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Chaos mit den EinreisedatenGrenze zu Deutschland öffnet nun doch ab Montag

Die Grenze zu Deutschland sollte nicht am Montag öffnen, sondern erst am Dienstag. Das hätte an den Übergängen für Probleme gesorgt. Nun hat Deutschland das Datum korrigiert.

Offiziell öffnen die Deutschen ihre Grenzen erst nach dem 15. Juni.
Offiziell öffnen die Deutschen ihre Grenzen erst nach dem 15. Juni.
Foto: Keystone

An den deutschen Grenzen dauerte das Chaos um die Einreisedaten bis zur letzten Sekunde an. Ab Montag hätten die Grenzen der Schweiz und Frankreichs nach Deutschland geöffnet und somit der Einkaufstourismus wieder möglich sein sollen. Doch dann änderte sich das Datum: In einer Pressemitteilung des deutschen Bundesministeriums des Inneren hiess es: «Die wegen der Corona-Pandemie eingeführten Grenzkontrollen an unseren innereuropäischen Binnengrenzen enden mit Ablauf des 15. Juni.» Dies bestätigte auch das Hauptzollamt Lörrach gegenüber der «bz».

Einkaufen in Deutschland hätte also für Schweizer erst ab Dienstag wieder möglich sein sollen. Das Problem dabei: In der Schweiz sowie in Deutschland hat sich der 15. Juni als Tag der grossen Öffnung in die Köpfe eingebrannt. «Ich gehe davon aus, dass Einkaufstouristen an der Grenze abgewiesen werden», sagte Antje Bendel, Pressesprecherin des Hauptzollamts Lörrach. Der Wirrwarr war perfekt.

Am Samstagnachmittag korrigierte das deutsche Bundesministerium des Innern (BMI) das Datum. In einem Tweet bestätigte der BMI-Sprecher Steve Alter, dass die Grenzkontrollen am 14. Juni um Mitternacht eingestellt werden. Das heisst konkret: Schweizer dürfen also schon in der Nacht von Sonntag auf Montag nach Deutschland einreisen.

Was wäre mit den Einkaufwütigen passiert, wäre das Datum nicht auf Sonntag geändert worden? Wie der «Südkurier» schreibt, wären keine Schweizer abgewiesen worden. Dasselbe galt für die Franzosen, deren Grenzen gleich wie die der Schweiz ab Montag 00:01 Uhr geöffnet sind.

Der Grund für die ursprünglich verschiedenen Daten ist eine Verordnung, die bis zum Ende des 15. Juni in Kraft bleibt. Der Konstanzer Bundestagsabgeordnete Andreas Jung zeigte dafür allerdings kein Verständnis. Er sagte: «Der Termin war ja schon lange bekannt. Wir hätten erwartet, dass es dann gelingt, sich auf einen einheitlichen Termin zu verständigen.»

Ein weiteres Kuriosum: Gleich zwei Feiern zur Wiedereröffnung der Grenzen wurden angekündigt – beide am Montag.

Die Bodensee-Schiffsbetriebe haben angekündigt, erst am Dienstag mit dem uneingeschränkten internationalen Schiffsverkehr zu starten. Der BSB-Geschäftsführer: «Wir sind bei der Ankündigung, die Schifffahrt am Montag wieder uneingeschränkt aufnehmen zu können, am vergangenen Mittwoch von den uns vorliegenden Fakten ausgegangen, die wir als zuverlässig eingestuft hatten. Dass sich die Grenzöffnung nun um einen Tag verschiebt, ist für uns überraschend und natürlich auch ärgerlich.»