Zum Hauptinhalt springen

Mountain ViewGoogle-Mutter gibt Ballon-Projekt zur Internet-Versorgung auf

Das ehrgeizige Vorhaben von Alphabet ist gescheitert. Der Konzern hatte die grossen Ballons bereits vor über sieben Jahren vorgestellt.

Der Internet-Ballon ist auch in den südlichen Alpen von Neuseeland getestet worden.
Der Internet-Ballon ist auch in den südlichen Alpen von Neuseeland getestet worden.
Foto: John Shenk (AP/Keystone/10. Juni 2013)

Der Google-Mutterkonzern Alphabet beendet seinen Versuch, entlegene Regionen der Welt mit Hilfe von Ballons mit schnellem Internet zu versorgen. Die dafür gegründete Tochterfirma Loon wird geschlossen. «Wir haben keinen Weg gefunden, die Kosten so weit zu senken, dass ein langfristig nachhaltiges Geschäft möglich wird.»

Dies schrieb Loon-Chef Alastair Westgarth am Freitag in einem Blogeintrag. Google hatte die grossen Ballons, die monatelang in der Luft bleiben können, bereits im Jahr 2013 vorgestellt. Die Idee war, dass entlegene und dünn besiedelte Gegenden sich auf diese Weise günstiger mit Internet versorgen lassen könnten als mit herkömmlicher Telekommunikations-Infrastruktur.

Zwischenzeitlich probierten Google und auch Facebook dafür zudem Drohnen aus, gaben diese Pläne aber relativ schnell auf. Bei den Ballons sah Google dagegen durchaus Geschäftspotenzial. Unter dem Dach der später geschaffenen Konzernmutter Alphabet wurde das Projekt 2018 in die eigenständige Firma Loon gebracht.

Erst im vergangenen Jahr startete Loon in Kooperation mit einem lokalen Netzbetreiber die Versorgung einer Region in Kenia. Alphabet lässt sich Zukunftswetten wie Loon Jahr für Jahr Milliarden kosten, während das Google-Kerngeschäft mit Online-Werbung nach wie vor das Geld dafür liefert. Das bisher bekannteste Innovationsprojekt des Konzerns ist die Roboterwagen-Firma Waymo, die als ein führender Player beim autonomen Fahren gilt.

Mit diesem Typ wollte Alphabet das Internet in entlegende Regionen bringen.
Mit diesem Typ wollte Alphabet das Internet in entlegende Regionen bringen.
Foto: Loon LLC via AP/Keystone

SDA/fal

10 Kommentare
    Luca Mueller

    «Google-Mutter gibt Ballon-Projekt zur Internet-Versorgung auf» ... Dafür hat nun Elon Musk‘s SpaceX Starlink, ebenfalls zum Zwecke globaler Internet-Versorgung, bereits über 400 Satelliten im Orbit stationiert - von geplanten 40‘000 - mit jeweiliger Lebensdauer von etwa 5 Jahren ...

    Geschäft ist Geschäft, auch wenn damit die Weltraumvermüllung im erdnahen Bereich stark zunimmt. Umweltverschmutzung exterritorialer Art? Offenbar kann der Weltraum nicht reguliert werden, ein Eldorado für Pioniere des grossen Gelds.