Grosser Knall in Spaniens Nationalteam

Kurz vor WM-Start: Spanien entlässt seinen Nationaltrainer. Julen Lopeteguis Nachfolger ist Fernando Hierro.

Unzufriedener Verbandsboss: «Das ist eine sehr schwierige Situation.» (Video: AFP/Tamedia)

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Luis Rubiales, Präsident des spanischen Fussballverbandes, hat genug. Er fühlte sich hintergangen vom Nationaltrainer. Julen Lopetegui hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass er nach der WM Real Madrid übernehmen werde. Rubiales wusste von dem nichts und er hatte den Vertrag Lopeteguis doch erst gerade vor drei Wochen vorzeitig verlängert.

An einer Pressekonferenz gab der Präsident am Mittwoch bekannt, dass Lopetegui nicht mehr spanischer Nationaltrainer ist – zwei Tage vor dem wichtigen Startspiel gegen Portugal. «Das ist eine sehr schwierige Situation», sagte Rubiales. Und weiter: «Wir wollen so wenig wie möglich antasten. Sobald wir eine Lösung haben, werden wir sie kommunizieren.» Rund zwei Stunden nach dieser Aussage war Lopeteguis Nachfolger bekannt: Der Sportdirektor des spanischen Verbandes, Fernando Hierro, übernimmt La Roja. Hierro ist eine Real-Madrid-Legende, hat selber 88 Partien für das spanische Nationalteam absolviert und dabei 30 Tore erzielt.

Lopetegui war nicht anwesend

Rubiales sagte, er habe eine nahe Beziehung zu den Spielern, habe mit allen gesprochen, mit denen es nötig war. Zu Real wollte er sich nicht äussern: «Ich muss das nicht bewerten. Sie suchen ihren bestmöglichen Trainer und fertig.» Die Verhandlungen Lopeteguis seien kein Problem, «das Problem war, dass wir erst fünf Minuten vor der Medienmitteilung darüber unterrichtet wurden. Ich glaube alle hier Anwesenden bestätigen, dass so etwas einfach nicht geht.» Rubiales habe noch insistiert, dass bitte nichts publik werde – zumindest, bis er in Russland ankomme. Dafür habe er sogar den Fifa-Kongress um die WM-Vergabe 2026 sausen lassen. Dennoch kommunizierte Real Madrid fünf Minuten später die Verpflichtung des Coaches.

Er respektiere den «Toptrainer» Lopetegui, das habe den Entscheid noch schwerer gemacht, so Rubiales weiter. Ob das Nationalteam ob dieses Entscheides geschwächt werde, werde die Zeit zeigen, fügte der Präsident an.

Lopetegui war an der Pressekonferenz nicht zugegen, das hätte keinen Sinn gemacht, so Rubiales, «ausserdem wollte er sich von den Spielern verabschieden.» Am Ende wandte sich der Präsident an die anwesenden Journalisten und bat diese «von Herzen, auch künftig fair zu bleiben und uns zu unterstützen, eine gute WM zu machen.»

(hua/fas)

Erstellt: 13.06.2018, 12:02 Uhr

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