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Tätlichkeit und Rote KarteGranit Xhaka erlebt bei Arsenal eine neue Welle der Kritik

Der Schweizer Nationalspieler greift einem Gegenspieler an die Gurgel und fliegt vom Platz. Trainer Mikel Arteta sagt: «Granit hat eine Grenze überschritten» – und Arsenal rutscht immer weiter ab.

Granit Xhaka gerät mit Dwight McNeil aneinander, nachdem er den Spieler von Burnley gefoult hat.
Granit Xhaka gerät mit Dwight McNeil aneinander, nachdem er den Spieler von Burnley gefoult hat.
Foto: Catherine Ivill (Reuters)
In einem Pulk von acht Spielern greift Xhaka danach an Ashley Westwoods Gurgel.
In einem Pulk von acht Spielern greift Xhaka danach an Ashley Westwoods Gurgel.
Foto: Laurence Griffiths (Keystone)
Es ist Granit Xhakas dritte Rote Karte im Dress von Arsenal. Und sie lenkt einmal mehr alle Wasser auf die Mühlen seiner Kritiker.
Es ist Granit Xhakas dritte Rote Karte im Dress von Arsenal. Und sie lenkt einmal mehr alle Wasser auf die Mühlen seiner Kritiker.
Foto: Catherine Ivill (Keystone)
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Knapp eine Stunde ist gespielt zwischen Arsenal und Burnley. Granit Xhaka foult Dwight McNeil, weit weg vom eigenen Tor entfernt. Xhaka und McNeil geraten aneinander, Arsenals Alexandre Lacazette versucht, den Schweizer zurückzuhalten. Xhaka fällt, steht wieder auf und verliert dann im Pulk von acht Spielern die Kontrolle über sein Handeln: Er greift mit seiner linken Hand nach Ashley Westwoods Gurgel.

Zuerst zeigt Schiedsrichter Graham Scott Xhaka die Gelbe Karte. Dann greift der VAR ein und Scott schliesst Xhaka mit Rot vom Spiel aus. Die Tätlichkeit war so eindeutig, dass der 28-Jährige nur für einen Sekundenbruchteil eine Diskussion mit dem Schiedsrichter anfängt und sogleich merkt: Er hat keine Chance.

Arsenals Trainer Mikel Arteta sagt zu Xhakas Platzverweis: «Granit hat einen klaren Fehler begangen. Die Aktion ist unakzeptabel. Die Spieler sind in diesem Moment so willens, mehr zu tun, mehr zu kämpfen und zu zeigen, wie entschlossen sie sind. Granit hat eine Grenze überschritten.»

Kein Ruhmesblatt für den spanischen Coach: Seit er Arsenal trainiert, sind in der Liga sechs seiner Spieler vom Platz geflogen. Die nächsten Teams in dieser Rangliste kommen in der gleichen Zeitspanne auf drei Rote Karten.

Thierry Henry schaltet wegen Xhaka den Fernseher aus

Xhakas Zeit bei Arsenal ist auch die Geschichte eines Spielers, der immer wieder kritisiert wird. Der ehemalige Spieler Thierry Henry, der vor dem Emirates Stadium in Bronze verewigt ist, soll einst den Fernseher ausgeschaltet haben, weil Xhaka das Teams als Captain auf das Feld führte.

Der Höhepunkt der Kritik war erreicht, nachdem sich Xhaka wegen seiner Auswechslung mit den Fans angelegt hatte. Er verlor die Captainbinde – und die Zuneigung der Supporter war längst weg.

Unter Arteta rehabilitierte sich Xhaka einigermassen. Aber der Platzverweis gegen Burnley, Xhakas dritter in seiner Zeit bei Arsenal, lenkt wieder alle Wasser auf die Mühlen der Kritiker. In den sozialen Medien fordern Fans, dass der Mittelfeldspieler verkauft wird.

Arsenal ist in der Nähe der Abstiegszone

Arsenal beendete das Spiel am Sonntag nach Xhakas Roter Karte zu zehnt. Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang köpfelte einen Eckball ins eigene Tor, Burnley gewann 1:0. Es war Arsenals vierte Heimniederlage in Serie. Das gab es seit 60 Jahren nicht mehr.

In der Liga hat Arsenal sieben von zwölf Spielen verloren und seit fünf Partien nicht mehr gewonnen. Noch fünf Punkte trennen Arsenal vom Abstieg.

Immerhin hat Arsenal alle sechs Gruppenspiele in der Europa League gewonnen. Dort geht es am 18. Februar im Sechzehntelfinal gegen Benfica Lissabon weiter. Xhaka darf dann wieder dabei sein. Wenn er noch bei Arsenal spielt.

18 Kommentare
    Thomas Marthaler

    Fussball, wie die meisten Sportarten verlangt von den Teilnehmern eine Grundaggressivität. Von Toppspielern wird verlangt, dass sie das Mass an Aggressivität kontrollieren und angemessen einsetzen können. Ich habe den Aussetzer von Xhaka nicht gesehen, ich habe mich jedoch schon oft am leidenschaftlichen Einsatz von Xhaka im Nationaldress gefreut und ich wünsche ihm weiter Erfolg und Befriedigung in seiner Karriere und hoffe, dass er an der EM gut spielt und die Schweizer Nationalmannschaft nach Katar an die WM führt, auch wenn ich den Austragungsort der WM, als sehr ungeeignet erachte.