Zum Hauptinhalt springen

+++ Bern ruft wegen Corona zu brieflicher Stimmabgabe auf +++ Maskentragpflicht jetzt auch in Flugzeugen

Die Zahl der neuen Fälle ist im Vergleich zur Vorwoche um fast 100 gestiegen. Über 24'000 Personen befinden sich insgesamt in Quarantäne. Schweizer Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den letzten Wochen ist die Zahl der Corona-Ansteckungen erneut angestiegen.
  • Trotzdem lässt der Bundesrat ab Oktober Grossanlässe mit mehr als 1000 Menschen zu, allerdings mit strengen Massnahmen.
  • Seit 6. Juli gilt im ÖV Maskenpflicht für Personen ab 12 Jahren.
  • Der Bundesrat hat ein strengeres Einreise-Regime an den Grenzen eingeführt.

LIVE TICKER

Registrierungspflicht in Berner Restaurants

Im Kanton Bern gilt ab kommenden Montag eine Registrierungspflicht in Restaurants. Das teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit. Er will damit ein möglichst effizientes Contact Tracing durchführen können.

Bern ruft zu brieflicher Stimmabgabe auf

«Bleiben Sie gesund und stimmen Sie brieflich ab": Diesen Aufruf hat der Berner Gemeinderat am Donnerstag an die Bevölkerung gerichtet. Die geltenden Corona-Massnahmen erschwerten die Stimmabgabe im Stimmlokal sowie das Auszählen der Stimmen am Abstimmungssonntag vom 27. September, heisst es zur Begründung. Mit dem Aufruf will der Gemeinderat vermeiden, dass sich grosse Menschenansammlungen vor und in den Urnenlokalen bilden.

Maskentragpflicht im Flugzeug

Der Bundesrat hat zudem entschieden, dass ab dem 15. August auch in Flugzeugen eine Maske getragen werden muss. Bereits seit dem 6. Juli gilt im öffentlichen Verkehr eine Maskentragpflicht. Die Massnahme betrifft alle Linien- und Charterflüge, die in der Schweiz starten oder landen, unabhängig der Fluggesellschaft.

Bundesrat beantragt 700 Millionen Franken für öffentlichen Verkehr

Mit 700 Millionen Franken will der Bundesrat die Einnahmenausfälle abfedern, die der öffentliche Verkehr und der Bahn-Güterverkehr wegen Covid-19 verkraften müssen. Er hat die Botschaft am Mittwoch dem Parlament zugestellt.

Weil der Bundesrat empfohlen hatte, während des Corona-Lockdowns im Frühling möglichst zu Hause zu bleiben, sank die Nachfrage im öffentlichen Verkehr um bis zu 80 Prozent. Da viele Betriebe schliessen mussten, verzeichneten die Bahnen auch im Güterverkehr einen starken Rückgang, wie der Bundesrat festhält.

Die Vorlage zur Unterstützung des öffentlichen Verkehrs hatte das Parlament bestellt. Es hatte eine Motion der Verkehrskommission des Nationalrat überwiesen.

Der Bundesrat will mit 700 Millionen Franken die öffentlichen Verkehrsbetriebe unterstützen wegen der Corona-bedingten Ausfälle. (Themenbild)
Der Bundesrat will mit 700 Millionen Franken die öffentlichen Verkehrsbetriebe unterstützen wegen der Corona-bedingten Ausfälle. (Themenbild)
Foto: Keystone

Bundesrat lässt Grossanlässe ab Oktober wieder zu

In der Schweiz sind ab Oktober Grossanlässe mit mehr als tausend Menschen wieder erlaubt. Der Bundesrat hat am Mittwoch entsprechende Lockerungen der Corona-Massnahmen beschlossen.

Neben «strengen» Schutzmassnahmen müssen die Veranstalter vorgängig eine Bewilligung des jeweiligen Kantons einholen. Dazu will der Bund mit den Kantonen in den nächsten zwei Wochen einheitliche Kriterien erarbeiten. Betroffen sind Anlässe in den Bereichen Sport, Kultur und auch Religion.

Hier gehts zum Live-Ticker der Pressekonfernez.

