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GC besser und doch wieder geschlagen

Die Grasshoppers sind auch nach dem ersten Spiel mit Rückkehrer Munas Dabbur die einzige Mannschaft der Super League, die 2017 noch keinen Punkt gewann. Allerdings war das 0:1 gegen den FC Sion eine ausgesprochen unglückliche Niederlage.

Als deutliche Verstärkung für GC erwies sich Munas Dabbur (Mitte) Für einen Punkt gegen Sion reichte es aber nicht.
Als deutliche Verstärkung für GC erwies sich Munas Dabbur (Mitte) Für einen Punkt gegen Sion reichte es aber nicht.
Keystone

Im Prinzip hatte der FC Sion eine Torchance. Er nutzte sie, und das reichte ihm zum Sieg im Letzi­grund. Nach einem Ballverlust Numa Lavanchys nach einer halben Stunde spielte Grégory Karlen seinen belgischen Teamkollegen Geoffrey Bia frei; und der traf alleine vor Goalie Vaso Vasic. Bia stand erstmals seit Ende August wieder in der Startelf. Das hatte er sich damit verdient, dass er vor einer Woche, kaum eingewechselt, die Tore vom 2:2 zum 4:2 gegen Vaduz geschossen hatte.Bis zu diesem Tor hatten die Zürcher eher besser gespielt, und eindeutig besser waren sie dann in der zweiten Halbzeit. Aber sie waren nicht fähig, ihr Chancenplus auszunutzen – auch mit Munas Dabbur nicht, dem vorübergehend aus Salzburg zurückgekehrten Hoffnungsträger. Vor allem Nikolai Gjorgjev vergab gute Chancen, aber auch Dabbur traf nur den Pfosten. Das war kurz nach der Pause mit einem Abstauber aus wenigen Metern, nachdem Sions starker Torhüter Anton Mitrjuschkin gegen den ­alleine vor ihm aufgetauchten Gjorgjev abgewehrt hatte.

Dabbur schon Captain

Dabbur war gleich als Captain eingelaufen. Das sei, sagte Pierluigi Tami, nicht sein Trainer­entscheid gewesen, sondern auf Drängen des bisherigen Spielführers Lavanchy geschehen. Eine «schöne Geste» Lavanchys nannte das der Coach. Aber zu Punkten verhalf auch das nicht. Dabbur war gleich eine deutliche Verstärkung, auch wenn er noch nicht wieder auf dem Niveau der vergangenen Saison spielte. In seiner Anwesenheit liess auch sein brasilianischer Kumpel Caio wieder mehr Lust am Fussballspielen erkennen. Es fehlte auch am Einsatz nicht, aber zum einen doch an der Qualität, zum andern gewiss am Glück.

Etwas wenig Qualität bringt beispielsweise der neue schwedische Innenverteidiger Emil Bergström mit. Er mag physisch stark sein, aber in der Spielentwicklung ist er bescheiden. Der dänische «Sechser» Patrick Olsen wartet gar noch immer auf seinen ersten Einsatz. Wie schon eine Woche zuvor in Lugano gehörte er nicht mal zum Aufgebot.

«Ein glücklicher Sieg»

Dennoch, eigentlich hätten die Grasshoppers dieses Spiel gewinnen müssen, ein Punkt wäre das absolute Minimum gewesen. Aber sie schafften nicht mal das. Da war schwacher Trost, dass auch Peter Zeidler, der deutsche Trainer der Walliser, unmissverständlich von einem «glücklichen Sieg» seines FC Sion sprach – und dies gegen eine «sehr gute Mannschaft». Dabbur habe, sagte Zeidler weiter, GC «neues Leben eingehaucht. Das war jedenfalls ein ganz anderes GC als noch im Herbst in Sion.» Damals, im Oktober, waren die Zürcher im Tourbillon zeitweise völlig überfordert worden, die 2:4-Niederlage war jedenfalls im Verhältnis zur Leistung noch ausgesprochen gnädig gewesen.

«Klarer Fortschritt»

GC-Trainer Tami sprach zu Recht «von einem klaren Fortschritt. Diesmal war nur das Ergebnis schlecht, nicht aber die Leistung. Auf der können wir aufbauen.» Allein, das wird nicht einfach sein, denn die nächsten Gegner sind, am Samstag im Letzigrund, die Young Boys und danach auswärts der FC Luzern. Und Punkte müssen die Grass-hoppers auch dann gewinnen, wenn sie keinerlei Absichten mehr haben, sich um einen Platz in der Qualifikation zur Europa League zu bewerben. Denn von den vier Teams hinter ihnen hat an diesem Wochenende nur eines ebenfalls verloren, Lausanne in Basel. Alle andern sind GC um einen Punkt näher gerückt, der FC Vaduz ist als Tabellenletzter nur noch vier Längen zurück.

Das ist Grund genug, die Dinge sehr realistisch zu sehen. Auch wenn man beifügen muss: Hält der Aufwind an, den Dabbur brachte, blies er nicht nur an diesem einen Tag, dann müsste es GC reichen, der drängendsten Abstiegsgefahr zu entgehen.

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