Schönenberg

Brisanter Rücktritt in Schönenberg

Im Gemeinderat Schönenberg gibt es Ende Jahr eine überraschende Vakanz: Gemeindepräsident Lukas Matt zieht aus der Gemeinde weg und tritt von seinem Amt zurück. Er gibt berufliche und private Gründe an.

Lukas Matt tritt als Gemeindepräsident von Schönenberg zurück.

Lukas Matt tritt als Gemeindepräsident von Schönenberg zurück. Bild: André Springer

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Überraschend hat der Schönenberger Gemeindepräsident Lukas Matt (FDP) per Ende Jahr seinen vorzeitigen Rücktritt eingereicht. Nur rund ein halbes Jahr bevor die Amtszeit endet, legt er sein Amt nieder. Er trete zurück, weil er Ende Jahr aus Schönenberg wegziehe, sagt er. Lukas Matt hat dafür einen guten Grund. Er wird im Frühling Vater und zieht mit seiner Partnerin in eine gemeinsame Wohnung ausserhalb von Schönenberg.

Er habe sich gut überlegt, ob er die Amtszeit noch zu Ende führen und auch bei den Erneuerungswahlen im April 2018 wieder kandidieren soll, sagt er. Nicht zuletzt, um den Gemeindezusammenschluss bis voraussichtlich Ende 2018 über die Bühne zu bringen. Das sei ihm aber auch aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich, sagt Matt. Die berufliche Belastung und Verantwortung seien heute deutlich höher als noch vor vier Jahren. «Ich kann Politik und Beruf nicht mehr aneinander vorbeibringen». Lukas Matt arbeitet in der Kommunikation einer internationalen Firma. Der Bezirksrat Horgen hat sein Rücktrittsgesuch inzwischen genehmigt.

Willi Schilling übernimmt

Bis Ende der Legislatur, also Mitte 2018, übernimmt der erste Vizepräsident, Willi Schilling (FDP), die Geschäfte des Gemeindepräsidenten. Eine Ersatzwahl findet nicht statt, weil die verbleibende Amtszeit weniger als ein halbes Jahr dauert.

Dieser Wechsel an der Spitze des Gemeinderates ist nicht ohne Brisanz. Willi Schilling ist erst seit rund einem Monat erster Vizepräsident. Bis dahin hatte Finanzvorstand Felix Meier (parteilos) diese Funktion inne. Der Gemeinderat hat ihn aber entmachtet, da er seit Ende Juni bis Ende Dezember krank geschrieben ist. Der Gemeinderat begründete die Rochade damit, dass es nicht absehbar sei, wann Felix Meier die Tätigkeit wieder aufnehmen könne.

Präsidium in FDP-Hand

Die Machtablösung erscheint im Nachhinein aber auch als taktischer Zug. Denn im Gemeinderat Schönenberg gibt es zwei Lager. Auf der einen Seite stehen die Fusionsbefürworter um Lukas Matt, auf der anderen Seite die Fusionskritiker um Felix Meier. Mit der Wahl von Willi Schilling bleibt die Führung der Exekutive in FDP-Hand und damit bei den Befürwortern der Fusion, welche von den Stimmberechtigten im Mai gutgeheissen wurde.

Felix Meier hingegen bekämpft die Fusion nach wie vor. Er ist einer der vier Schönenberger Bürger, welche die Gemeindebeschwerde gegen den Fusionsentscheid eingereicht haben. Die Beschwerde ist noch hängig. Sie ist der Grund, wieso die Gemeinden nicht auf den 1. Januar 2018 fusionieren können. Der Zusammenschluss verzögert sich voraussichtlich auf Anfang 2019. Deshalb finden am 15. April auch Erneuerungswahlen statt. Die Ausgangslage verspricht Spannung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.11.2017, 17:06 Uhr

Schönenberg

Mitglieder für den Gemeinderat gesucht

Die Gemeinde Schönenberg führt am 15. April 2018 Erneuerungswahlen durch. Diese Wahlen waren nicht geplant, denn die Gemeinden Schönenberg, Hütten und Wädenswil hatten den Zusammenschluss auf Anfang 2018 geplant. Doch eine Gemeindebeschwerde gegen den Fusionsvertrag ist noch hängig. Sie verzögert den Zusammenschluss um voraussichtlich ein Jahr.

Der amtierende Gemeindepräsident Lukas Matt (FDP) tritt vorzeitig auf Ende Jahr von seinem Amt zurück, weil er aus familiären Gründen aus der Gemeinde wegzieht. In die Bresche springt der erste Vizepräsident, Willi Schilling (FDP). Mit ihm übernimmt Anfang 2018 ein ehemaliger Gemeindepräsident erneut die Führung. Er war bei den Erneuerungswahlen 2018 nicht mehr zur Wahl angetreten. Vor einem Jahr kandidierte er erneut, als der Sitz des verstorbenen Gemeindertes Georg Müller (SVP) wieder zu besetzen war.

Es gehe ihm darum, dem Wählerwillen zum Durchbruch zu verhelfen, teilt er auf Anfrage mit. Dass er nicht nur für den Gemeinderat, sondern auch für das Präsidium kandidiere, sei die logische Konsequenz.

Käser Hägin und Bauer wollen weitermachen

Auch Schulpräsidentin Brigitte Käser Hägin (parteilos) und Sozialvorsteher Ulrich Bauer (FDP) kandidieren erneut.

Damit sind zwei Kandidaten für den Gemeinderat, der sechs Sitze umfasst, bekannt. Zudem nimmt die Präsidentin der Schulpflege von Amtes wegen Einsitz in den Gemeinderat. Noch nicht bekannt ist, ob sich auch die übrigen Mitglieder des Gemeinderates, Felix Meier (parteilos), Renata Götschi und Kurt Locher (beide SVP) wieder zur Wahl stellen. Auf entsprechende Nachfragen haben sie nicht reagiert.

Der Gemeinderat Schönenberg hat die Ersatzwahlen mit einer amtlichen Publikation am 10. November angeordnet. Eine erste Frist, die Kandidatur einzureichen, läuft bis zum 19. Dezember. Dann wird bekannt, ob genügend Kandidierende für alle sechs Gemeinderatssitze antreten. Die Nachbargemeinde Hütten ist in der gleichen Ausgangslage bezüglich Wahlen. Dort tritt der Gemeinderat jedoch in corpore zur Wiederwahl an. (dh)

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