Gewitter

Sirenenalarm im Wehntal und Stillstand am Flughafen

Unwetter haben am Mittwochabend im Kanton Zürich Schäden angerichtet. Im Wehntal wurde das Trinkwasser verschmutzt und am Flughafen wurde der Betrieb zwischenzeitlich eingestellt.

Im Wehntal trat die Surb über die Ufer. Das Trinkwasser wurde verschmutzt und ein Sirenenalarm ausgelöst.

Im Wehntal trat die Surb über die Ufer. Das Trinkwasser wurde verschmutzt und ein Sirenenalarm ausgelöst. Bild: Leserreporterin Corine Turrini

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Es seien über 590 Feuerwehreinsätze am Laufen, teilte die Zürcher Kantonspolizei am Abend auf Twitter mit. Im Nordwesten des Kantons wurde in den Gemeinden Schöfflisdorf und Oberweningen den Angaben zufolge ein Sirenenalarm ausgelöst.

Der Sirenenalarm in Oberweningen (Video: Leserreporter)

Das Trinkwasser wurde nach dem Unwetter verschmutzt. Die Bürger müssen demnach das Wasser abkochen. Für wie lange, dazu konnten die Gemeinden am Abend keine Angaben machen.

Die Surb im Wehntal ist durch die gefallenen Wassermassen zum Fluss angeschwollen und über die Ufer getreten (Video: Leserreporterin Corine Turrini)

Am Flughafen Zürich-Kloten ging am Abend für 30 Minuten nichts mehr um am Boden stehende Flugzeuge herum, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage sagte. Wegen der Gefahr durch Blitzeinschläge hätten sich weder Personal noch Passagiere den Flugzeugen nähern dürfen.

Deshalb sei weder Einsteigen noch Aussteigen noch Beladen und Entladen möglich gewesen, sagte der Sprecher. Auch das Betanken der Flugzeuge war nicht erlaubt. Mehrere Maschinen mit Ziel Zürich wichen auf andere Flughäfen aus.

Weichen unter Wasser

Ausserdem legte ein Unwetter eine S-Bahn-Strecke im Nordwesten Zürichs lahm: Weil in Steinmaur und Dielsdorf im Nordwesten des Kantons Weichen unter Wasser standen, konnten die Züge der Linie 15 zwischen Dielsdorf und Niederweningen nicht mehr verkehren.

Ersatzbusse seien aufgeboten worden, sagte ein Sprecher der SBB zu einer Meldung der Bahnverkehrsinformation. Die Reisenden müssten etwas längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Wie lange der Unterbruch dauert, konnte der Sprecher nicht sagen. Ein Hagelzug hat die Umgebung von Baden AG vorübergehend winterlich aussehen lassen. Leserbilder von Online-Medien zeigten weisse Strassen und auch überschwemmte Unterführungen und Garagen.

Gesperrtes Hallenbad

Im Unterland wurden mehrere Strassenabschnitte gesperrt, weil Bäume umgestürzt waren oder das Wasser die Strassen überflutet hatte.

Am Mittwochabend wüteten heftige Gewitter- und Hagelstürme im Zürcher Unterland, die enorme Wassermassen brachten. Keller wurden überflutet und Strassen gesperrt. Im Wehntal trat die Surb über die Ufer. (Video: Leserreporter/cyp/mcp).

Bei der Feuerwehr gingen diverse Meldungen ein, dass Wasser in Keller und Wohnungen eingebrochen ist. In Dielsdorf musste ausserdem das Hallenbad der Sportanlage evakuiert werden.

Bei einem Chemiebetrieb in Dielsdorf drang ebenfalls Wasser ins Untergeschoss, wie es in einer Mitteilung der Polizei heisst. Zur genauen Beurteilung der Situation wurden Schutz & Intervention Winterthur mit dem Chemiezug der Berufsfeuerwehr sowie weitere Feuerwehrkräfte und Einsatzmittel von Schutz & Rettung Zürich, der Stützpunktfeuerwehr Dielsdorf, der Feuerwehr Niederhasli sowie vorsorglich ein Rettungswagen mit Notarzt des Spitals Bülach aufgeboten. Ebenso wurde ein Spezialist des AWEL beigezogen. Die Überprüfung der Situation ergab, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung bestand.

Zehntausende Blitze

Wie SRF Meteo mitteilte, zog am Nachmittag und Abend eine Gewitterlinie über die Schweiz hinweg. Sie brachte zehntausende Blitze, grosse Hagelkörner und Überschwemmungen.

In der Region Baden-Lägeren im Osten des Kantons Aargau fiel am meisten Regen. Innerhalb von einer halben Stunde gab es in Ehrendingen AG 53 Millimeter Regen und insgesamt über 70 Millimeter. Das sind zwei Drittel der Menge, die sonst im gesamten Mai fällt. Die Hagelkörner hatten einen Durchmesser von bis zu vier Zentimetern.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 30.05.2018, 23:32 Uhr

Wehntaler Gemeinden müssen Trinkwasser weiterhin abkochen

Die Bewohner der Wehntaler Gemeinden Schöfflisdorf und Oberweningen müssen ihr Trinkwasser bis mindestens am Freitag abkochen. Erst dann werden die Analysen des kantonalen Labors zur Wasserqualität erwartet. Dies teilten die Behörden am Donnerstag mit.

In den beiden Gemeinden war das Trinkwasser nach dem Unwetter vom Mittwochabend stark verschmutzt. Die Behörden ordneten noch in der Nacht auf Donnerstag an, das Trinkwasser abzukochen oder Mineralwasser zu verwenden.

Gemäss Mitteilung, die auf der Homepage von Schoefflisdorf aufgeschaltet ist, gilt die Anordnung bis mindestens am Freitag. Zwar habe das Kantonale Labor für Wasserqualität umgehend Wasserproben erhoben. Die Analyse liege jedoch nicht vor Freitagmorgen vor.

Bildstrecke

Land unter im Unterland

Land unter im Unterland Das heftige Gewitter von Mittwochabend hat vor allem das Wehntal arg in Mitleidenschaft gezogen. Hier die eindrücklichsten Bilder.

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