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ErtapptGutes Leben auf Staatskosten

Geld und Wertsachen vor den Behörden verheimlichen, kann üble Folgen haben. Wer so dreist vorgeht wie ein 39-Jähriger von der Goldküste, muss auch mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Olivier Samter

Er hatte alles – Arbeit, einen BMW, Wohnsitz an der Goldküste. Nur meinte er, das dem Staat verheimlichen zu müssen. Blöd, wenn alles auffliegt. Das kommt den 39-Jährigen jetzt teuer zu stehen. Er wird von der Staatsanwaltschaft zu einer, immerhin bedingten, Freiheitsstrafe von sechs Monaten und einer Busse von 1000 Franken verurteilt. Zudem wird eine Vorstrafe aus dem Jahr 2017 widerrufen – was den Beschuldigten weitere 2100 Franken kostet.

Schuldig gesprochen wird er des mehrfachen Pfändungsbetrugs, des mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Arbeitslosenversicherung und der mehrfachen Verfügung über mit Beschlag belegten Vermögenswerte. In der Zeit zwischen Juli 2016 und März 2018 vollzog das Betreibungsamt bei ihm vier Pfändungen. Dabei behauptete er, über keinen Verdienst zu verfügen. Allerdings war er in dieser Zeit in diversen Jobs tätig und verdiente über 60’000 Franken. Er fand es auch nicht nötig, seine drei Konti und den BMW-SUV anzugeben. Weil er dies verheimlichte, wurden Verlustscheine im Wert von über 30’000 Franken ausgestellt, unter anderem gegenüber dem Staat und einer Krankenkasse.

Von der Arbeitslosenkasse bezog der 39-Jährige 10’000 Franken zu viel, weil er wiederum eine Anstellung verheimlichte. Weitere Verlustscheine über knapp 80’000 Franken erliess das Amt zwischen 2014 und 2016, obwohl der Beschuldigte in dieser Zeit immer wieder Arbeit hatte. Auf seinen Konten befanden sich in der Zeit rund 100’000 Franken. Hätte er dies gemeldet, wäre ihm ein pfändbarer Teil de Lohnes abgezogen worden. Dass er mitten in der Probezeit der Vorstrafe munter weiter delinquierte, schien ihm egal zu sein. Die Staatsanwaltschaft findet das weniger lustig. Ironie der Geschichte: Weil der Beschuldigte zum Zeitpunkt der Verurteilung nicht über ausreichendes Vermögen verfügte, kommt eine Geldstrafe nicht infrage. Ob das wirklich stimmt oder er wieder Einkommen verheimlicht, müssen die Behörden wissen.