Aufgefallen

Helfen, wenn Grossmutter quietscht

Das Altersheim Böndler in Bauma sucht mit einem humoristischen Werbespot Pflegepersonal. Das Feedback ist durchwegs positiv - doch fehlen die richtigen Bewerber.

Der Clip vom Altersheim Böndler. Video: Diener Media via Youtube


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Die Suche nach diplomiertem Pflegepersonal gestaltet sich aktuell sehr schwierig. «Der Markt ist völlig ausgetrocknet», sagt Bruno Kleeb, Heimleiter des Alters- und Pflegeheim Böndler, oberhalb von Bauma gelegen. Das Problem: Zu viele Pfleger werden pensioniert, es kommen zu wenige Junge nach. Auf ein Inserat in der Zeitung erhält Kleeb kaum Rückmeldungen. Er wählte deshalb einen etwas humorvolleren Ansatz. Die Produktionsfirma Diener Media von Martin Diener, Moderationsleiter bei Radio Zürisee, produzierte einen Sketch, in dem dieser die Hauptfigur, ein quietschendes Grosi, gleich selber spielt (siehe Video oben).

In Bauma war Dieners Grosi, die von Outift und Verhalten etwas an Viktor Giacobbos Figur Frau Grütter («Erwin!») erinnert, schon einmal: 2010 warb sie für einen Jugendgottesdienst der reformierten Kirche Bauma und kopierte dabei den Kult-Werbespot von Fischers Bettwaren Fabrik in «Au, Wädischwil am Zürisee».

Clip der reformierten Kirche Bauma. Diener Media via Youtube

Vor zwei Wochen postete das Altersheim den Böndler-Clip auf Social Media. Allein auf Facebook klickten rund 22000 Personen das Video an, die Reaktionen in den Kommentaren sind durchwegs positiv. Kleeb wird seither fast an jedem Anlass darauf angesprochen: «Ich habe noch nie so viele Reaktionen erhalten, wie auf dieses Video. Die Leute schmunzeln und lachen darüber.» Im Dorf spricht man über den «Böndler», nimmt das etwas abgelegene Alters- und Pflegeheim wieder stärker wahr.

Doch wie sieht es bewerbungstechnisch aus? «Ich würde jetzt gerne sagen, dass wir ganz viele Bewerbungen erhalten haben, aber das ist bisher nicht so», sagt Kleeb. Zwar habe man rund 15 Bewerbungen erhalten, aber keine davon für eine Stelle als diplomierte Pflegeperson. Kleeb hofft dennoch: «Vielleicht sind die ja noch unterwegs, wir suchen ja nur ein bis zwei Personen.» Und falls nicht, hat der «Böndler» in einer schwierigen Situation immerhin für ein Schmunzeln gesorgt.

Erstellt: 22.07.2019, 13:57 Uhr

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