Wädenswil

Courage gezeigt, Einbrecherduo gefasst

Zwei Personen bewiesen Zivilcourage und nahmen die Verfolgung eines Einbrecherduos auf. Ohne sie hätten die beiden Einbrecherinnen nicht geschnappt werden können, sagt die Stadtpolizei.

Dank dem couragierten Einsatz der beiden Wädenswiler konnten die Einbrecherinnen festgenommen werden.

Dank dem couragierten Einsatz der beiden Wädenswiler konnten die Einbrecherinnen festgenommen werden. Bild: Symbolbild/Keystone

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Kürzlich ereignete sich in Wä­denswil eine Szene wie aus dem Kriminalfilm: Ein Einbrecherduo flüchtete durch die Innenstadt. Die Verfolgungsjagd aufgenommen hatten zwei couragierte Privatpersonen. «Ich war einfach wütend, dass die beiden ver­suchten einzubrechen», beschreibt die sportliche Mittfünfzigerin ihre Emotionen, als sie die Verfolgung aufnahm. Mit einem Arbeitskollegen war sie einem Hilferuf aus dem Obergeschoss des Wohn- und Geschäftshauses gefolgt. Beide möchten nicht namentlich erwähnt werden.

Es begann mit dem Anruf der Dame, bei der eingebrochen wurde. Zusammen mit ihrem jüngeren Arbeitskollegen beschloss die Mittfünfzigerin, in der Wohnung ein paar Stockwerke höher nach dem Rechten zu sehen. Entgegen kam ihr jedoch eine ihr unbekannte Frau. Als sie diese ansprach, habe sie die Flucht ergriffen. «Ich bin ohne nachzudenken hinterher», sagt die Verfolgerin.

«Die Einbrecherinnen waren unerfahren und hatten dazu das Pech, einer sportlichen Person über den Weg zu laufen», sagt Martin Heer, Chef der Stadtpolizei Wädenswil. Auf einem nahe­gelegenen Parkplatz habe die Verfolgerin die Ältere des Einbrecherduos festhalten können. Die jüngere der beiden Frauen – bei dem Duo handelte es sich um Mutter und Tochter – habe ihren Fluchtversuch abgebrochen, nachdem die Mutter dingfest gemacht worden war. Sie wurde vom jüngeren Mitarbeiter zur Polizei gebracht. Für ihr beherztes Eingreifen erhielten die beiden mutigen Bür­ger am Mittwoch zwei Geschenkkörbe. Übergeben wurde dies vom zuständigen Stadtrat Jonas Erni (SP) und Polizeichef Martin Heer.

«Wir sind keine Helden»

Heroisch finden die beiden ihr Eingreifen jedoch nicht. «Eigentlich bin ich nur den Rufen meiner Arbeitskollegin gefolgt», sagt der Jüngere der beiden Verfolger. «Und ich kann noch immer nicht fassen, wie laut ich geschrien ­habe», sagt seine Mitarbeiterin ­lachend. «Sie haben sehr gut reagiert», entgegnet Polizeichef Heer.

Da es mitten am Tag war und viele Menschen unterwegs waren, sei auch das Risiko für die eigene Sicherheit gering gewesen. «Bei Dunkelheit ist von einer Verfolgung abzuraten», mahnt Heer. «Zu dieser Jahreszeit verzeichnen wir vermehrt Einbrüche, dies ist jedoch nicht nur auf Wädenswil beschränkt.» Oft werde im Vorfeld das Gebiet ausgekundschaftet. «Manche klingeln unter einem Vorwand, um einen Blick in die Wohnung zu tun und herauszufinden, was zu holen ist», sagt Heer. Wer etwas Ungewöhnliches sehe, solle die Polizei rufen. «Wir rücken lieber einmal zu oft aus, als einmal zu wenig.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.11.2018, 21:03 Uhr

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