Thalwil

2100 Unterschriften zur Rettung der Blutbuche

Die Blutbuche beim Thalwiler Bahnhof bewegt die Bevölkerung. Innert Kürze sind 2100 Unterschriften für eine Petition zum Erhalt des mächtigen Baumes zusammengekommen.

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Der Widerstand gegen die Schutzinventar-Entlassung der Blutbuche im Thalwiler Zentrum wird immer konkreter. «Innerhalb von neun Tagen haben 2100 Einwohner die Petition zur Erhaltung der Buche unterschrieben», sagt Felix Sponagel-Senti vom Petitionskomitee. Zudem hat ein Anwohner gemeinsam mit zwei Vogelschutzverbänden Rekurs gegen den Entscheid des Thalwiler Gemeinderats eingelegt.

Der Rat hatte im August beschlossen, die markante Blutbuche bei der südlichen Bahnhof-Passarelle aus dem Inventar der Natur- und Landschaftsschutzojekte zu entlassen. Dies, obwohl ein externes Gutachten empfiehlt, die Blutbuche unter Schutz zu stellen. Begründet hat der Gemeinderat seinen Entscheid damit, dass die Blutbuche nicht vereinbar sei mit dem Gestaltungsplan für den neuen Centralplatz. Sie rage in das Baufeld hinein.

Der Neugestaltung hatten die Thalwiler an der Gemeindeversammlung im Juni 2016 zugestimmt. Kritiker bemängeln: Damals sei nicht explizit erwähnt worden, dass die Buche wegen dem neuen Gebäude neben dem künftigen Dorfplatz weg muss. Thalwil will den Centralplatz bis 2022 realisieren.

Grossandrang auf Petition

«Die Unterschriftensammlung ist zum Selbstläufer geworden», berichtet Felix Sponagel-Senti überwältigt. Unzählige Thalwiler seien auf Unterschriftenjagd gegangen. «Manche haben im Haus herumgefragt oder auf der Strasse, während sie den Hund Gassi führten», sagt der Thalwiler Architekt. Leute seien teilweise angestanden, um die Petition zu unterzeichnen. Die Unterschriften überreiche man dem Gemeinderat noch in dieser Woche. «Die Petition soll Signalwirkung haben. Wir erwarten, dass der Gemeinderat auf unser Anliegen reagiert», sagt Sponagel-Senti.

Der für Planung und Bauwesen zuständige Gemeinderat Richard Gautschi (parteilos) wollte zur Petition noch keine Stellung nehmen. Joana Büchler, neue Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Thalwil, lässt ausrichten: «Wir warten zunächst ab, bis die Unterschriften offiziell übergeben werden.»

Rekurs eingelegt

Für die Petitionäre ist klar: Die 2100 Unterschriften sollen auch den Rekurs argumentativ unterstützen und den Widerstand in der Bevölkerung verdeutlichen. Dieser Rekurs wurde bereits am Montag von den beiden Vogelschutzverbänden BirdLife Schweiz und BirdLife Zürich zusammen mit einer Privatperson am Baurekursgericht Zürich eingereicht. Der nationale Verband rekurriere gemeinsam mit dem Kantonalen, weil man sich die Option eines allfälligen Weiterzugs offenhalten möchte, erklärt Christa Glauser, Stellvertretende Geschäftsführerin von BirdLife Schweiz. Vor Bundesgericht wäre nämlich nur der nationale Verband rekursberechtigt.

«Das Naturschutzinventar sollte eigentlich dazu dienen, dass geschützte Objekte wirklich erhalten bleiben», sagt Glauser. Ihr Verband beobachte vermehrt, dass Objekte aus dem Schutzinventar entlassen werden, wenn an der Stelle etwas geplant sei. «In Thalwil hätte man um den Baum herum planen können», ergänzt sie. BirdLife habe sich im Kanton Thurgau in einem ähnlichen Fall schon einmal eingesetzt. Dort habe man Recht bekommen. Daher rechnen sich die Rekurrenten auch in Thalwil Erfolgschancen aus.

Erstellt: 04.10.2017, 17:13 Uhr

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