274 neue Ansteckungen

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 274 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet worden (hier finden Sie alle Zahlen und Fakten zum Coronavirus im Dashboard). Am Dienstag waren es 187, am Montag 105, am Sonntag 152 und am Samstag 182 gewesen.

Der Wert vom Mittwoch ist der höchste seit dem 20. April, als die Pandemie in der Schweiz nach einem ersten Peak langsam abebbte.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neuesten BAG-Zahlen 37'169 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG am Mittwoch im Vergleich zum Vortag 12 neue Spitaleinweisungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um 1 auf 1714.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1331 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 4446 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 26 Kantonen und aus Liechtenstein. 18'244 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die 274 Fälle wurden in 7560 Tests festgestellt, die Positivitätsrate beträgt somit 3,6%. Somit wurden rund 1000 Tests mehr durchgeführt, als am gleichen Wochentag der drei Vorwochen. Damals war die Positivitätsrate hingegen tiefer (5. August: 153 Fälle bei 6584 Tests = 2,3%. 29. Juli: 220 Fälle bei 6576 Tests = 3,3%. 22. Juli: 117 Fälle bei 6573 Tests = 1,8%).

Kampf um die 1000er-Grenze

Die hohe Zahl an Neuinfektionen ist auch deshalb brisant, weil der Bundesrat heute über die 1000er-Regel bei Grossveranstaltungen entscheidet. Die SVP-Bundesräte drängen aber darauf, dass die Regel fällt – doch wie Recherchen dieser Zeitung zeigen, hat Gesundheitsminister Berset heute den Antrag auf eine Verlängerung der 1000er-Regel gestellt. Ein Entscheid der Landesregierung ist dringend, weil das Totalverbot für Anlässe mit über 1000 Personen schon Ende August ausläuft.

Veranstalter lobbyieren seit Tagen im grossen Stil. Was die verschiedenen Akteure zu einem möglichen Fall der Regel sagen und wie ein Szenario ohne 1000er-Grenze aussehen könnte, lesen Sie hier. Warum die Aufhebung des Totalverbots jedoch alleine nicht ausreicht, um die Veranstalter zu retten, erklären die Autoren Jorgos Brouzos und Martin Fischer hier.

Bundesrat will ALV mit Milliardenbeträgen unterstützen

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) soll Milliarden erhalten, damit wegen der Corona-Krise die Lohnbeiträge nicht erhöht werden müssen. Der Bundesrat will eine gesetzliche Grundlage legen für die Stützung mit bis zu 14,2 Milliarden im Jahr 2020 und auch für eine allfällige Finanzspritze im nächsten Jahr.

In der verkürzten Vernehmlassung sei der Vorschlag auf offene Ohren gestossen, schrieb der Bundesrat am Mittwoch. Alle 41 Teilnehmenden hätten die Anpassung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG) unterstützt. Der Bundesrat will angesichts der noch nicht absehbaren Kosten für die ALV wegen Covid-19 vorsorgen.

Die ALV, die unter anderem die Kosten für die Kurzarbeitsentschädigung trägt, soll dafür im Jahr 2020 mit bis zu 14,2 Milliarden Franken unterstützt werden. So hat es das Parlament bereits beschlossen. Das Geld steht aber erst zur Verfügung, wenn die Räte auch die gesetzliche Grundlage dafür bewilligt haben.

Mit der Gesetzesänderung schlägt der Bundesrat vor, dass der Bund die ALV im Ausmass der Kosten für die im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise ausbezahlten Kurzarbeitsentschädigungen unterstützt. Und auch 2021 soll der Bund der ALV unter die Arme greifen können, sollte sie sich wegen der Corona-Pandemie massiv verschulden.

Für diese Länder gilt eine Quarantänepflicht

Wer muss wegen Corona nach den Ferien zu Hause bleiben? Hier finden Sie die aktuelle Liste mit allen Informationen.

Wer in die Schweiz kommt, muss sich über Quarantänemassnahmen informieren. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Mehr Flüge am Flughafen Zürich

Im Juli sind im Vergleich zum Vormonat wieder deutlich mehr Flugzeuge vom Flughafen Zürich aus gestartet. Im Vergleich zum Juli 2019 liegt die Zahl der Starts aber als Folge der Coronapandemie rund zwei Drittel tiefer.

