Jogi Löw bleibt trotz WM-Debakel

Nun ist es offiziell: Joachim Löw trainiert weiterhin die deutsche Nationalmannschaft. Sein erst im Mai verlängerter Vertrag hat noch Gültigkeit bis 2022.

Das 2:0 Südkoreas in der Nachspielzeit besiegelt das Aus: Die Deutschen müssen erstmals an einer WM nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. Video: SRF/Tamedia

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Sechs Tage nach dem frühzeitigen Scheitern in Russland hat sich Joachim «Jogi» Löw entschieden, an seinem Posten festzuhalten. Er verspüre immer noch die nötige Motivation und Energie, um den bald entthronten Weltmeister auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten, heisst es in der Mitteilung des Deutschen Fussball-Bundes (DFB). Die Entscheidungsträger im DFB hatten schon am Freitagabend in einer Telefonkonferenz für einen Verbleib von Löw gestimmt.

Der DFB bestätigt auf Twitter, dass Jogi Löw Nationalcoach bleibt:

Löw hatte sich nach dem historischen WM-Debakel und der Rückkehr aus Russland zunächst daheim in Freiburg abgeschirmt. Unmittelbar nach dem 0:2 gegen Südkorea in Kasan schien der 58-Jährige innerlich zu schwanken. Er müsse sich zunächst «sammeln». Bereits am Montagabend soll sich Löw fürs Weitermachen entschieden haben, am Dienstag legte er zusammen mit Teammanager Oliver Bierhoff offenbar eine erste Analyse zum WM-Out vor.

Massnahmen sind notwendig

«Tiefgehende Massnahmen» hatte Löw schon in Kasan angekündigt, ohne im Detail zu sagen, was er sich darunter vorstellt. Wie stark das Spieleraufgebot vom geplanten Umbruch betroffen ist, wird sich spätestens in zwei Monaten abzeichnen. Am 6. September empfängt Deutschland in München Frankreich im Rahmen der neuen Nations League. Drei Tage später ist Peru in Sinsheim Testspielgegner.

Als erster deutscher Nationaltrainer erhält Löw nach einem Scheitern in der Vorrunde eine zweite Chance. Jupp Derwall (1984), Erich Ribbeck (2000) und Rudi Völler (2004) mussten jeweils nach einem K.o. in der EM-Gruppenphase ihren Posten räumen - oder taten das wie Völler freiwillig. Das Vertrauen hat sich Löw in den vergangenen Jahren verdient. Nachdem er Jürgen Klinsmann zwei Jahre assistiert hatte, übernahm er 2006 den Chefposten und führte Deutschland bei allen Turnieren bis zum Misserfolg in Russland mindestens in den Halbfinal. (tzi/sda)

Erstellt: 03.07.2018, 11:52 Uhr

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