Thalwil

60 neue Wohnungen zwischen den Bahnlinien

Vor über zwei Jahren hatten die Stimmbürger dem Projekt für vier neue Wohnblöcke im Quartier Im Fink den Weg geebnet. Nun werden sie gebaut. Doch eine Idee der Gemeinde ist gescheitert.

Noch existieren die vier besonnten Wohnhäuser in der Bildmitte nicht. Doch in zwei Jahren werden sie das Quartier zwischen den beiden Bahnlinien prägen.

Noch existieren die vier besonnten Wohnhäuser in der Bildmitte nicht. Doch in zwei Jahren werden sie das Quartier zwischen den beiden Bahnlinien prägen. Bild: Visualisierung: PD / 720° Architekten AG

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Die Baustelle ist so gross wie ein Fussballfeld. Inmitten des Thalwiler Wohnquartiers Im Fink liegt sie: zwischen den beiden Bahnlinien, nahe der Grenze zu Oberrieden. Im Januar waren hier die Baumaschinen aufgefahren. Sechs Wohnhäuser aus den Sechzigerjahren haben sie dem Erdboden gleichgemacht. Zurzeit sind die Arbeiter mit mehreren Baggern daran, die Baugrube auszuheben.

Auf der knapp 7000 Quadratmeter grossen Fläche sollen vier Gebäude mit 60 Wohnungen entstehen. Viele davon mit Seesicht. Die fast parallel liegenden Häuser werden senkrecht zum Hang ausgerichtet. Voraussichtlich im Winter 2020 werden die beiden südlicheren Gebäude bezugsbereit sein, sagt Adrian Gattiker von der Generalunternehmerin Prowerk AG auf Anfrage. Der restliche Teil des Wohnpark Im Fink soll bis im Frühling 2021 fertiggestellt sein.

Für Thalwil unterdurchschnittlich

Die Wohnungsgrössen variieren von 2,5 bis 5,5 Zimmer. Die genauen Mietzinse seien noch nicht festgelegt, sagt Gattiker. Klar sei aber, dass «erschwingliche Wohnungen» entstehen. «Die Preise werden unter dem Thalwiler Durchschnitt liegen.» Nur ein Viertel der Wohnungen, vor allem jene im Attikageschoss, entsprächen eher den Marktmieten.

Dass es bezahlbaren Wohnraum geben soll, hatten die Grundeigentümer – Hans Brändli aus Horgen und die Ultravision AG aus Pfäffikon SZ – denn schon 2015 angekündigt. Damals lag der private Gestaltungsplan, der für das Bauprojekt nötig war, öffentlich auf. Ende 2016 dann genehmigten die Thalwiler an der Gemeindeversammlung die Vorlage. Sie ermöglichte den beiden Eigentümern, in der dortigen Wohnzone 2 eine höhere bauliche Ausnützung, als die Bau- und Zonenordnung an besagter Stelle vorsieht.

Die Baustelle für den Wohnpark Im Fink hat die Fläche eines Fussballfelds. Foto: Patrick Gutenberg

Im Gegenzug wurden sie dazu verpflichtet, Trottoirs entlang der angrenzenden Posilipostrasse und der Schipferstrasse zu bauen. Zudem hat die Gemeinde verlangt, dass ihr im südlichsten der vier Gebäude während 20 Jahren ein Gewerberaum kostenlos zur Verfügung gestellt wird. 200 Quadratmeter gross muss dieser sein. Die Gemeinde wollte dort ursprünglich eine eigene Kinderbetreuungseinrichtung einquartieren. Doch dem Vernehmen nach musste der Gemeinderat diesen Plan inzwischen begraben.

Joana Büchler, Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Thalwil bestätigt: Am Standort Im Fink werde die Gemeinde weder einen Kindergarten noch einen Hort/Mittagstisch betreiben. «Als die ersten konkreten Pläne vorlagen, stellte man fest, dass die Fläche für einen Hort/Mittagstisch nicht ausreicht.» Geprüft worden sei auch der Betrieb eines sogenannten Tageskindergartens, bei welchem die Kinder über die offizielle Unterrichtszeit hinaus betreut und verpflegt werden.

Für einen gewöhnlichen Kindergarten hingegen sei der Standort nicht geeignet, weil die Distanz von dort bis zum nächstgelegenen Hort/Mittagstisch der Schuleinheit Oeggisbühl-Oelwiese sehr weit sei.

Sechste Kindertagesstätte als Alternativlösung

Die Pläne für eine gemeindeeigene Betreuungseinrichtung mögen also gescheitert sein. Doch die 200-Quadratmeter-Fläche im Wohnpark Im Fink soll trotzdem kleinen Kindern zugute kommen. Denn die Gemeinde sucht eine externe Lösung. «Wir sind zurzeit mit der Stiftung Kindertagesstätte Thalwil im Gespräch», sagt Joana Büchler. Die Stiftung betreibt im Dorf bereits fünf Kitas, in welchen Kindern vor dem Kindergartenalter betreut werden. Für diese Einrichtungen besteht zwischen der Gemeinde und der Stiftung bereits heute eine Leistungsvereinbarung.

Erstellt: 27.03.2019, 20:26 Uhr

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