Konkret starteten im Juli 2020 am grössten Schweizer Airport insgesamt 4'585 Flugzeuge. Im Vergleich zum Juni 2020, als 2164 Starts gezählt wurden, hat sich die Zahl der Abflüge damit mehr als verdoppelt. Im Mai wurden sogar nur 1148 Starts gezählt, im April sogar nur 772.

Wie stark der Flugverkehr durch die Coronapandemie eingebrochen ist, zeigt sich an der sonst üblichen Zahl der Starts. So wurden etwa 2019 im Juli mit 12'556 rund zweieinhalb Mal so viele Starts verzeichnet wie dieses Jahr.

Gibt es bald eine Corona-Impfung?

Nachdem die Schweiz den ersten Deal mit einem Impfstoffhersteller abgeschlossen hat, stellen sich viele Fragen. Wir haben die Antworten.

187 Neuansteckungen verzeichnet

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag 187 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages gemeldet worden. Am Montag waren es 105 neue Covid-19-Infizierte, am Sonntag 152 und am Samstag 182 gewesen.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 36'895 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG am Dienstag im Vergleich zum Vortag elf neue Hospitalisierungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stieg um eins auf 1713.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1331 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 4212 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammen aus 26 Kantonen und aus Liechtenstein. 13'994 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 847'325. Bei 5,2 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Kanton Basel-Stadt gibt Schutzmasken an Bedürftige gratis ab

Personen in bescheidenen finanziellen Verhältnissen erhalten in diesen Tagen in Basel-Stadt einen Gutschein für 40 Gratis-Schutzmasken. Berechtigt sind rund 30'000 Personen.

Demnach würden beispielsweise Sozialhilfebeziehende einen Gutschein erhalten, teilten das Basler Gesundheitsdepartement und das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt am Dienstag gemeinsam mit.

Die Abgabe von je 40 Gratis-Schutzmasken an rund 30‘000 Personen im Alter ab 12 Jahren erfolgt vom 10. August bis 30. September über die Apotheken und Drogerien des Stadtkantons.

Graubünden, Schaffhausen und Zug auf Liste in Belgien

Belgien warnt seine Bürgerinnen und Bürger neu vor Reisen in die Kantone Graubünden, Schaffhausen und Zug. Für diese gilt neu Warnstufe Orange – und damit erhöhte Wachsamkeit. Genf ist weiterhin auf der roten Liste.

Dies ist der offiziellen Internetseite des belgischen Aussenministerium zu entnehmen. Darüber hatte «Blick Online» am Montagabend berichtet.

Quarantäne oder Corona-Test empfohlen

Für Reisen in Länder oder Regionen auf der orangen Liste wird erhöhte Wachsamkeit und bei der Rückkehr Quarantäne oder ein Corona-Test empfohlen.

Anfang August hatten die Brüsseler Behörden die Westschweizer Kantone Genf, Waadt und Wallis auf eine rote Liste gesetzt und nicht zwingende Aufenthalte in der Genferseeregion untersagt. Nach Interventionen von Aussenminister Ignazio Cassis hatte Brüssel die Kantone Waadt und Wallis wieder von der Liste gestrichen. Genf figuriert weiterhin auf der roten Liste.

Schon im Juli war der Kanton Tessin auf der orangen Liste gelandet.

Lesen Sie auch: Nun droht Belgien die Schweizer Quarantäneliste

Zug will Grossevents mit mehr als 1000 Personen erlauben

Die Zuger Regierung will, dass Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen nicht länger verboten werden. Sie ist der Auffassung, dass diese – unter Einhaltung entsprechender Schutzkonzepte – «epidemiologisch möglich, gesellschaftlich richtig und wirtschaftlich wichtig» seien. Insbesondere im Sport- und Kulturbereich.

Konkret fordert der Regierungsrat vom Bundesrat, dass Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Besucherinnen und Besucher grundsätzlich wieder erlaubt sein sollen, aber eine Bewilligungspflicht eingeführt werde, wie er am Montag mitteilte.

