Wädenswil

An Wochenenden dürfen Männer und Frauen in den Frauenbereich

Diesen Sommer darf die Allgemeinheit während einer gewissen Zeit den Frauenbereich der Bretter-Badi benutzen. Nach der Saison muss der gesamte Boden der angejahrten Badeanstalt ausgewechselt werden.

Nach einer unruhigen Saison hat die Stadt Wädenswil das Konzept der Bretter-Badi geändert. Neu dürfen an der Hälfte der Tage alle in den Frauenbereich.

Nach einer unruhigen Saison hat die Stadt Wädenswil das Konzept der Bretter-Badi geändert. Neu dürfen an der Hälfte der Tage alle in den Frauenbereich. Bild: Moritz Hager

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Die letzte Saison in der beliebten Wädenswiler Bretterbadi bleibt in unguter Erinnerung. Mitten im Sommer blieb sie geschlossen, weil der Badmeister krank war und kein Ersatz bereitstand. Kurz darauf wurde ein Badmeister entlassen, nachdem er sich mit Gästen angelegt hatte. Schliesslich setzte dieser in der ZSZ zum Rundumschlag gegen die Stadt und eine Gruppe weiblicher Badegäste an. Im Winter war die Bretterbadi das Sujet Nummer eins an der Wädenswiler Fasnacht.

Mit der neuen Saison soll jetzt alles besser werden. In einer Medienmitteilung schreibt die Stadt Wädenswil, in der Badi mit Jahrgang 1923 werde ein «frischer Wind» wehen. Dieser bringt eine Premiere, schon fast eine Revolution in der Geschichte der Badi: Der bisher stets abgetrennte Frauenbereich wird diesen Sommer mittwochs, an Wochenenden und an Feiertagen für die Allgemeinheit geöffnet. Eine Änderung, welche die angesprochenen «Brättli-Badi-Frauen» schon letztes Jahr befürchteten.

Geöffnet wird die Frauenhälfte an den Tagen, an denen mehr Badegäste in die Gratis-Badi strömen. An allen anderen Tagen sind die Frauen weiterhin allein in ihrem Bereich.

Nur ein Probebetrieb

Die Neuerung wird als «sanfte Entwicklung des Nutzungskonzepts» bezeichnet. Ob die teilweise Aufhebung der getrennten Hälften Bestand haben wird, entscheidet der Stadtrat nach dieser Saison. Stadtrat Jonas Erni (SP) sagt, Gespräche mit den Badegästen und eine Analyse hätten ergeben, dass die Öffnung sinnvoll sei. es sei klar, dass damit nicht alle zufrieden seine werden. «Die Trennung ist aber für viele Gäste ein alter Zopf», so Erni. Die Badi soll für alle etwas bieten, darum sei der Bereich ja auch in dieser Saison an mehr als der Hälfte der Tage noch abgetrennt.

Neben der Konzeptänderung steht der Bretter-Badi eine grössere Sanierung bevor. Die 50-jährigen Bodenplatten weisen Korrosionsschäden auf. Die Platten sollen «umgehend ersetzt werden». Umgehend heisst in diesem Fall allerdings erst im Herbst.

Besteht bis dahin kein Sicherheitsrisiko? «Nein, die Untersuchung hat ergeben, dass wir den Boden in den nächsten Jahren ersetzen müssen», sagt Jonas Erni. Nach der Saison sei ausreichend, für die Badegäste bestehe keine Gefahr. Die Sanierung hat allerdings ihren Preis, gut eine Million Franken sind im Budget veranschlagt. Der ganze Boden muss ausgewechselt werden. Während der Sanierung muss der Rest der Badi – Garderoben und WC – entfernt werden. Momentan ist der Plan, dass diese Teile nach der Renovation wieder gleich installiert werden. Ob es noch zu Anpassungen kommt, entscheide der Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt, sagt Erni.

Geldstrafe für Badmeister

Juristisch beendet ist mittlerweile die Auseinandersetzung des ehemaligen Badmeisters mit einer der Damen. Er traf diese in der Badi an, nachdem er nicht mehr angestellt war. Dabei zeigte er ihr zweimal den Stinkefinger, wie er auch offen zugab. Die Staatsanwaltschaft Limattal-Albis hat ihn jetzt wegen Beschimpfung zu einer bedingten Geldstrafe von 10 mal 140 Franken und einer Busse von 300 Franken. Die Busse muss der 44-Jährige bezahlen.

Für Jonas Erni war die Affäre schon früher abgeschlossen. Mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem Badmeisters hätten sich die Spannungen in der Badi entschärft. Altlasten gebe es keine mehr. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 04.04.2019, 17:48 Uhr

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