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Karrierestart für LeniWie Heidi Klums Tochter auf das «Vogue»-Cover kam

Die Chefredaktorin Christiane Arp verlässt nach 17 Jahren die deutsche «Vogue» – und beschert dem Magazin mit dem aktuellen Titelbild eine Menge Aufmerksamkeit.

«Mein erstes Cover», schreibt Leni Klum am Erscheinungstag der Magazins mit dem Shooting.
«Mein erstes Cover», schreibt Leni Klum am Erscheinungstag der Magazins mit dem Shooting.
Foto: Instagram

«Before it’s in fashion, it’s in ‹Vogue›», lautet der Slogan der immer noch bekanntesten Modezeitschrift der Welt. Was so viel heissen soll wie: Hier wird schon gefühlt, was anderswo noch nicht mal ansatzweise als Trend angekommen ist.

Was die Toppersonalie der deutschen Ausgabe angeht, war es zuletzt eher umgekehrt: Seit Monaten kursierte in Branchenkreisen das Gerücht, die langjährige Chefredaktorin Christiane Arp werde das Heft verlassen. Offiziell wurde es bei «Vogue» erst vergangenen Donnerstagabend: Die diesen Dienstag erscheinende Ausgabe ist bereits Arps letzte.

Die «Vogues» dieser Welt hatten es ja schon mal deutlich leichter, sie alle kämpfen gegen schwindende Auflagen und Anzeigenerlöse.

In einem vom Verlag veröffentlichten Statement heisst es, die 59-Jährige gehe auf eigenen Wunsch. Arp selbst verabschiedete sich bei ihren Lesern mit einem Video auf Instagram und zitierte, etwas frei, Fontane: «Liebeserklärungen müssen kurz sein. ‹Vogue› wird immer eine meiner grossen Lieben und immer in meinem Herzen sein. Aber unser gemeinsamer Weg ist mit dieser Ausgabe zu Ende.»

17 Jahre an der Spitze der deutschen «Vogue»: Christiane Arp.
17 Jahre an der Spitze der deutschen «Vogue»: Christiane Arp.
Foto: Britta Pedersen/dpa

Ob sich die Wege wirklich freiwillig oder unfreiwillig trennen, konnte die Gerüchteküche nie so ganz klar herauskochen. Die britische Ausgabe jedenfalls ersetzte bereits 2017 ihre langjährige Chefredaktorin Alexandra Shulman durch Edward Enninful, durch dessen Fokus auf Diversity-Themen das Heft zumindest in der Aussenwahrnehmung wieder relevanter wurde.

Die italienische Ausgabe bekam frisches Blut mit Emanuele Farneti, der quasi jeden Monat versucht, Schlagzeilen zu liefern. Die «Vogues» dieser Welt hatten es ja schon mal deutlich leichter, sie alle kämpfen gegen schwindende Auflagen und Anzeigenerlöse, alle haderten lange mit dem digitalen Wandel.

Nur Wintour hielt länger durch

Aber ganze 17 Jahre auf demselben Posten – das gibt es auch in der Modewelt nur noch, wenn der Designer wirklich untrennbar mit seiner eigenen Marke verstrickt ist. Und natürlich bei Anna Wintour, Arps amerikanischem Pendant. Mit mehr als 30 Jahren an der Spitze hat Wintour zwar Queen-Elizabeth-Level erreicht. Auch bei der 71-Jährigen gibt es aber immer mal wieder Trennungsgerüchte.

Auftritt Leni Klum: Die 16-jährige Tochter von Heidi Klum und Flavio Briatore ziert das neuste Cover der deutschen «Vogue».
Auftritt Leni Klum: Die 16-jährige Tochter von Heidi Klum und Flavio Briatore ziert das neuste Cover der deutschen «Vogue».
Foto: Vogue

Zuletzt erschien in der «New York Times» ein Artikel mit der Überschrift «The White Issue», in dem Wintour von Mitarbeitern vorgeworfen wird, die Seiten der «Vogue» in der Vergangenheit «zu weiss» gehalten zu haben und schwarze Mitarbeiter und Fotografen deutlich seltener zu berücksichtigen.

Erster Auftritt von Leni Klum

Christiane Arp ihrerseits prägte als gelernte Stylistin die «Ära Arp» vor allem mit aufwendigen Fotoproduktionen. Sie selbst stellte mit ihrer eleganten Erscheinung ein so perfektes wie international respektiertes Aushängeschild der Luxusmarke dar. Die Auflage lag im zweiten Quartal 2020 bei 77’000 Exemplaren, im dritten Quartal kletterte sie auf 82’000.

Auf dem Cover von Arps letzten Ausgabe ist Heidi Klum gemeinsam mit ihrer Tochter Leni zu sehen. Ein hübscher Coup, wo Klum doch bislang eisern – und ziemlich erfolgreich – daran gearbeitet hat, ihre Kinder vor der Öffentlichkeit abzuschirmen. Aber dem Model-Gen entkommt man offensichtlich nicht, Leni ist mittlerweile 16, der Karrierewunsch laut der Mama selbst gewählt.

Das von Arp gestylte Titelbild sowie diverse Videos vom Foto-Shooting, die vorab auf Instagram geteilt wurden, bescheren der deutschen «Vogue» gerade eine nie da gewesene Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Darunter ein Video-Interview zwischen Heidi Klum und ihrer Tochter, die zumeist auf Englisch antwortet, weil ihre Muttersprache nach all den Jahren in den USA etwas eingerostet ist. Die Grossfamilie Klum weilt seit einiger Zeit in Deutschland – wegen der Dreharbeiten für die neue Staffel von «Germany’s Next Topmodel», bei der Leni Klum ebenfalls eine Rolle spielen soll.

Insofern verabschiedet sich die Chefin Arp zumindest mit einem Paukenschlag und schliesst den Kreis gleich noch mit einer Hommage an ihre «Vogue»-Zeit. Das Titelmädchen auf ihrem allerersten Cover im Mai 2003 hiess nämlich ebenfalls: Heidi Klum.

Zum Vergleich: Heidi Klum im Jahr 2003 – die erste Ausgabe der «Vogue» unter der Chefredaktion Christiane Arp.
Zum Vergleich: Heidi Klum im Jahr 2003 – die erste Ausgabe der «Vogue» unter der Chefredaktion Christiane Arp.
Foto: Vogue
4 Kommentare
    Beat Zehnder

    ...mit Vitamin B.