Horgen

1470 Unterschriften für mehr Naturnähe

Eine Petition fordert von der Gemeinde Horgen «Naturschutz statt Naturputz». Stein des Anstosses für die Naturschützer sind die Pflegemassnahmen von Grünflächen.

1470 Unterschriften überreichte Stephan Cremer (zweiter von links) mit Gleichgesinnten an Theo Leuthold und Markus Uhlmann (vierter und fünfter von links).

1470 Unterschriften überreichte Stephan Cremer (zweiter von links) mit Gleichgesinnten an Theo Leuthold und Markus Uhlmann (vierter und fünfter von links). Bild: Manuela Matt

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Besonders Waldränder und schmale naturbelassene Streifen zwischen gedüngten Fettwiesen sind Rückzugsgebiete für viele Pflanzen und Kleintiere. Sie müssen besser geschützt und schonender gepflegt werden, damit die Artenvielfalt wenigstens in diesen begrenzten Räumen erhalten bleibt.

Dies ist die Sichtweise des Naturschutzvereins Horgen (NSH). Er hat die Petition «Naturschutz statt Naturputz» lanciert. Unter dem Vorsitz von NSH-Präsident Stephan Cremer wurde die Bittschrift am Montagabend einer Delegation des Gemeinderats übergeben.

Grosse Resonanz

Innerhalb drei Monaten wurden 1470 Unterschriften für die Petition gesammelt. Unterschrieben haben 770 Personen aus Horgen. Die anderen Unterschriften stammen von Personen aus Nachbargemeinden und anderen Gemeinden im Kanton Zürich.

Stephan Cremer, Horgner Gärtner und Präsident des NSH erläuterte die Hintergründe der Petition bei der Übergabe im Gemeindehaus so: «Häufig sind wir uns nicht bewusst, welchen Einfluss Pflegemassnahmen auf die Umwelt haben. Die Pflege muss naturverträglicher werden. Mit der Petition wollen wir im Gespräch mit der Gemeinde zu besseren Lösungen in Sachen Grünflächenpflege kommen». Ziel der Petition sei die Förderung der Artenvielfalt in Horgen-Hirzel.

«Häufig sind wir uns nicht bewusst, welchen Einfluss Pflegemassnahmen auf die Umwelt haben.»Stephan Cremer, Horgner Gärtner und Präsident des Naturschutzvereins Horgen (NSH)

Laut Cremer ist es beispielsweise wichtig, dass Wiesenflächen und Krautsäume so lange stehen bleiben, bis Insektenlarven geschlüpft und Blumen verblüht sind. Auch müsse über die Wintermonate ein Teil dieser Flächen stehenbleiben, damit Insekten in den Stängeln der Pflanzen überleben. Wenn gemäht werde, dürfe nie die ganze Fläche auf einmal geschnitten werden. Ein Teil müsse stets stehenbleiben, damit Kleintiere umsiedeln können.

Zudem könnten die genannten Flächen auch ökologisch aufgewertet werden. Das Pflanzen von einheimischen Sträuchern sowie das Anlegen von Ast- und Steinhaufen als Unterschlupfmöglichkeiten für Kleintiere und Insekten seien wünschenswert.

Die Petition, die dem Gemeinderat am Montagabend überreicht wurde, fordert, dass die Gemeinde Horgen «Verantwortung für eine naturnahe Pflege der gemeindeeigenen Grünflächen übernimmt» und in diesem Bereich auch Vorbildfunktion übernimmt. Das würde laut den Initianten schon viel Positives bewirken. Die naturnahen Pflegemassnahmen sollen zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Gefordert wird auch eine bessere Ausbildung für Personen, die den naturnahen Unterhalt gewährleisten sollen.

«Berechtigtes Anliegen»

Horgens Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) nahm die Petition zusammen mit Gemeinderat Markus Uhlmann (GLP) und Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli entgegen. Vom Naturschutzverein Horgen waren neben Präsident Stephan Cremer rund zehn weitere Vereinsmitglieder zugegen.

Inhaltlich kann laut Leuthold noch nichts zur Petition gesagt werden, da der Gemeinderat erst an der nächstfolgenden Sitzung offiziell von der Petition Kenntnis nehme. Die inhaltliche Beurteilung erfolge anschliessend.

Theo Leuthold sagte zu den Anwesenden: «Die Petition ist ein Instrument, welches den Bewohnern einer Gemeinde von Gesetzes wegen zusteht und damit zu den vorgesehenen Instrumenten unserer direkten Demokratie gehört». Der Gemeinderat nehme jede Petition – auch die nun vom NSH eingereichte – mit dem nötigen Respekt entgegen. Anschliessend würden die Anliegen im Detail geprüft und, wo angezeigt, auch entsprechende Massnahmen ergriffen. Bevor der Gemeinderat sich inhaltlich zur Petition äussern könne, müssten sich aber die betroffenen Abteilungen mit ihr auseinandersetzen.

Ein wenig konkreter äusserte sich Gemeinderat Markus Uhlmann, Vorsteher Tiefbau, in dessen Zuständigkeit die Grünflächenpflege fällt. Man sei sich der Aufgaben bewusst, die bei der naturnahen Bewirtschaftung der Gemeindeflächen anfallen. Erste Sitzungen hätten bereits stattgefunden. Die Petition renne bei ihm offene Türen ein und gebe dem berechtigten Anliegen zusätzlichen Schub. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.02.2019, 15:07 Uhr

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