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Entscheidung in Super LeagueFür den FCZ gibt es heute ein Nervenspiel

Der FC Zürich braucht einen Punkt gegen das zuletzt stabile Sion, um sich wenigstens den Ligaerhalt zu sichern.

«Wir müssen in jedem Spiel ans Limit gehen, um zu gewinnen», sagt FCZ-Trainer Ludovic Magnin, «wenn wir das machen, sind wir fähig, jeden zu besiegen. Wenn nicht, sind wir eine normale Mannschaft.»
«Wir müssen in jedem Spiel ans Limit gehen, um zu gewinnen», sagt FCZ-Trainer Ludovic Magnin, «wenn wir das machen, sind wir fähig, jeden zu besiegen. Wenn nicht, sind wir eine normale Mannschaft.»
Foto: Claudio Thoma/Freshfocus

Meister wollten sie beim FCZ nicht gleich werden, so bescheiden und einsichtig waren sie schon im vergangenen Sommer. Ein Platz in der Europa League sollte es allerdings sein, schliesslich formulierte Präsident Ancillo Canepa selbst den Anspruch, dass sein FCZ ein Spitzenclub sei.

Zwölf Monate und eine Woche dauert diese Saison nun, das ist lange und vor allem lange genug, um herauszufinden, dass der FC Canepa alles ist, nur eines nicht: ein Spitzenclub. Wenn er heute Abend im Letzigrund sein Nachtragsspiel gegen Sion austrägt, geht es für ihn in erster Linie darum, in der Tabelle nicht noch ernsthaft abzurutschen.

Einen Punkt braucht er, um sich definitiv den Ligaerhalt zu sichern. Das ist auf den ersten Blick nicht viel, weil der Gegner aktuell nur Neunter ist. Aber es ist ein Gegner, der sich deutlich stabilisiert, in den letzten fünf Runden neun Punkte gewonnen und nur drei Tore zugelassen hat. Der FCZ dagegen weist in der gleichen Periode eine miserable Bilanz aus: 1:14 Punkte und 2:14 Tore.

Kein Magnin ohne Canepa

Ludovic Magnin ist der Trainer, der die Verantwortung trägt für eine Mannschaft, die weiterhin alles ist, nur nicht stabil, die an ein ziemlich windschiefes Gebäude erinnert, das seinen Charme haben mag, aber stets vom Einsturz bedroht ist. Sie startet schlecht in die Saison mit drei Siegen in elf Runden und antwortet darauf mit sechs Siegen in sieben Runden, sie beginnt die Rückrunde mit zwei Punkten aus sechs Spielen und reagiert darauf, indem sie drei von vier Spielen gewinnt. Doch dann kommt der nächste Vollstopp, auch beeinflusst durch Corona.

«Wir müssen in jedem Spiel ans Limit gehen, um zu gewinnen», sagt Magnin, «wenn wir das machen, sind wir fähig, jeden zu besiegen. Wenn nicht, sind wir eine normale Mannschaft.» Und dann ist er entsprechend ein normaler Trainer, der auf die Fürsorge des Präsidenten angewiesen ist, um sich trotz einer chaotischen Saison ohne jegliche Fortschritte auf seiner Position halten zu können.

Schönbächlers Ausbruch

Das 1:3 am vergangenen Samstag gegen St. Gallen bringt alles zum Ausdruck, was diesen FCZ so verwundbar macht und wieso er mit 65 Gegentoren die statistisch schlechteste Defensive der Liga stellt. Er spielt eine ordentliche erste Halbzeit und bricht nach der Pause ohne Vorwarnung ein, er lädt die Ostschweizer mit seinen Fehlern zum Toreschiessen ein. Und schliesslich verliert Marco Schönbächler noch die Nerven, wirft dem Schiedsrichter ein «Fuck you!» an den Kopf und wird dafür gleich für drei Spiele gesperrt.

Gegen Sion gibt es ein Nervenspiel für die Zürcher Wundertüte. Magnin zumindest zerbricht sich deshalb nicht den Kopf, die ganze Saison hätten sie schon Nervenspiele, sagt er und fügt gleich an: «Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Leistung abliefern.»