Gemeindepräsidium

100 Tage im Amt – Eine erste Bilanz

Farid Zeroual (CVP), Reto Grau (FDP) und Marcel Tanner (FDP) sind nun seit 100 Tagen im Amt. Der Adliswiler Stadtpräsident und die Gemeindepräsidenten von Langnau und Richterswil ziehen eine erste Bilanz.

Der Anfang ist geschafft. Zwei Gemeindepräsidenten und ein Stadtpräsident sind heute seit 100 Tagen im Amt. Der Adliswiler Stadtpräsident Farid Zeroual (CVP), der Langnauer Gemeindepräsident Reto Grau (FDP) sowie der Richterswiler Gemeindepräsident Marcel Tanner (FDP) blicken auf ihre ersten Amtswochen zurück.

Sie haben sich in ihre Dossiers eingelesen, Finanzpläne erstellt, Jungbürgerfeiern begleitet oder bereits erste Abstimmungen durchgeführt. Ziele haben sich die Politiker einige gesetzt. Sei es beispielsweise, die Standortattraktivität ihrer Gemeinde oder die Altersvorsorge zu verbessern. Die Gemeinderäte haben denn auch schon begonnen, ihre Legislaturziele aufzustellen. Auch wenn 100 Tage für ganz grosse politische Würfe doch eher knapp bemessen sind, erlebten die Gemeindevorsteher seit ihrem Amtsantritt bereits erste Erfolge und Rückschläge.

Siege und ein Rückschlag

Farid Zeroual, Stadtpräsident von Adliswil. Bild: Moritz Hager.

In Adliswil lenkt die Geschicke seit 100 Tagen Farid Zeroual. Er schaffte es innert vier Jahren vom Neuling im Stadtrat zum Stadtpräsidenten. In den ersten 100 Tagen im neuen Amt musste sich der ehemalige Finanzvorsteher vor allem in das neue Präsidial-Dossier einlesen.Auch das Budget und den Finanzplan hat er schon erstellt und an den Gemeinderat überreicht. «Der Stadtrat in der neuen Konstituierung hat sich als Team schnell gefunden», sagt Zeroual.

Der Stadtpräsident musste jedoch bereits die Kündigung der Stadtschreiberin zur Kenntnis nehmen. Andrea Bertolosi-Lehr gibt ihre Stelle wegen unterschiedlicher Sichtweisen zur Zusammenarbeit zwischen Stadtrat und Verwaltung per Ende Jahr auf. «Das ist sehr bedauerlich. Personelle Veränderungen sind bei einem Regierungswechsel aber nicht ungewöhnlich», sagt Zeroual. Neben diesem Rückschlag konnte der Stadtpräsident auch schon erste Erfolge feiern. Unter anderem hat das Volk die Vorlage für einen neuen Bushof gutgeheissen. Die Vorlage hat zwar noch die frühere Regierung erarbeitet, Zeroual zeigt sich aber erfreut: «Ich sehe es auch als Vertrauensbeweis in die neue Regierung.» Die Umsetzung des Bushofes habe nun Priorität und müsse schnellstmöglich angepackt werden. Ein weiteres Thema, dessen er sich annehmen will, ist die Standortattraktivität. Eine Vorlage zum Zentrum Süd hat er bereits beim Gemeinderat eingereicht. Auch die Entwicklung des Soodknotens stehe an.

Guter Start trotz Verlust

Reto Grau, Gemeindepräsident von Langnau.

Die Amtszeit des Langnauer Gemeindepräsidenten Reto Grau fing gleich mit einer verlorenen Abstimmung an. Ein neuer Bahnhof sollte her, doch das Volk stimmte dagegen. Ganz überrascht war Grau von diesem Start ins Amt aber nicht. «Ich wusste, dass es schwierig wird, die Vorlage durchzubringen», sagt er. Er habe sich aber geistig auf dieses Ergebnis vorbereitet. «Die Enttäuschung ist daher nicht so gross.» Für seine weitere Amtszeit nimmt er von der Abstimmung vor allem eines mit: «Es ist wichtig, proaktiv zu kommunizieren und auf alle Fragen vorbereitet zu sein.»

Reto Grau hat seine ersten Amtswochen dennoch als positiv empfunden. Vor allem die Breite der Themengebiete im neuen Amt gefalle ihm. «Auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat und der Austausch mit der Verwaltung ist sehr gut.» Dies auch nicht zuletzt, weil Reto Grau schon seit acht Jahren im Gemeinderat von Langnau sitzt und Abläufe und Personen kennt. Ein Ziel, das sich Grau schon vor dem Amtsantritt gesetzt hat, ist, die Standortattraktivität von Langnau zu fördern. «Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es mehr als 100 Tage. Wir haben aber schon erste Gespräche geführt», sagt er. Im Entwicklungskonzept Unterdorf habe die Gemeinde bereits zu analysieren begonnen, was verändert werden müsse. Auf der Strasse erlebt Grau überwiegend positive Rückmeldungen von der Bevölkerung. «Trotzdem braucht man als Gemeindepräsident ab und zu eine dicke Haut.

Aufgeregt trotz Erfahrung

Marcel Tanner, Gemeindepräsident Richterswil. Bild: André Springer.

«Ich kann auch mal auf den Tisch hauen, wenn es denn sein muss.» Das sagte Marcel Tanner während seines Wahlkampfes Anfang Jahr. Mittlerweile ist er gewählt und bereits seit 100 Tagen im Amt als Gemeindepräsident von Richterswil aktiv. In dieser Zeit musste Tanner aber noch nicht gross Strenge zeigen. «Meine ersten Monate als Gemeindepräsident habe ich wie erwartet als positiv empfunden», sagt er. Generell seien seine Erwartungen an das Amt erfüllt worden. «Da ich seit acht Jahren im Gemeinderat bin und die Hälfte davon als Vizepräsident verbrachte, wusste ich, was auf mich zukommt.»

Als Höhepunkte seiner bisherigen Amtszeit nennt er die Jungbürgerfeier und den Neuzuzügeranlass. «Diese als Gemeindepräsident begleiten zu dürfen, war äusserst spannend.» Ein Thema, das Tanner bereits in Angriff nahm, ist die Altersversorgung. Den Ausbau des Alters- und Pflegeheims Im Wisli hat er zu einem der Legislaturziele erklärt. «Erste Sitzungen über die Zukunft des Wisli haben wir mit den entsprechenden Ressortvorstehern bereits abgehalten», sagt Tanner. Auch das Budget 2019, das eine Steuersenkung vorsieht, hat der Gemeinderat während Tanners Amtszeit erstellt. Die Budgetversammlung im Dezember wird denn auch die erste Versammlung sein, die Marcel Tanner führen wird. «Ich freue mich darauf, bin aber auch etwas aufgeregt.» Er werde sich in den nächsten Wochen intensiv auf die Führung der Abstimmung vorbereiten. (Daniel Hitz) (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.10.2018, 11:38 Uhr

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