Wädenswil

Bevölkerungswachstum um ein Viertel ist verkraftbar

Die Stadt Wädenswil könnte in den nächsten 25 Jahren um bis zu 5000 Personen oder um rund ein Viertel wachsen. Und das ganz ohne neue Bauzonen. Der Stadtrat hat eine Strategie erarbeitet.

Wädenswil will nach innen wachsen. Alte Gebäude sollen nicht nur saniert werden, es soll auch mehr Wohnraum entstehen, wie hier im Hangenmoos.

Wädenswil will nach innen wachsen. Alte Gebäude sollen nicht nur saniert werden, es soll auch mehr Wohnraum entstehen, wie hier im Hangenmoos. Bild: Kurt Heuberger

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In Wädenswil wurden in den letzten 15 Jahren 1400 Wohnungen gebaut. Die Stadt ist um 2200 Personen angewachsen. Die Bevöl­kerung werde in Wädens­wil weiter zunehmen, sagt Heini Hau­ser (SVP), Stadtrat Bauen und Planen. Der Stadtrat rechne mit maxi­mal 26 000 Personen bis ­ ins Jahr 2040. Heute sind es ­ rund 21 000.

Die Stadt kann diese mögliche Bevölkerungszunahme verkraften. Dies zeigt die Innenentwicklungsstrategie, welche der Stadtrat gestern den Medien vorgestellt hat. Denn in der bereits ­ bebauten Wohnzone kann theoretisch Platz für 1200 Personen geschaffen werden, wenn alte, sanie­rungsbedürftige Ge­bäude durch neuere und grössere ersetzt werden. Wohn­raum für weitere 1800 Personen könnte in ­ den heute schon rechtskräftigen Bauzonen erstellt werden. Und wei­tere 2000 Einwohner könn­ten Wädens­wil und die Au durch zusätz­liche Aufzonungen ge­mäss der Innenentwicklungs­stra­te­gie auf­nehmen. Neue Bauzonen wären nicht nötig.

Kein Landverschleiss

Der Stadtrat hat die Innen­entwick­lungsstrategie mit der ­ Firma Metron Raumentwicklung in Brugg entwickeln lassen. Denn sowohl der Bund wie der Kanton fordern eine Verdichtung innerhalb des bestehenden Siedlungsgebietes. Und die Bevölkerung ­habe an der Urne – beispiels­weise bei der Kulturlandinitiative – ­gezeigt, dass sie keinen weiteren Landverschleiss wolle.

«Die Herausforderung ist, ­wie wir die Entwicklung auf der beste­henden Siedlungsfläche bewältigen können», sagte Stadtpräsident Phi­lipp Kut­ter (CVP). Denn die Bedürfnisse, zu bauen und ­zu wachsen, bestünden. Die Innenentwicklungsstrategie diene dem Stadtrat als Hilfsmittel. Sie zeige auf, wo und wie die Stadt sich ­entwickeln kann und wie sie das Wachstum umsetzen soll. «Das Ziel ist, Wädens­wil mit guter Quali­tät weiterzuentwickeln.» Die Stadt wolle keine gros­sen Sprünge machen, aber die ste­tige Erneuerung unterstützen.

Wädenswil macht es vor

Verdichtung alleine sei nicht das Ziel, stellte Metron-Geschäfts­lei­ter Beat Suter klar: «Wir suchen eine qualitätsvolle Verdichtung.» Er hob hervor, dass Wädens­wil ­ die erste Stadt oder Gemeinde ­ im Kanton sei, welche sich ­eine Strategie zurechtlege, um die kan­tona­len Vorgaben zur Raumplanung zu erfüllen. Die ande­ren Gemeinden müssten nun nachziehen.

Suter erklärte, dass der Sied­lungs­raum in Wädens­wil in den letz­ten 50 Jahren rasch und ­teils unüberlegt gewachsen ist. Man kön­ne folgende fünf Siedlungs­ty­pen unterscheiden: einen Stadt­kern in Wädens­wil, Zen­tren ­mit urbanem Charakter, viel­fäl­tige Stadt­quar­tiere, Garten­quar­tiere sowie eine sogenannte obere Stadt, welche unter anderem ­ das Gebiet Hangenmoos und ­ das Gebiet bergseitig der Speer­strasse umfasst.

Gärten erhalten

Potenziale sieht Suter in drei Berei­chen: Ers­tens können die Bauzonenreserven ausgeschöpft werden. An zweiter Stelle kommt die Nachverdichtung. Das bedeutet, dass Gebäude, die wegen ihres Alters oder Zustands umgebaut werden, nicht nur saniert werden. Es soll dort mehr Wohnraum entstehen. Das betrifft einer­seits grössere Überbauungen wie das Hangenmoos, aber auch kleinere strukturierte ­Gebiete wie Einfamilienhaus­gebiete, wo eine quartierver­trägliche Verdichtung geför­dert werden soll. Als dritter Bereich scheidet Suter Gewerbe- oder Indus­triegebiete aus, die umgenutzt werden. Infrage kommen diesbezüglich die Mewa an der Zuger­strasse oder der Au-Parc ­ in der Au. Welche Dichte in welchem Quartier angestrebt wird, ist in einem Plan detailliert aufgeführt. Dort ist ersichtlich, dass es neben dichten und städtisch geprägten Gebieten wie im Hangenmoos auch stark durch­grünte Quartiere mit Gärten gibt. Diese befinden sich hauptsächlich an einer Hang­lage wie das Gebiet see­seits der Speer­strasse. In ­vielen Gebieten kann die angestrebte Dichte erreicht werden, ohne dass die Bau- und Zonenordnung geändert werden muss, hielt Heini Hauser fest.

Als nächsten Schritt nimmt ­ der Stadtrat die Überarbeitung der kommunalen Richtplanung an die Hand, sagte Heini Hauser. Bei dieser könne die Bevöl­ke­rung mit­reden. Als Grundlage dafür dien­ten die Innen­entwick­lungs­stra­tegie, die räum­liche Ent­wicklungsstrategie und das Land­schafts­entwicklungskonzept.

Erstellt: 22.05.2015, 09:17 Uhr

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