Horgen / Kilchberg

50-Millionen-Neubau für das See-Spital

Das See-Spital Horgen will die Probleme der Vergangenheit hinter sich lassen und rüstet sich für die Zukunft. In Horgen wird der Altbau mit einem ­50-Millionen-Neubau ersetzt.

Im See-Spital herrscht Aufbruchsstimmung – die negativen Schlagzeilen der letzten Zeit will man hinter sich lassen.

Im See-Spital herrscht Aufbruchsstimmung – die negativen Schlagzeilen der letzten Zeit will man hinter sich lassen. Bild: Patrick Gutenberg

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Das See-Spital hat in den letzten Monaten für Negativschlag­zei­len gesorgt: überhöhte Abrechnungen in der Schmerzklinik, Entlassung des Schmerzarztes und in der Folge der überraschende Rücktritt des Stiftungsratspräsidenten Walter Bosshard sowie Auseinandersetzungen mit den Belegärzten. Doch nun will das See-Spital mit den beiden Stand­orten in Hor­gen und Kilch­berg ein neues Kapitel aufschlagen. Unter dem Motto «Strategieprojekt See-Spital 2022» ergreift der Stiftungsrat Massnahmen. Die grösste Veränderung betrifft den Stand­ort Hor­gen. Dort wird der Altbau ersetzt, wie der Stiftungsrat beschlossen hat. «Wir sind sehr glücklich dar­über», sagt Lorenzo Marazzotta, Interimspräsident des Stiftungsrates. Mit dem Neubau wolle man die Abläufe optimieren.

Der Altbau stammt aus den 50er-Jahren und wurde im Zusammenhang mit der im Jahr 2005 abgeschlossenen Erweiterung erneuert. Der Altbau entspricht aber nicht mehr den ­heutigen Bedürfnissen. Der Stiftungsrat rechnet mit Investitionen von 50 Millionen Franken, für die das See-Spital selber aufkommen muss. «Wir haben ­keine Gemeinden im Rücken, die uns mitfinanzieren», gibt Marazzotta zu bedenken.

Kilchberg bleibt See-Spital

Was den Standort Kilchberg ­betrifft, räumt Marazzotta mit Gerüchten auf. Das See-Spital werde am Standort Kilchberg fest­hal­ten. Selbstverständlich wür­den mit anderen Spitälern Gespräche über eine Zusammenarbeit geführt, beispielsweise in der Informatik oder im Medikamenteneinkauf. «Wir sind offen für Kooperationen, aber Kilchberg steht nicht zum Verkauf», betont der Interims-Stiftungsratspräsident. Im Gegenteil: «Wir glau­ben an eine Weiterentwicklung mit den Belegärzten.»

Das Verhältnis zu den Beleg­ärzten habe sich beruhigt, sagt Marazzotta. Es seien noch nicht alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt, aber es finde ein Austausch statt. «Wir haben uns ­mit Vertretern der Belegärzte getroffen und wollen eng zusammenarbeiten», sagt er. Man wolle auch neue Belegärzte gewinnen.

800 000 Franken sparen

Im Rahmen der Strategie 2022 ­ergreift das See-Spital bereits ­dieses Jahr Sparmassnahmen. Aufgrund von tieferen Fallpauschalen wird das See-Spital 2,3 Millionen Franken weniger einnehmen als budgetiert. 1,5 Millionen Franken macht das See-Spital mit einer tieferen Renta­bilitätsrate wieder wett. Bleiben 800 000 Franken, die das Spital einsparen muss. Die konkreten Massnahmen werden noch bestimmt. Geplant sind Kosten­senkungen beim Einkauf oder Dritt­leistungen.

Zu Buche schlagen wer­den auch die Altlasten der Schmerzklinik. Für die zu viel verrech­neten Leistungen verlangen die Krankenkassen Rückerstattungen. Mit fünf Kassen konnte ­ das See-Spital bereits einen Vergleich abschliessen. Mit den ande­ren liefen noch Verhandlungen, sagt Marazzotta. Über die Höhe sei Still­schweigen vereinbart worden. «Der Betrag bleibt mit grosser Wahrscheinlichkeit unter einer Million.» Das Spital habe entsprechende Rückstellungen gemacht.

Christine Burgener ernannt

Inzwischen ist der Stiftungs­rat kom­plett. Er hat die ehemalige Thal­wiler Gemeindepräsidentin und Sozialvorsteherin Chris­tine Bur­ge­ner als neues Mitglied gewählt. Noch nicht entschieden ist, wer das Präsidium und das Vizepräsidium übernimmt. Diese beiden Ämter werde der Stiftungs­rat im März mit Mitgliedern des jetzigen Stiftungsrates besetzen. Diesem gehören nebst Maraz­zotta und Burge­ner der Arzt ­Walter Rein­hart aus Chur, ­Jürg Rippl (Zürich), Hei­ner Treich­ler (Rich­ters­wil) und Theres Zeier (Arni) an. ()

Erstellt: 29.01.2016, 08:26 Uhr

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