Flankierend soll der Bund zusätzliche Auflagen für Grossveranstaltungen definieren. Dazu gehören beispielsweise eine Maskenpflicht, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann. Oder dass bei Sportveranstaltungen und Aufführungen nur feste Sitzplätze angeboten werden dürfen.

Gegen leere Stadien: Die Zuger Regierung will Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen nicht länger verbieten.
Gegen leere Stadien: Die Zuger Regierung will Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen nicht länger verbieten.
Foto: Keystone

Die heute gültige Regelung, welche Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen verbietet, läuft Ende August aus. Der Bundesrat wird deshalb bald darüber beschliessen, wie solche Grossveranstaltungen ab 1. September geregelt sein sollen.

Im Juli hatte der Bundesrat die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) zu drei möglichen Varianten konsultiert. Dabei sprach sich die GDK dafür aus, dass das Verbot von Grossveranstaltungen bis Ende Jahr verlängert werden soll.

Mit dem Virus leben lernen

Der Regierungsrat des Kantons Zug jedoch lehnt eine solche Verlängerung ab. «Corona wird uns noch längere Zeit begleiten», hält er in der Medienmitteilung fest. Sportliche und kulturelle Grossveranstaltungen einfach fortgesetzt zu verbieten, könne deshalb keine Lösung sein.

Es sei jetzt an der Zeit, mit dem Coronavirus leben zu lernen und ein ausgewogenes Mass zwischen Gesundheitsschutz und kulturellem und sportlichem Leben zu finden. Der Regierungsrat setzt sich für eine generell konsequente Durchsetzung von Schutzmassnahmen – insbesondere von Distanzregeln und Maskenpflicht – ein. «Bei der konsequenten Anwendung dieser strengen Regeln sollen auch Anlässe mit über 1000 Teilnehmenden möglich sein», so die Regierung.

App-Zahlen sind gestiegen

Die Gesamtzahl aller aktiven Swiss-Covid-Apps stieg am Sonntag auf 1,25 Millionen, wie das BAG am Montag mitteilte. Seit dem 3. August pendelte die Nutzerzahl zwischen 1,21 und 1,23 Millionen.

Die Covid-App warnt Benutzer, falls diese engen Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten. Die App ergänzt das Contact-Tracing der Kantone, das die Infektionsketten rückverfolgt.

105 neue Ansteckungen gemeldet

Dem BAG sind am Montag 105 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus innert eines Tages in der Schweiz gemeldet worden. Am Samstag waren es 182 neue Covid-19-Infizierte gewesen, am Freitag 161 und am Donnerstag 181.

In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich 1038 Personen neu mit dem Coronavirus. In der Vorwoche hatte das BAG insgesamt 1095 neue Corona-Fälle vermeldet. Am vergangenen Montag waren allerdings lediglich 66 neue Ansteckungen dem BAG gemeldet worden.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie bisher laut den neusten BAG-Zahlen 36'708 laborbestätigte Fälle. Gleichzeitig meldete das BAG im Vergleich zum Vortag zwei neue Hospitalisierungen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung blieb unverändert bei 1712.

In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich 1301 infizierte Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne waren 4071 Personen, die mit Infizierten in Kontakt waren. Die Zahlen stammten aus 25 Kantonen und aus Liechtenstein. 13'856 weitere Menschen waren nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 842'509. Bei 5,2 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

Seco: Es gibt keine Anzeichen für eine Entlassungswelle

In der Schweiz dürfte die Arbeitslosigkeit im Herbst zwar ansteigen, doch mit einer Entlassungswelle ist laut Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) nicht zu rechnen. Er geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote etwa im Bau, Tourismus oder im Gastgewerbe saisonal-bedingt nur leicht anziehen wird.

«Gemäss den uns derzeit vorliegenden Daten gibt es keine Anzeichen, dass es zu einer Entlassungswelle kommen wird», sagte der Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco am Montag an einer Telefonkonferenz. Der Grund dafür sei die Kurzarbeit. Dieses Instrument werde von den Firmen rege genutzt und könne bei Bedarf bis ins nächste Jahr hinein verlängert werden.

Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit SECO, spricht während einer Medienkonferenz in Bern.
Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit SECO, spricht während einer Medienkonferenz in Bern.
Foto: Peter Schneider/Keystone

Unklar bleibe aber, wieviele der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer ihren Job noch verlieren werden. «Um das abschätzen zu können, fehlen handfeste Erfahrungswerte aus der Vergangenheit». Optimistisch stimmt Zürcher, dass sich viele Firmen während der Coronakrise gut geschlagen haben. Insbesondere für am Binnenmarkt tätige Unternehme entspanne sich die Lage.

Arbeitslosenquote verharrt im Juli bei 3,2%

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ganz leicht gesunken. Die Arbeitslosenquote verharrte derweil mit 3,2 Prozent auf der Stelle, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Und auch die um saisonale Faktoren bereinigte Quote blieb mit 3,3 Prozent unverändert.

Insgesamt waren in der Schweiz im Berichtsmonat Juli 148'870 Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Das waren 1419 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Zahl aber massiv – um 51'292 Personen – höher. Die Quote hat damals noch bei 2,1 Prozent gelegen. Und im Monat Februar, also kurz vor Ausbruch der Pandemie, war sie immer noch bei tiefen 2,5 Prozent.

Die Quoten für den Juli lagen am untere Ende der Schätzungen. Ökonomen hatten die Arbeitslosenquote im Vorfeld im Bereich von 3,1 und 3,5 Prozent und die saisonbereinigt Ziffer bei 3,3 bis 3,5 Prozent gesehen.

Etwas mehr arbeitslose Jugendliche

Eine Zunahme gab es im Juli bei den Jugendlichen (15-24-Jährige). Dort stieg die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat jedoch nur leicht auf 3,4 Prozent nach zuvor 3,3 Prozent. Üblicherweise machen sich in den Monaten Juli und August viele Schul- und Lehrabgänger auf die Arbeitssuche.

Bei den 25- bis 49-Jährigen ging die Arbeitslosenquote auf 3,4 Prozent von 3,5 Prozent im Juni zurück. Und die Quote bei Arbeitnehmern im Alter von über 50 Jahren blieb unverändert bei 2,9 Prozent stehen.

Das Seco hat derweil im Juli insgesamt 235'762 Stellensuchende registriert, 2308 mehr als im Vormonat. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 3376 auf 35'295 Stellen. Von diesen unterlagen 19'951 der Meldepflicht.

Weniger Kurzarbeit

Die aktuellsten Angaben zur Kurzarbeit liegen erst für den Monat Mai vor. Damals waren 890'890 Personen von der Kurzarbeit betroffen nach gut einer Million im «Corona-Lockdown-Monat» April. Daraus ergibt sich ein Rückgang von 17,3 Prozent. Mit den Lockerungen des Bundes konnten Restaurants und Geschäfte im Mai ihre Türen wieder öffnen.

Die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Betriebe reduzierte sich im Mai um 21'081 auf noch 109'988 Einheiten. Die Anzahl ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 36 Prozent auf knapp 58 Millionen Stunden ab.

Norwegen schickt 5 Schweizer sofort wieder zurück

Seit Samstag gilt für Schweizer Bürger bei der Einreise nach Norwegen eine zehntägige Quarantänepflicht. Für fünf Schweizer auf dem Weg nach Tromsö hat dies die direkte Umkehr nach der Landung bedeutet.

Das norwegische Aussenministerium hat am Donnerstag für mehrere Länder aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine Reisewarnung ausgesprochen. Fünf Schweizern wurde dieser Umstand am Samstagabend zum Verhängnis, wie die norwegische Plattform iTromsø berichtet. Sie waren auf einem Edelweiss-Flug mit 54 Passagieren von Zürich nach Tromsö unterwegs und musste nach der Landung sogleich wieder umkehren, wie die Fluggesellschaft gegenüber dem Online-Portal Watson bestätigte.

Die fünft Schweizer Passagiere mussten direkt in die Schweiz zurückreisen, da sie keine Unterkunft für die Quarantäne vorweisen konnten oder weniger als zehn Tage im Land bleiben wollten. Sie wurden mit der gleichen Maschine nach Zürich zurückbefördert.

sda/reuters/red