, 7. März, und am Samstag, 14. März, jeweils von 9 bis 13 Uhr mit einem kleinen Brunch-Buffet statt. Geleitet wird er vom lizenzierten Paarlife-Workshopleiter Michel Duc. Weitere Paarabende in der Region zu spezifischen Themenschwerpunkten sind in Planung.(rau)





Erstellt: 13.02.2020, 17:16 Uhr

Der Thalwiler Michel Duc leitet Workshops für Paare. (Bild: pd)

Woher kommt eigentlich der Valentinstag?

Die Wurzeln des Valentinstags reichen weit zurück. Die bekannteste Legende über seine Entstehung ist jene des heiligen Valentin, der in den überlieferten Geschichten einmal als römischer Priester, ein anderes Mal als Bischof von Terni oder als beides gleichzeitig bezeichnet wird. Der Legende nach soll er im 3. Jahrhundert nach Christus heimlich Verliebte nach christlicher Tradition vermählt haben, die eigentlich nicht heiraten durften: Auf Geheiss des damaligen Kaisers Claudius II. waren Ehen zwischen Menschen unterschiedlicher Stände und Völker damals verboten.

Doch Valentin von Terni widersetzte sich diesem Verbot. Da Valentin ein begeisterter Gärtner gewesen sein soll, hat er den Verliebten und Verheirateten Blumen aus seinem Garten geschenkt. Als seine heimlichen Trauungen aufflogen, kannte Kaiser Claudius II. kein Pardon und liess den Bischof am 14. Februar 269 enthaupten. Papst Gelasius sprach den Märtyrer im Jahr 496 heilig und führte den Valentinstag als Gedenktag für Valentin von Terni ein.

Insbesondere bei den Briten hat der Valentinstag eine lange Tradition. In England ist es Brauch, anonyme Liebesbriefe zu versenden, und das schon seit dem 15. Jahrhundert. Auch in den USA schicken sich die Teenager geheime Grusskarten mit Liebesbotschaften. Die Europäer auf dem Festland feiern den Valentinstag seit etwa 1950. Paare und Verliebte beschränken sich jedoch meist darauf, einen Blumenstrauss, Pralinés oder sonstige kleine Aufmerksamkeiten zu schenken. Für die einen hat dieser Tag eine grosse Bedeutung, die anderen finden ihn eher zu kitschig. (pkl)

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